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Sind gewissermaßen „Bienenväter“: (v.l.) Martin Vaas (2. Bürgermeister der Gemeinde Allershausen), Imkervereins-Vorsitzender Martin Kopp und Alfred Albertshauser vom Imkerverein. 

Maßnahme gegen das Insektensterben

Blütenzauber für Bienen

Toller Beitrag für das Überleben eines unersetzlichen Nutztieres: Korn- und Mohnblumen auf einer ehemals landwirtschaftlich genutzten Fläche am Ortsrand von Allershausen bieten Bienenvölkern derzeit ideale Bedingungen zum Nektar sammeln.

Allershausen – Wie es dazu kam, dass der Umwelt hier etwas Gutes getan werden kann, das erklärten nun Martin Kopp und Alfred Albertshauser vom Imkerverein in Allershausen. Vor zwei Jahren hatte 2. Bürgermeister Martin Vaas Anstoß zu dieser Bienenweide gegeben (wir berichteten). Ein Fernsehbericht über „menschliche“ Bienen in China habe ihn zum Nachdenken gebracht, erinnerte sich Vaas. Bienen seien im „Reich der Mitte“ so gut wie ausgestorben. Der Einsatz von aggressiven Pestiziden habe dort ein Insektensterben nach sich gezogen, sodass Menschen jetzt die Arbeit der Bienen nachmachen müssten, um überhaupt etwas ernten zu können.

Vaas erinnert sich noch genau an die Diskussionen, die sein Antrag damals im Gemeinderat ausgelöst hatte. Eine Fläche nördlich des kirchlichen Friedhofes am östlichen Ortsrand wäre doch als Bienenweide geeignet, habe er vorgeschlagen. „Viele Gemeinderatsmitglieder hatten damals die Befürchtung geäußert, ob denn die Friedhofsbesucher dann nicht durch Bienenstiche gefährdet werden könnten.“ Der Antrag sei aber schließlich doch mehrheitlich für gut befunden worden. Und so habe er sich mit den Mitgliedern des Imkervereins kurzschließen können. Gerade jetzt Anfang Juni sei die Fläche als Futterquelle für die Bienen „Gold“ wert, waren sich Martin Kopp und Alfred Albertshauser einig.

Die Rapsblüte sei weitgehend vorbei, die Lindenblüte habe noch nicht eingesetzt. In dieser „Trachtzeit-Lücke“ wie es die beiden Imker ausdrückten, könnten die Blüten der Korn- und Mohnblumen sehr gut angeflogen werden. Bis zu drei Kilometer sei der Radius, die die Bienenvölker zurücklegten. Mit dem typischen „Schwänzeltanz“ informierten die Bienen ihre Artgenossen in den Stöcken, wo das wertvolle Futter zu holen sei. „Wir haben in Allershausen derzeit wieder viele junge Menschen, die sich für das Imkern interessieren“, sagte Albertshauser. Auf der rund 3000 Quadratmeter großen Fläche seien ganze Schwärme unterwegs, wusste Kopp.

Mitgeholfen, dass die Wiese den ursprünglich hohen Nährstoffgehalt reduzieren konnte, habe der Landschaftspflegeverband Freising, lobte Kopp. Von dessen Mitarbeitern wurde zunächst eine Heumahd aufgebracht und Grünroggen angepflanzt. Der habe bewirkt, dass die Bedingungen geschaffen wurden, die eine Blumenwiese brauche: nämlich eher magere Standorte. Bienenweide-Saatgut auch in den privaten Nutzgärten auszubringen, sei empfehlenswert, sagte der Vorsitzende des Imkervereins. Denn nicht nur, dass Bienenhonig gesund sei – die Blütenmischungen seien auch optisch eine Augenweide. Dass viele Passanten wohl auch so dächten und Blumen „brockten“, sei nicht anzuraten. Das solle lieber unterlassen werden, riet Kopp. „Dann bleibt den Bienen mehr Blütenstaub.“

Gut zu wissen:

Wer sich für eine Blühmischung für Bienen im eigenen Garten interessiert, bekommt Infos per Mail an mk.hk@web.de.


Maria Martin

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