Ein Bild der Zerstörung bot sich den Helfern der Freiwilligen Feuerwehr Allershausen. Die Häuser, die nach der Flut noch standen, sind zum Teil unbewohnbar. 
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Ein Bild der Zerstörung bot sich den Helfern der Freiwilligen Feuerwehr Allershausen. Die Häuser, die nach der Flut noch standen, sind zum Teil unbewohnbar. 

FFW Allershausen unterstützt Navis beim Errichten einer Trinkwasserversorgung

Feuerwehr Allershausen hilft im Krisengebiet: „Die Menschen stehen noch immer unter Schock“

  • Andrea Beschorner
    VonAndrea Beschorner
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Das Ausmaß der Zerstörung der Flutkatastrophe hautnah zu erleben, das geht auch an erfahrenen Feuerwehrleuten nicht spurlos vorbei. Allershausens Kommandant berichtet.

Allershausen - Als sich vier Männer der Freiwilligen Feuerwehr Allershausen am Sonntagnachmittag in Richtung Ahrweiler (Rheinland-Pfalz) aufgemacht haben, wussten sie nicht, was sie erwartet. „Freilich haben wir die Bilder im Fernsehen gesehen“, erzählt Kommandant Friedrich Moser, der zusammen mit Markus Lachner, Alexander Huber und seinem Sohn, Friedrich Moser jun., ins Flutkatastrophengebiet gefahren ist. Eben jene Bilder der Zerstörung, die seit vergangener Woche in allen Medien präsent sind, Bilder, die aber nur erahnen lassen, wie verheerend die Lage vor Ort wirklich ist.
In der vergangenen Woche richtete Navis einen Aufruf an die Feuerwehren, mit Sachspenden zu helfen – Allershausen hat sich sofort gemeldet. Und zugleich hat Kommandant Friedrich Moser angeboten, auch vor Ort Hilfe leisten zu können. „Das wurde sofort dankend angenommen“, erzählt er. Und so haben die Allershausener ihr Fahrzeug mit Feuerwehr-Ausstattung vollgepackt und sich auf den Weg gemacht. Ihre Mission: Navis beim Aufbau einer Wasserversorgung vor Ort zu unterstützen (wir haben berichtet).

Der Helfertrupp aus Allershausen mit (v. l.) Feuerwehrkommandant Friedrich Moser, Friedrich Moser jun., Markus Lachner und Alexander Huber. 

Angekommen sind die Helfer aus dem Landkreis Freising am Sonntag um Mitternacht. „Da war es natürlich schon dunkel, das ganze Ausmaß der Katastrophe haben wir erst am nächsten Tag gesehen“, erzählt Moser. Zu erleben, wie die Menschen vor dem Nichts, vor ihren zerstörten Häusern, den Trümmern ihrer Existenz stehen – „Ich hatte wirklich die ganze Zeit Gänsehaut, wir waren richtig schockiert über das Ausmaß der Katastrophe.“ Und auch, wenn die 13 Helfer aus dem Landkreis eigenständig gearbeitet haben, wenn das Errichten einer Wasserversorgung ausschließlich mit den Freiwilligen von Navis vonstatten ging, ist die Gruppe den Menschen, die es so hart getroffen hat, ganz nahe gekommen. „Wir waren mittendrin, haben mit den Leuten gesprochen – und unheimlich viel Dankbarkeit erfahren“, berichtet Moser. Die Wertschätzung darüber, dass da ein Trupp aus Bayern zum Helfen gekommen sei, sei laut Moser riesig gewesen. Und auch die Unterstützung aus der Zivilbevölkerung, von Menschen aus der Gegend, die verschont geblieben sind, war enorm. „Da sind ständig Autos vorgefahren, die Leute haben ihre Gummistiefel, Schaufeln und Eimer aus dem Kofferraum geholt und sind in die Häuser, die noch stehen, um Schlamm zu schippen.“ Aktuell ist der Einsatz im Flutgebiet für die Allershausener Wehr beendet, die Helfer sind am Mittwoch um 3 Uhr früh wieder zuhause angekommen. Mitgebracht haben sie, wie Moser betont, die Erkenntnis, „dass an Natur-Katastrophen auch bei uns in Deutschland viel mehr möglich ist, als man bislang geglaubt hat“. Nachdenklich gestimmt hat die Helfer auch, dass das Ausmaß der Zerstörung bei den Betroffenen offenbar noch gar nicht so richtig angekommen zu sein scheint. Verzweiflung sei nur am Rande zu spüren gewesen, die Menschen in dieser Ausnahmesituation „funktionieren gerade in erster Linie“, stehen noch immer unter Schock.

Froh ist Friedrich Moser, dass sich seine drei Mitstreiter und er für diesen Einsatz nicht Urlaub nehmen mussten, sondern von ihren Arbeitgebern freigestellt wurden. Selbstverständlich ist das nicht, denn der Einsatz sei auf freiwilliger Basis gewesen, rein rechtlich habe man deshalb keinen Anspruch auf Freistellung.

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