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Nach Großbrand bei Penny: Jetzt sprechen die Eigentümer des Gebäudes: „Wir sind einfach nur dankbar“

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Totalschaden: Bis auf die Grundmauern niedergebrannt ist der Penny-Markt in Allershausen. Gespräche, in welcher Form man neu bauen kann, laufen bereits.
Totalschaden: Bis auf die Grundmauern niedergebrannt ist der Penny-Markt in Allershausen. Gespräche, in welcher Form man neu bauen kann, laufen bereits. © Beschorner

Was beim Großbrand in Allershausen hätte passieren können, das wollen sich die Eigentümer des Gebäudes gar nicht ausmalen. Sie wissen: Die Einsatzkräfte haben Großartiges geleistet.

Allershausen - Als am vergangenen Freitag um kurz vor acht Uhr ein Transporter unter dem Vordach des Penny-Markts in Allershausen in Flammen aufgeht, als das Feuer blitzschnell auf das Dach des Gebäudes übergreift und die Feuerwehr Allershausen zum größten Einsatz ihres 150-jährigen Bestehens gerufen wird, steht Christine Pellmeyer gerade an der Kasse des Supermarkts und will ihre Einkäufe bezahlen. „Plötzlich kommt eine Frau reingerannt, schreit: Es brennt, alle raus!“, erinnert sich Pellmeyer an vergangene Woche zurück.
Sie, ihr Mann Stefan, ihre Tochter und ihr Schwiegersohn, Veronika und Alexander Sommerer, sind die Eigentümer des Gebäudes. „Es ging alles so furchtbar schnell: Die Mitarbeiterinnen haben den Markt geräumt, zwei Passanten haben versucht, das brennende Fahrzeug zu löschen. Alle möglichen Leute haben die Feuerwehr angerufen, die wahnsinnig schnell da war.“

Tiefe Dankbarkeit, dass bei dem Großbrand niemand verletzt wurde

Ausgerechnet an dem Tag hat Christine Pellmeyer ihr Handy zu Hause vergessen. „Ich bin schnell heimgeradelt, um meinem Mann zu sagen, was da gerade passiert.“ Aber der Rest der Familie weiß zu dem Zeitpunkt schon Bescheid. Der Schock über die Ereignisse sitzt bei allen tagelang tief. Im Gespräch mit dem Freisinger Tagblatt, am Donnerstag auf dem Hof der Familie in Oberallershausen, ist ihnen vor allem eines wichtig: „Wir möchten allen Einsatz- und Rettungskräften danken“, sagt Stefan Pellmeyer. Denn in den Tagen nach dem Großbrand sei man schon ins Grübeln gekommen. Etwa darüber, was wäre, wenn sich nicht alle rechtzeitig vor dem Feuer hätten retten können, Menschen verletzt worden oder gar ums Leben gekommen wären. „Das will man sich gar nicht vorstellen“, sagt Alexander Sommerer. Umso größer ist die Dankbarkeit darüber, dass bei dem Großbrand niemand zu Schaden gekommen ist. Und natürlich auch, dass die Feuerwehren ein Übergreifen der Flammen auf das Nachbargebäude verhindern konnten.

Gespräche mit dem Team: (v. l.) Marktleiter Theodor Högl, die Penny-Mitarbeiterinnen Birgit Rade und Kathrin Winkler, Veronika und Alexander Sommerer, Penny-Gebietsleiter Michael Jasch und Stefan Pellmeyer. 
Gespräche mit dem Team: (v. l.) Marktleiter Theodor Högl, die Penny-Mitarbeiterinnen Birgit Rade und Kathrin Winkler, Veronika und Alexander Sommerer, Penny-Gebietsleiter Michael Jasch und Stefan Pellmeyer.  © privat

Dass ein Einsatz ohne Verletzte bei einem Feuer dieser Dimension nicht selbstverständlich sei, hatte auch Einsatzleiter Friedrich Moser von der FFW Allershausen betont. „So ist es halt ein Sachschaden, den die Versicherung hoffentlich bezahlt, weil die Brandursache klar ist – wir können nach vorne schauen“, erklärt Alexander Sommerer. Was einfach klingt, ist mit einer Menge Arbeit, vielen Gesprächen und „viel Rennerei“, wie es Pellmeyer nennt, verbunden. Gespräche mit Penny, wie es weitergeht. Gespräche mit der Gemeinde, in welcher Form das Gebäude wieder aufgebaut werden kann. Und natürlich die Formalitäten mit der Versicherung.

Das wir heute schon wieder lachen können, ist schon besonders.

Stefan Pellmeyer, einer der Besitzer des bis auf die Grundmauern zerstörten Gebäudes

Was die Menschen am Ort nun am meisten bewegt, ist die Frage, ob und wann der Supermarkt wieder öffnet. „Das werden wir jeden Tag gefragt“, erzählen die vier. Denn die Allershausener haben, so sagen sie, „eine Bindung zu dem Markt, vor allem zu den langjährigen Mitarbeitern“. Eröffnet wurde vor 22 Jahren: am 9.9.1999. Marktleiter vom ersten Tag an bis heute ist Theodor Högl. Ebenfalls vom ersten Tag mit an Bord: Mitarbeiterin Birgit Flath. „Wir haben das komplette Team aktuell in anderen Märkten in der Umgebung untergebracht“, sagt Penny-Gebietsleiter Michael Jasch. Das ist die eine gute Nachricht. Bis auf Birgit Flath, die in vier Monaten in Ruhestand geht, werden alle nach Allershausen zurückkehren. Denn, und das ist die zweite gute Nachricht: Es wird am Standort Allershausen weitergehen. Wann, das ist von vielen Faktoren, auf die die Bauherren keinen Einfluss haben, abhängig. „Wir müssen realistisch sein: Es wird keine Baufirma auf uns warten bei der momentanen Lage auf dem Bausektor“, befürchtet Alexander Sommerer.

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Wichtige Erkenntnis nach dem Feuer: Teure Brandschutzmaßnahmen machen durchaus Sinn

Läuft alles nach Plan, rechnet die Familie mit 18 bis 24 Monaten, bis die Allershausener ihren Penny wiederhaben werden. Was dann ganz besonders jene Kundin freuen wird, die am vergangenen Freitag verzweifelt vor dem brennenden Supermarkt stand, weil ihre Katze „nur das Penny-Katzenfutter mag“, wie Pellmeyer lachend erzählt. Oder von dem älteren Herren, der nach dem Brand den Schaden begutachtet hatte und sich sicher war, „dass der Penny frühestens in 14 Tagen wieder aufmachen wird“.

„Dass wir heute darüber lachen können, ist schon besonders“, sagt Stefan Pellmeyer, dem der Brand eine Lehre war: „Wie oft hab ich mich als Bauherr über teure Brandschutzmaßnahmen aufgeregt“, gesteht er. Als er am vergangenen Freitag im Nachbargebäude an der Brandschutzwand stand, durch die ein Übergreifen der Flammen auch verhindert wurde, wusste er: „Das hat schon alles seinen Sinn.“

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