Das Senioren-Service-Zentrum ist ein zentraler Baustein der Seniorenpflege in Allershausen. 40 Vollzeitpflegeplätze gibt es – zu wenig für eine Gemeinde dieser Größe.
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Das Senioren-Service-Zentrum ist ein zentraler Baustein der Seniorenpflege in Allershausen. 40 Vollzeitpflegeplätze gibt es – zu wenig für eine Gemeinde dieser Größe.

Vortrag im Sozialausschuss Freising

Allershausen träumt von einem Pflegezentrum - und stellt Vision dem Landkreis vor

  • Andreas Beschorner
    vonAndreas Beschorner
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Es ist ein Zukunftsmodell in der Pflege, von dem Allershausen träumt. Nun hat man das Interesse des Landkreises geweckt.

Freising/Allershausen - In fünf Gemeinden der Landkreise Erding und Ebersberg hat man es schon. In Allershausen sieht man darin ein „Zukunftsmodell“. Und der Landkreis Freising kann sich vorstellen, das ebenfalls umzusetzen: ein gemeindeübergreifendes Pflegezentrum, in dem alle Einrichtungen zur Versorgung und Betreuung von Senioren vertreten sind.
Zur Sitzung des Sozialausschusses des Landkreises am Donnerstag hatte Landrat Helmut Petz zwei Vertreter des Seniorenbeirats der Gemeinde Allershausen eingeladen. Anna Gründel und Peter Colombo waren also gekommen, um zum einen über die Situation der Altenpflege in ihrer Gemeinde, vor allem aber auch über ein „Zukunftsmodell“ zu berichten, auf das sie im Zuge ihrer Tätigkeiten gestoßen waren und das durchaus Vorbildcharakter für den Landkreis Freising haben könnte: die Pflegestern Seniorenservice gGmbH, die von den Gemeinden Anzing, Poing, Grafing, Finsing und Oberding landkreisübergreifend getragen wird.

In Allershausen, so die Lage, gebe es Betreuungsfahrten, Essenslieferungen, ambulante Pflege und Vollzeitpflege, die von der Nachbarschaftshilfe, der Sozialstation den Johannitern, der Ambulanten Hauspflege Allershausen (AHA) und dem Senioren-Service-Zentrum (SSZ) geleistet werden. Seit 2020 bestehe auch das Angebot an betreutem Wohnen an der Abt-Joseph-Straße. Im Bereich der Kurzzeit- und der Tagespflege gebe es hingegen keine Angebote in der Gemeinde, im SSZ seien die 40 Vollzeitpflegeplätze zu wenig, man bräuchte 66, so Colombo und Gründel zur Situation in der Ampertalgemeinde.

Der Allershausener Seniorenbeirat hat nun als Vision ein Zukunftsmodell entwickelt, das als Pflegezentrum alle Bereiche abdecken sollte: Da gebe es dann Pflegeplätze in allen Varianten (stationär und ambulant, Kurzzeit- und Tagespflege), es gebe eine Großküche, die alle Einrichtungen beliefere (und auch für den öffentlichen Betrieb ausgelegt sei), da sei dann auch eine Beratungsstelle für Senioren und Angehörige integriert. Eine Koordinierungsstelle der Pflegeeinsätze sei in dem Zentrum ebenso angesiedelt wie seniorengerechte Wohnungen. Weitere wichtige Bestandteile solch eines Pflegezentrums sollten eine leistungsgerechte Entlohnung des Personals sein, das Angebot von Ausbildungsplätzen und auch Wohnungen für Mitarbeiter und Azubis vor Ort.

Betreutes Wohnen gibt es seit Kurzem auch in der Gemeinde Allershausen. An der Abt-Joseph-Straße steht der Komplex, der das Angebot für Senioren erweitert. 

Ein Modell, das im Landkreis Freising gemeindeübergreifend arbeiten soll

Mit dieser Vision habe man sich auf die Suche begeben, ob es solch ein Modell schon gebe. Und siehe da: Man ist fündig geworden. In den Landkreisen Ebersberg und Erding gebe es die 2006 gegründete Pflegestern Seniorenservice gGmbH, die seit 2019 fünf Gemeinden der beiden Landkreise gehöre. Sämtliche Arten der Pflege würden durch die verschiedenen Einrichtungen in den Gemeinden abgedeckt, für jede Einrichtung gebe es eine eigene Leitung und einen Hausmeister. Hinzukomme eine zentrale Leitungsstelle, die beispielsweise für das Qualitätsmanagement, die Personalplanung, die Lohn- und Finanzbuchhaltung, die Leitung und Überwachung der technischen Einrichtungen oder auch für die Ausbildung in der Alten- und Krankenpflege zuständig sei. Speziell die Pflegeeinrichtung in Finsing mit ihren 34 stationären Pflegeplätzen, einem Kurzzeitpflegeplatz, vier Wohnungen für betreutes Wohnen, einer Beratungsstelle und außerdem kostengünstigem Wohnraum, den die Gemeinde zur Verfügung stellt, sei als vorbildlich einzustufen, so Colombo und Gründel.Ob so ein Pflegezentrum nach Art des „Pflegesterns“ nun in einer Gemeinde oder in einem Gemeindeverbund oder auch im Landkreis realisiert werden könne, müsse freilich noch geklärt werden. Landrat Helmut Petz war von dem Zukunftsmodell zumindest angetan: „Anders als in der Schule darf man als Landkreis bei so etwas ja abschreiben“, signalisierte er sein Interesse an so einem Modell. Bis es freilich so weit kommt, wird wahrscheinlich noch viel Wasser die Isar und die Amper hinunterfließen.

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