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Stimme des Widerstand: Rupert Pichler will Unterschriften gegen die Vollsperrung sammeln. 

Vollsperrung der Autobahn-Anschlussstelle Allershausen

„Existenzen sind bedroht“: Allershausens Gewerbetreibende wollen gehört werden

  • Andrea Beschorner
    vonAndrea Beschorner
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Der Kampf gegen die Vollsperrung der Autobahn-Anschlussstelle Allershausen geht in die nächste Runde. Hotelier Rupert Pichler wird jetzt Unterschriften sammeln. Denn: „Es sind Existenzen bedroht.“ 

Allershausen– „Man kann da sicher noch etwas ändern – wenn man denn will.“ Rupert Pichler vom Hotel Villa Rosa aus Allershausen kämpft weiter gegen die Vollsperrung der Anschlussstelle Allershausen. Ab dem 24. Juli sollen wegen des Neubaus der Autobahnbrücke Ein- und Ausfahrten der A 9 für mindestens sechs Wochen nicht befahrbar sein. Dagegen laufen jetzt die Hotel- und Gaststättenbetreiber Allershausens und andere Gewerbetreibende vor Ort Sturm (wir haben berichtet).

Gewerbetreibende hoffen auf Unterstützung der Gemeinde Allershausen

Dabei ist Rupert Pichler quasi die Stimme des Widerstands. „Wir müssen aufstehen und uns Gehör verschaffen, wir dürfen uns das nicht einfach gefallen lassen“, sagt er. Denn es gehe für einige um viel – Existenzen seien bedroht. Noch immer von der Corona-Krise gebeutelt, hätten vor allem die Hoteliers in Autobahnnähe auf den Reiseverkehr gehofft, um den finanziellen Schaden des Lockdowns zumindest etwas abzufedern. „Und dann sperren die uns den Autobahnanschluss.“ Rupert Pichler ist fassungslos: Wenn er nun höre, dass sich die Gemeinde weiterhin darauf beruft – wie in der Sitzung am Dienstag – nicht zuständig zu sein, könne er nur den Kopf schütteln. „Hier geht es doch nicht um starre Zuständigkeiten“, sagt Pichler. „Hier geht es darum, dass wir als Gewerbetreibende erwarten, dass die Gemeinde uns dabei unterstützt, einen Riesenschaden von uns abzuwenden – auch dafür sind sie doch gewählt.“

Und es habe doch wohl ein ganz anderes Gewicht, wenn der Bürgermeister der Kommune sich bei der Autobahndirektion und beim Staatlichen Bauamt für eine verträglichere Lösung einsetze. „Seine Stimme wird doch mehr gehört als die von aufgebrachten Anliegern“, ist Pichler sich sicher. Er selbst saß vor vielen Jahren selbst im Gemeinderat in Allershausen. Daher wisse er, „dass man immer zumindest versuchen kann, Einfluss zu nehmen“. Freilich: „Die Gemeinde muss uns nicht unter die Arme greifen“, weiß er. „Aber sie kann!“

Ab kommender Woche liegen Unterschriftenlisten aus

Dabei hat er auch eine ganz konkrete Idee, wie man den Schaden zumindest um 50 Prozent reduzieren könnte: „Dass die Anschlussstelle nicht jeweils nur einspurig gesperrt werden kann, um die Arbeiter nicht durch vorbeifahrende Autos und Lkw zu gefährden, das leuchtet mir ein“, sagt er. Aber warum könne nicht drei Wochen die Spur auf die A 9 in Richtung München, die übrigen drei Wochen die Spur auf die A 9 in Richtung Nürnberg gesperrt werden?

Indes hofft Pichler immer noch, dass sich „der Bürgermeister dazu bewegen lässt“, auf die Betroffenen zuzugehen. Das wäre doch, so meint er, eine schöne erste Amtshandlung als neuer Gemeindechef, mit der er ein Zeichen setzen könnte. Darauf verlassen, dass Martin Vaas vielleicht doch noch von allein tätig wird, will Pichler sich nicht und bereitet gerade Unterschriftenlisten gegen die Vollsperrung vor. Diese sollen ab Anfang der kommenden Woche im Hotel Villa Rosa, im Huberhof, an der Aral-, Esso- und OMV-Tankstelle, bei Getränke Scheib, bei Edeka Schermelleh und im Autohaus Hartl ausliegen. „Ich hoffe, dass uns viele Bürger unterstützen und sich mit ihrer Unterschrift gegen die Vollsperrung und für eine jeweils nur dreiwöchige Sperrung der Anschlussstelle Richtung München beziehungsweise Nürnberg aussprechen.“ Damit die Arbeiten an der Autobahn nicht den selben Effekt haben, wie ein erneuter Lockdown...

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