Am Eggenberger Feld weist die Gemeinde Allershausen so dringend benötigtes Bauland aus. Den Antrag auf Umnutzung eines Wohnhauses in einer Ferienwohnung hingegen lehnt man ab. Begründung: Wohnungsnot.
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Am Eggenberger Feld weist die Gemeinde Allershausen so dringend benötigtes Bauland aus. Den Antrag auf Umnutzung eines Wohnhauses in einer Ferienwohnung hingegen lehnt man ab. Begründung: Wohnungsnot.

Bebauungsplanänderung und Veränderungssperre

Allershausen sagt Nein zum Ferienhaus: Die Wohnungsnot ist einfach zu groß

  • Andrea Beschorner
    VonAndrea Beschorner
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Wenn aus einem Wohn- ein Ferienhaus wird, ist das lukrativ für den Vermieter - aber schlecht für den Wohnungsmarkt. Das sieht auch die Gemeinde Allershausen so.

Allershausen - Sie ist groß, die Wohnungsnot im Landkreis Freising. Und genau aus dem Grund haben die Gemeinderäte Allershausens im April einen Antrag auf die Umnutzung einer Doppelhaushälfte in eine Ferienwohnung abgelehnt. Man wollte sicherstellen, dass das Gebäude weiterhin einer dauerhaften Wohnnutzung zur Verfügung stellt, wollte ausschließen, dass hier „städtebaulich unerwünschte Zustände“ eintreten und das Haus lange Zeit leer steht, wenn es nicht von Urlaubsgästen bewohnt wird.

Zudem wollten die Gemeinderäte mit ihrem klaren Nein im April verhindern, einen Bezugsfall zu schaffen. Das Landratsamt hat dem Gemeinderat daraufhin ans Herz gelegt, die Entscheidung nochmals zu überdenken. Denn der Bebauungsplan Kohlstattfeld II, in dessen Geltungsbereich die Doppelhaushälfte steht, stammt aus dem Jahr 1982 und setzt als Art der baulichen Nutzung ein allgemeines Wohngebiet fest. Nutzungen ausgeschlossen wurden damals nicht. „Der Charakter des allgemeinen Wohngebietes lässt Betriebe des Beherbergungsgewerbes ausnahmsweise zu.“ Sprich: Unter den gegebenen Umständen wäre der Antrag auf Umnutzung genehmigungsfähig.

Allershausen schafft neue Voraussetzungen - und schiebt Antrag einen Riegel vor

Da die Gemeinderäte das Thema Wohnungsnot sehr ernst nehmen, darauf auch mit der Ausweisung eines neuen Baugebiets unter anderem mit Reihenhausbebauung auf vergünstigten Baugrundstücken reagierten, wollten sie diesen Umstand nicht einfach so hinnehmen. In drei Schritten hat man der Ferienwohnung nun einen Riegel vorgeschoben.

Zunächst wurde die Änderung des Bebauungsplans Kohlstattfeld II beschlossen. Künftig sollen hier Betriebe des Beherbergungsgewerbes sowie Tankstellen – beides aktuell noch ausnahmsweise zulässig – ausgeschlossen werden. Schritt Nummer zwei war der Erlass einer Veränderungssperre. Denn bis der neue Bebauungsplan in Kraft tritt, gelten die Festsetzungen des alten weiter. Um auszuschließen, dass hier zwischenzeitlich Tatsachen geschaffen werden, die danach nicht mehr rückgängig gemacht werden können – sprich das Landratsamt die Ferienwohnung genehmigt – war der zweite Schritt nötig.

Abschließender und dritter Punkt war, der Aufforderung des Landratsamts, dem Antrag zuzustimmen, nicht nachzukommen. „Der Gemeinderat hält an seinem Beschluss fest, das Einvernehmen wird nicht hergestellt“ – dafür hoben alle Gemeinderäte die Hand, womit die Ferienhauspläne des Antragstellers offiziell beerdigt sein dürften.

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