+
Wegen der Sperrung der Glonnbrücke in Allershausen wird der Verkehr über Paunzhausen, Ilmmünster, Reichertshausen und Hohenkammer umgeleitet.

Allershausen wird für viereinhalb Monate in zwei Teile gespalten

Die fatalen Folgen einer Straßensperrung

  • schließen

Allershausen ist, was den Verkehr angeht, leiderprobt. Täglich rollt eine Blechlawine in Richtung Autobahn durch den Ort. Jetzt steht die Gemeinde vor einer neuen, bislang unbekannten Herausforderung. Ab dem 21. Mai wird die Glonnbrücke an der Ampertalstraße für viereinhalb Monate voll gesperrt – und spaltet den Ort in zwei Teile. Die Folgen sind gravierend.

Allershausen– Ab Ende Mai wird Allershausen in zwei Hälften geteilt. Dann wird es den Bereich A südlich und den Bereich B nördlich der Glonnbrücke geben. Wer dann von A nach B kommen will, muss einen Umweg in Kauf nehmen. Einen sehr langen Umweg. Die offizielle Umleitungsstrecke bedeutet ein Plus von gut 20 Kilometern, wie Allershausens Rathaus-Geschäftsleiter Johann Vachal sagt. Und davon betroffen sind freilich vor allem Pendler, die morgens aus dem nördlichen Landkreis auf der Staatsstraße 2054 nach Allershausen über die Glonnbrücke durch den Ort auf die Autobahn fahren. Vachal vermutet, dass viele in dieser Zeit die Autobahnauffahrt Allershausen meiden und stattdessen in Schweitenkirchen auf die Autobahn fahren werden, sich quasi eine eigene Umleitungsstrecke durch benachbarte Gemeinden suchen, um den Umweg so gering wie möglich zu halten.

So weit, so gut – doch in Allershausen hat man ganz andere Probleme: Denn im Norden liegen neben vielen Wohngebieten auch die Schulen, Kindergärten, der Wertstoffhof, der Edeka-Markt, das Hotel Zum Fuchswirt und andere Geschäfte, die in der Zeit mit deutlich weniger Kundschaft rechnen. Besonders brisant: Die Feuerwehr befindet sich im Süden der Gemeinde. Und für die ist die schnelle Anfahrt in den Norden für viereinhalb Monate nicht möglich.

Wie Sylvia Pfister, Bauoberrätin des Staatlichen Bauamts Freising, auf Nachfrage erklärt, wurden die Rettungsdienste über die Sperrung „bereits am 24. April mit der Übersendung der verkehrsrechtlichen Anordnung informiert“. Allershausens FFW-Kommandant Friedrich Moser bekräftigt, dass es seitens des Straßenbauamts lediglich die Mitteilung gab, dassgesperrt wird. Auf die daraus resultierenden Folgen und wie man ihnen entgegentreten könne, habe das Straßenbauamt nicht hingewiesen. „Damit haben wir uns in Eigeninitiative befasst. Man kann es ja nicht einfach so stehen lassen und hoffen, dass in der Zeit nichts passiert“, sagt Moser. Die Vorarbeiten, um für einen Brand, Unfall oder sonstigen Einsatz im Norden gewappnet zu sein, laufen also. Die Feuerwehr Allershausen richtet – in enger Zusammenarbeit mit der Gemeinde – einen zweiten Stützpunkt am Bauhof, der nördlich der Glonnbrücke liegt, ein. „Wir halten da zwei Fahrzeuge vor.“ Während der Bauzeit muss zudem gewährleistet sein, dass immer genügend Einsatzkräfte aus dem Norden Allershausens verfügbar sind. Ein organisatorischer Kraftakt. Das „Behelfsfeuerwehrhaus“ sei auch deshalb von Wichtigkeit, weil die FFW Allershausen einen Großteil der Einsätze auf der Autobahn über die Behelfsausfahrt in Schernbuch – also nördlich der Glonnbrücke – anfährt. „Das ist alles ganz schön kompliziert“, sagt Moser.

Welche konkreten Änderungen, die Sperrung auf den Öffentlichen Personennahverkehr hat, konnte das Staatliche Bauamt nicht sagen. Betroffen sind laut Bauamt die Linien 6161, 619, 602/603, 690, 693 und insbesondere 695. Für die Schulbusse wird eine Ersatzhaltestelle auf dem Seitenstreifen der St 2084 an der Freisinger Straße eingerichtet.

Die Vollsperrung der Glonnbrücke ist in der Zeit nicht die einzige Großbaustelle, die den Verkehr im Ampertal arg beeinträchtigt. So wird ab Mitte Juni die Ortsdurchfahrt von Fahrenzhausen wegen der Erneuerung der B 13 bis September komplett gesperrt, ebenso wie die Kreisstraße FS 24 von Eberspoint nach Kranzberg (bis Ende August) sowie die Ortsdurchfahrt von Aufham (Gemeinde Schweitenkirchen) – ursprünglich ein Teil der Umleitungsstrecke für die Allershausener Baustelle. Ab Mitte Juli steht dann noch die Vollsperrung der B 301 bei Zolling wegen Brückenbaumaßnahmen an. Laut Sylvia Pfister sei alles aufeinander abgestimmt.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Nur noch drei Bezirksräte für den  Kreis Freising: Lebich gescheitert
Der Landkreis stellt künftig nur noch drei Bezirksräte. Seit Freitagmorgen steht fest: Siglinde Lebich (Grüne) hat den Einzug in den Bezirkstag nicht geschafft. Damit …
Nur noch drei Bezirksräte für den  Kreis Freising: Lebich gescheitert
Keine Hundepension und auch keine Karpfenzucht: Neue Schlappe für Ex-Stadtrat Raith
Mit seinem umstrittenen Plan, eine Hundepension in der Bonau zu bauen, war der frühere FW-Stadtrat Klaus Raith im Moosburger Gremium einst gescheitert. Nun wollte er das …
Keine Hundepension und auch keine Karpfenzucht: Neue Schlappe für Ex-Stadtrat Raith
Kinderschutzbund: Schnupperkindergarten gerettet, Kassier weiterhin gesucht
Das unermüdliche Engagement des Kinderschutzbunds Moosburg hat sich gelohnt: Nach sechsmonatiger Zwangspause öffnet der Schnupperkindergarten im Januar wieder in neuen …
Kinderschutzbund: Schnupperkindergarten gerettet, Kassier weiterhin gesucht
Jägerfeld-West: Nagelprobe fürs neue Kinderhaus in Hallbergmoos
Das Neubaugebiet Jägerfeld-West in Hallbergmoos nimmt Gestalt an. Die ersten Häuser sind fertig, und auch der Rohbau des Kinderhauses, das die Gemeinde für 3,7 Millionen …
Jägerfeld-West: Nagelprobe fürs neue Kinderhaus in Hallbergmoos

Kommentare