Der Opa mit seinen vier Enkelkindern: Rupert Popp mit Johannes, Vincent, Sebastian und Lia. Das Bild wurde übrigens vor dem letzten Lockdown aufgenommen.
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Der Opa mit seinen vier Enkelkindern: Rupert Popp mit Johannes, Vincent, Sebastian und Lia. Das Bild wurde übrigens vor dem letzten Lockdown aufgenommen.

Im Gespräch mit Rupert Popp nach einem halben Jahr im Ruhestand

Allershausens Ex-Bürgermeister: „Die Last der Verantwortung fehlt mir gewiss nicht“

  • Andreas Beschorner
    vonAndreas Beschorner
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Lesen ist seine Leidenschaft. Seit Rupert Popp den Chefsessel im Allershausener Rathaus Martin Vaas überlassen hat, hat er zehn Bücher verschlungen. Was er sonst so macht?

Allershausen – Am 30. April 2020 hatte er seinen letzten Arbeitstag: Nach 24 Jahren als Bürgermeister von Allershausen ging Rupert Popp in den Ruhestand. Sechs Monate ist das nun her. Das Freisinger Tagblatt hat nachgefragt, wie es ihm geht – ohne Termindruck und ohne die Last der Verantwortung. Und wie er nun seine Freizeit verbringt.

Und? Ist Ihnen ein halbes Jahr nach dem letzten Tag im Amt schon recht langweilig?

Nein, direkt langweilig würde ich es nicht nennen, eher, der Pandemie geschuldet, relativ eingeschränkt. Ich kann nicht all das tun, was ich mir eigentlich in meiner (künftigen) Freizeit so vorgestellt und vorgenommen hatte, wie Wellnessen, Bergwandern, Biergartenbesuche, Kino, Kabarett und solche Dinge. Die Spontaneität ist sehr eingeschränkt oder bleibt ganz auf der Strecke.

Was vermissen Sie inzwischen? Und was fehlt Ihnen in keiner Weise?

Den Kontakt zu den Mitbürgern oder Menschen allgemein und besonders zu meinen ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, wobei ich mich selbst ganz bewusst zurückgezogen und zurückgenommen habe. Niemand soll sagen können: Der Alte kann nicht loslassen! Mir fehlen gewiss nicht die Last der Verantwortung, das unbedingte Entscheiden-Müssen, auch im Zusammenhang mit den unliebsamen Einschränkungen durch die Krise, und vor allem nicht der Termindruck sowie die vielen offiziellen Verpflichtungen an den Abenden und Wochenenden.

Erst Terminstress pur, jetzt viel mehr Freizeit: Wie nutzen Sie die?

Lesen: Ich habe in den vergangenen sechs Monaten rund zehn Bücher gelesen, jedes mit mindestens 400 bis 600 Seiten. Die beiden dicksten von Dan Simmons hatten 1450 und 1327 Seiten. Radfahren: Ich habe mir selber zu meiner Pensionierung ein sündteures Mountainbike – kein E-Bike (!) – geschenkt, das ich auch regelmäßig benutze. Einige Zeit verbringe ich auch in unserem Fitnesskeller. Und schließlich und endlich habe ich auch noch vier Enkelkinder, die hin und wieder bespaßt werden wollen.

Wie sehr und wie intensiv verfolgen Sie noch die Politik und die Entscheidungen in „Ihrer“ Gemeinde?

Ich lese selbstverständlich die Berichterstattung über das Geschehen im Freisinger Tagblatt mit Interesse und mache mir natürlich meine Gedanken darüber. Manchmal kriege ich auch direkte Informationen von Beteiligten. Momentan tut sich ja aufgrund der Krise zwangsläufig nicht allzuviel. Ich hatte ja im Vorfeld angekündigt, mich – sofern ich nicht persönlich betroffen bin – aus der Gemeindepolitik zurückzuziehen und komplett herauszuhalten. Und das mache ich auch. Außerdem bin ich der Meinung, dass mein Nachfolger, Martin Vaas, der richtige Mann ist, um die Gemeinde zu lenken und in die Zukunft zu führen. Und die Jungen und Neuen im Gemeinderat haben sich nach meinen Informationen gut integriert.

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