+
Zur U-Bahn nach Garching: Der Arbeitskreis Mobilität der ILE-Ampertal hat sich schon vor Jahren Gedanken über einen Expressbus gemacht. Jetzt hat der Planungsausschuss des Landkreises einen Grundsatzbeschluss gefasst.

Mit X610 in den Münchner Norden

Von Allershausen nach Garching in 20 Minuten: Expresslinie für München-Pendler geplant

  • Andreas Beschorner
    vonAndreas Beschorner
    schließen

Wer von Allershausen aus den ÖPNV nach München nutzen will, hat derzeit schlechte Karten. Jetzt soll eine neue Expressbuslinie den Pendlern Erleichterung bringen.

Allershausen Staus auf der A 9 rund um München sind Pendlern ein Graus. Wer aber von Allershausen (oder auch von Mainburg und Schweitenkirchen) aus stattdessen den ÖPNV nutzen will, hat derzeit schlechte Karten. Mindestens eineinhalb Stunden bräuchte man, die Verbindungen sind kompliziert. Jetzt naht Rettung: Der Planungsausschuss des Landkreises hat am Donnerstag den Grundsatzbeschluss gefasst, wohl ab Dezember 2022 eine Schnellbuslinie zu installieren, die Mainburg, Au, Schweitenkirchen und Allershausen an die U6-Haltestation Garching-Hochbrück bringen soll.

Auch Gewerbegebiet Au wird angebunden

X610 – so soll die neue MVV-Regionalbuslinie heißen. Ihre Routenführung, wie sie von Lars Tauber (Straßenverkehrsamt) vorgestellt wurde, fasst gleich mehrere Punkte aus dem Nahverkehrsplan des Landkreises Freising zusammen. Dort ist nicht nur von einer Verbesserung der ÖPNV-Verbindungen in den Landkreis Pfaffenhofen die Rede, sondern vor allem auch von einem Ausbau der Verbindung Schweitenkirchen-Allershausen-München – etwas, was ILE Ampertal schon mehrfach angeregt und beraten hatte. All diese Punkte hat man nun in eine Expressbus-Linie zusammengefügt, kann damit auch das Gewerbegebiet in Au schnell an München anbinden. Fazit, wie es im Sachbericht nachzulesen war: „Die Linie X610 bietet also insbesondere für Berufspendler einen schnellen und direkten Zugang in den Münchner Norden.“

Gesteigert werde die Attraktivität der neuen Verbindung auch dadurch, dass in Garching-Hochbrück nicht nur ein Umsteigen in die U6 möglich sei, sondern von dort aus auch die Linien X201 (über Oberschleißheim nach Dachau) und X202 (über Unterschleißheim und Feldkirchen nach Heimstetten) genutzt werden können.

„Großzügige Wendezeiten“ in Garching und Mainburg geplant

Laut Fahrplan würde der Express-Bus von Mainburg bis Garching eine knappe Stunde benötigen, von Allershausen aus wären es gerade mal 20 Minuten. Man geht von einer „hohen Erschließungsfunktion“ der neuen Linie aus, auch weil die Haltestellen zentral und ortsnah liegen. In Schweitenkirchen gebe es eine solche P+R-Anlage in Ortsnähe direkt an der Autobahnausfahrt schon, in Allershausen würde die bestehende Haltestelle „Oberallershausener Staatsstraße“ am Gewerbegebiet durch eine zusätzliche Busbucht im Bereich der Autobahnanschlussstelle einen direkten Zugang zur Linie X610 ermöglichen. Grundsätzlich, so erfuhren die Kreisräte, basiere das Fahrplanangebot der X610 auf einem Stundentakt zwischen 4.30 und 23.30 Uhr, wobei in den Hauptverkehrszeiten eine Verdichtung auf 40 Minuten erfolgen soll. Dabei sind „großzügige Wendezeiten“ in Garching und Mainburg vorgesehen, um nicht durch Verspätungen anderer Linien in die Bredouille zu geraten. Weil die Einführung dieser Linie viel Vorbereitungszeit in Anspruch nimmt, ist mit einem Start erst Ende 2022 zu rechnen.

Die Kreisräte votierten einstimmig für den Grundsatzbeschluss, die Linie X601 auf den Weg zu bringen. Die Gesamtkosten dürften sich pro Jahr auf eine Summe zwischen 990 000 und 1,1 Millionen Euro belaufen, wobei eine Förderung aus dem Programm „Pilotprojekte landkreisübergreifender Expressbusverbindungen im Omnibusverkehr“ fließen könnte. Verhandelt werden muss noch, wie die Kostenaufteilung zwischen den Landkreisen Freising, Pfaffenhofen und Kelheim aussehen soll.

Aktuelles im Landkreis

Eine groß angelegte Suchaktion in Au/Hallertau hat in der Nacht zum Dienstag Dutzende Einsatzkräfte in Atem gehalten. Und für Aufsehen in der Bevölkerung gesorgt.

Mit seinen kostenlosten Coronatests für alle hat Bayern eine bundesweite Kontroverse ausgelöst. Freisings Ärztesprecher Georg Miedl hat dazu eine klare Position.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Viele Aufgaben zu meistern: Freisings neuer Stadtbrandinspektor Oliver Sturde im Interview
Oliver Sturde ist der neue Freisinger Stadtbrandinspektor. Im Interview spricht er über die Herausforderungen, die sein Amt mit sich bringt, und erklärt, was ihm am …
Viele Aufgaben zu meistern: Freisings neuer Stadtbrandinspektor Oliver Sturde im Interview
Ekel-Szenario an See in Oberbayern: Grill-Gäste hinterlassen Müll-Chaos - Maden tümmeln sich im Fleisch
Die Marzlinger Fischer haben an ihrem Ssee schon einige Unappetitlichkeiten erlebt. Aber das Ekel-Szenario, das sich ihnen jetzt geboten hat, ist schlimmer als alles …
Ekel-Szenario an See in Oberbayern: Grill-Gäste hinterlassen Müll-Chaos - Maden tümmeln sich im Fleisch
Freisings Freie Wähler fordern: Startbahn-Projekt am Flughafen endgültig beenden
Freisings Freie Wähler fordern das endgültige Aus für die dritte Startbahn. In einem offenen Brief appellieren sie an Ministerpräsident Söder.
Freisings Freie Wähler fordern: Startbahn-Projekt am Flughafen endgültig beenden
Ladung verrutscht: Holzplatte prallt gegen VW
Glück im Unglück: Weil die Ladung eines Anhängers verrutschte, prallte eine Holzplatte gegen ein entgegenkommendes Auto. Verletzt wurde niemand.
Ladung verrutscht: Holzplatte prallt gegen VW

Kommentare