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Allershausen will künftig mehr Sonnenenergie - Antrag über Köpfe der Landwirte hinweg aber abgelehnt

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Eine große Freiflächen-PV-Anlage ist östlich von Oberweikertshofen geplant.
Einer Freiflächenanlage hat der Gemeinderat Allershausen am Dienstag eine Absage erteilt. Symbolbild © Archiv

Solarenergie grundsätzlich ja, aber so nicht: Den Antrag auf die Entwicklung eines Freiflächen-Solarparks hat die Gemeinde Allershausen abgelehnt. Man wartet ab.

Allershausen – Erneuerbare Energien gewinnen in der Klimakrise immer mehr an Bedeutung. Trotzdem lehnte der Gemeinderat Allershausen in seiner Sitzung am Dienstag den Antrag auf die Entwicklung eines Freiflächen-Solarparks im Gemeindegebiet ab.

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Der tschechische Konzern „United Energy“ hatte beabsichtigt, nahe der Autobahn A 9 auf Höhe Aiterbach einen rund neun Hektar großen Solarpark zu errichten. Die Fläche wurde gewählt, da sie laut dem Energiekonzern in hohem Maße den energiewirtschaftlichen Zielsetzungen zur Erzeugung regenerativer Energie entspricht.

Bürgermeister will auf Expertenmeinung warten

Überplant hatte United Energy 20 Teilflächen von insgesamt zwölf verschiedenen Eigentümern. Der Antrag fand im Ratsgremium jedoch kaum Anklang: „Der Landkreis wird in naher Zukunft jemanden beauftragen, der ein Kataster für Solaranlagen erstellt und somit die optimalen Standorte im Landkreis ermittelt“, unterrichtete Bürgermeister Martin Vaas die Gemeinderäte. „Ich würde also lieber abwarten, welche Flächen der Experte für geeignet hält.“ Zudem glaube der Rathauschef nicht daran, dass „dort ein Landwirt auch nur einen Meter Grundstück verkaufen würde“.

3. Bürgermeister Josef Lerchl (SPD) fand es zudem fragwürdig, dass der Energiekonzern einen Antrag stellt, bevor überhaupt Gespräche mit den betroffenen Landwirten, den Eigentümern der Flächen, geführt wurden: „Man kann doch nicht über fremdes Eigentum verhandeln, ohne die Landwirte darüber zu informieren, dass man ihre Flächen aufkaufen möchte.“ Lerchls Fraktionskollege Christian Huber fand den Antrag ebenfalls ziemlich undurchsichtig: „Ich bin grundsätzlich für den Bau von Solaranlagen, aber das ist ein Antrag ins Blaue.“ Bürgermeister Martin Vaas sprach sich zusätzlich dafür aus, ein solches Projekt eher an regionale Energiegenossenschaften zu vergeben.

„In diesem Gremium wird regenerative Energie immer abgetan“

PFW-Gemeinderat Max Raith hatte wenig Verständnis für die kritische Sicht seiner Ratskollegen: „In diesem Gremium wird regenerative Energie immer abgetan. Ich bin enttäuscht, dass man da jetzt wieder dagegen schreit“, so Raith. „Überall spricht man von Solarenergie. Wenn wir also zustimmen, dann haben trotzdem noch die Landwirte das letzte Wort.“

Manuel Mück (CSU) sprach sich ebenfalls für Sonnenenergie per se, aber dennoch gegen den konkreten Antrag aus: „Wir sollten uns die Zeit noch nehmen, bis das Landratsamt die besten Flächen im Landkreis ermittelt hat. Dann wird sowieso Gas gegeben.“ Letztendlich stimmte nur Max Raith für das Vorhaben des tschechischen Konzerns, die weiteren Gemeinderatsmitglieder lehnten den Antrag ab.

Pascale Fuchs

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