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„Seiner Rosi“ gratulierte Bürgermeister Rupert Popp gestern zum 80. Geburtstag. Er weiß das Engagement von Rosa Schuhbauer für Allershausen sehr zu schätzen.

Zum 80. Geburtstag von Rosa Schuhbauer

Allershausens Macherin feiert

Mit viel Tatkraft und Engagement hat sich Rosa Schuhbauer stets für das Gemeinwohl in ihrer Heimatgemeinde Allershausen eingesetzt. Gestern feierte die langjährige Ortsbäuerin und ehemalige Gemeinderätin ihren 80. Geburtstag.

Zahlreiche Gratulanten, darunter auch Bürgermeister Rupert Popp, überbrachten ihre Glückwünsche. Als jüngstes von sechs Kindern wuchs die Jubilarin auf dem landwirtschaftlichen Anwesen der Eltern in Aufhausen bei Weichs im Landkreis Dachau auf. Schon früh verlor sie die Mutter, die durch einen tragischen Arbeitsunfall ums Leben kam. Nach dem Besuch der Klosterschule in Weichs, war sie zunächst am Anwesen der Eltern tätig. Mit 21 Jahren lernte sie ihren künftigen Mann Toni kennen. Bereits ein Jahr später, das war im Jahr 1958, läuteten für die beiden glücklichen Brautleute die Hochzeitsglocken.

Obwohl die Hauptarbeit am Hof, in den sie in Allershausen „eingeheiratet“ hatte, immer vorging, engagierte sich die „Rosi“ auch stets für das Gemeinwohl. Als Ortsbäuerin von Allershausen organisierte sie im Laufe von 25 Jahren viele Veranstaltungen. Flugreisen zu den Marienwallfahrtsorten Lourdes und Fatima wurden für die Landfrauen angeboten, Tagesausflüge nach Rom, Venedig und Holland. Rosi Schuhbauer gingen die kreativen Ideen nie aus. Unter ihrer Ägide wurde eine Gymnastikgruppe für Frauen ins Leben gerufen und ein Frauen-Stammtisch gegründet. Sechs Jahre lang brachte sie sich im Gemeinderat in Allershausen ein. 35 Jahre lang war sie Mitglied im Landfrauenchor des bayerischen Bauernverbands. Doch mit 80 Jahren, so betont die Jubilarin, wolle sie sich dort langsam zurückziehen. „Da muss halt irgendwann einmal Schluss sein.“ Noch lange nicht Schluss ist mit der wohltätigen Arbeit, die alle Jahre zur Weihnachtszeit ansteht. Im Jahr 1989 rief die Bäuerin dazu auf, in Allershausen einen Christkindlmarkt zu etablieren. Neben den Landfrauen zeigten 15 weitere Vereine Interesse. Und seit dieser Zeit bereichert die schöne Veranstaltung das Gemeindeleben. Erlöse aus den selbst gebastelten und gestrickten Waren der Landfrauen – mitunter wurden 60 Paar warme Socken gefertigt – werden alle Jahre einem wohltätigen Zweck zugeführt. Jedes Jahr wird auch die FT Weihnachtaktion „Menschen in Not“ unterstützt.

Über ein ganz seltenes Erlebnis haben sich die Landfrauen übrigens einmal ganz besonders gefreut. Bei einer Spendenübergabe in der Haunerschen Kinderklinik habe sie einmal den Wunsch geäußert, ob nicht ein Vertreter der Ärzteschaft persönlich am Christkindlmarkt vorbeischauen möge. „Da komme ich selber“ habe der Chefarzt versprochen, erinnert sich Schuhbauer. Sein Wort hat er gehalten. „Er hat soviel eingekauft, dass er zum Schluss kein Bargeld mehr hatte“, erzählt Rosi und lacht. Nach dem frühen Tod ihres geliebten Mannes hat sie übrigens den Hof den „Jungen“ überschrieben, dem Sohn Toni und der Schwiegertochter Thekla. Stolz ist die vierfache Mutter auf ihre Kinder – zwei Söhne und zwei Töchter – sowie auf die elf Enkel- und die neun Urenkelkinder.

„Ich danke dem Herrgott, dass ich so alt werden durfte.“ Von den vielen Verdiensten geben die Urkunden, die in ihrem gemütlichen Heim an der Schulstraße hängen, Auskunft. Sie wurde mit der Ehrenurkunde für besondere Verdienste im Ehrenamt des Bayerischen Bauernverbandes ausgezeichnet und durfte sich auch über die Ehrenmedaille in Gold der Gemeinde Allershausen freuen. Zum Jubeltag gestern überreichte Bürgermeister Rupert Popp eine weitere Urkunde: Zum 80. Geburtstag war darauf der Wunsch nach einem „ungetrübten Lebensabend“ vermerkt

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