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Fünf dieser jungen Männer aus Allershausen wurde der Asylantrag bewilligt. Dennoch leben sie noch immer im Haus Johanna, einer Asylunterkunft an der Von-Behring-Straße. Der Grund: Sie finden keine Wohnung. Luciana Ciccarella, die Chefin der Nachbarschaftshilfe, steht ihnen zur Seite.

Zu Besuch in einem Asylbewerberheim

Flüchtlinge erzählen: Angekommen und doch auf der Suche

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Allershausen - Das Haus Johanna in Allershausen ist ein Haus voller Hoffnungen und Träume. Ein Haus, dessen Bewohner viel Leid ertragen mussten und immer wieder bittere Enttäuschungen hinzunehmen haben. Die Zukunft der Menschen dort ist ungewiss. Wird der Antrag auf Asyl bewilligt? Wenn ja, reißen die Sorgen nicht ab. Eigene vier Wände sind nicht zu finden.

Sie sind zwischen 16 und 39 Jahre alt, 14 von ihnen sind Männer, einer der 15 Bewohner ist eine Frau. Was die Menschen eint, die im Allershausener Haus Johanna an der Von-Behring-Straße bunt zusammengewürfelt ein Zuhause gefunden haben, ist ihr bewegendes Schicksal. Alle sind sie vor Krieg geflohen und haben in Deutschland eine sichere Zuflucht gefunden. Doch noch etwas haben sie gemeinsam – übrigens mit allen Flüchtlingen im Landkreis Freising: Der leergefegte Wohnungsmarkt ist eine unüberwindbare Hürde auf dem Weg in eine stabile Zukunft. Denn wenn der Antrag auf Asyl genehmigt wird, müssen sie raus aus den Unterkünften. Doch wohin? Alyhia Amer ist 33 Jahre alt. Seine Frau und seine drei Kinder, zehn, acht und vier Jahre, hat er seit bald zwei Jahren nicht mehr gesehen. Seine Familie sitzt in Syrien fest. „Ich bin seit Oktober anerkannt“, erzählt der Familienvater. Einen Job hat er auch. Er arbeitet in einem Restaurant in Allershausen. Eigentlich müsste er über diese Entwicklungen glücklich sein. Eigentlich. Aber weil er hier seit Oktober keine Wohnung für die fünfköpfige Familie findet, können Frau und Kinder nicht nachkommen. „Ich habe große Angst um meine Familie“, sagt er. Denn in seiner Heimat, wo seine Liebsten noch sind, tobt der Krieg.

Im Moment bringt aber selbst ihr gültiges Visum zur Ausreise nichts. Bevor das Familienoberhaupt keine Wohnung gefunden hat, kann sie nicht nachkommen. Luciana Ciccarella, die Leiterin der Nachbarschaftshilfe Allershausen, ist die erste Ansprechpartnerin dieser Menschen und oft die Überbringerin schlechter Nachrichten für die Bewohner. Etwa als es eine geeignete, bezahlbare Wohnung für die fünfköpfige syrische Familie gegeben hätte, der Vermieter aber kurzfristig doch abgesagt hat. Vorbehalte gegenüber den Flüchtlingen also? Das bestätigt Ciccarella so nicht. „Es gibt einfach keine Wohnungen – das ist das Ausweglose.“ Und deshalb sitzen momentan fünf anerkannte Asylsuchende als so genannte Fehlbelegungen im Haus Johanna fest.

Job gefunden. Und Wohnung? - Fehlanzeige!

So auch die beiden 23-Jährigen, Saad Kheiro und Aiham Aljalilah. Beide haben sie einen Job in Allershausen gefunden. Doch eine Wohnung? Fehlanzeige. Die Suche beschränkt sich auf den näheren Umkreis von Allershausen. „Wenn wir weiter weg ziehen, müssen wir unsere Arbeit aufgeben, weil die Busanbindung schlecht ist. Und ohne Job keine Wohnung“, erzählen die beiden. Ein Teufelskreis. Außerdem könne sich ein Appartement in Freising – wenn es denn ein solches gäbe – keiner der Wohnungssuchenden leisten. Hinzu kommt, dass es ihnen aktuell nur möglich ist, abends zu arbeiten. Tagsüber besuchen sie einen Deutschkurs. „Der dauert sechs Monate, ist für die Flüchtlinge aus Syrien Pflicht – und für die Integration natürlich unerlässlich“, sagt Ciccarella, die an diesem Tag wieder einen ihrer Schützlinge trösten muss. Der 22-jährige Alartasch Ahmad aus Syrien hatte sich bei der Berufsfachschule für Krankenpflege in Freising beworben – und eine Absage bekommen. „Ich hätte mich so gefreut für ihn, wenn er die Ausbildung hätte machen können“, sagt Luciana Ciccarella.

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Doch auch wenn der junge Mann nicht aufgibt und sofort ankündigt, sich für das kommende Jahr gleich wieder zu bewerben, ist die Betreuerin enttäuscht: „Es ist schwer für mich, diese Rückschläge immer hautnah mitzuerleben.“ Das Verhältnis zwischen ihr und den Hausbewohnern könnte besser nicht sein. „Sie ist wie meine Mutter, immer für mich da“, sagt Alyhia Amer. Und seine Mitbewohner nicken eifrig. Die Integration ist für die Menschen am Ort selbstverständlich geworden. Viele Flüchtlinge sind Mitglied im TSV, spielen Fußball, Baseball, fühlen sich wohl. Dass sie nicht schon wieder die Zelte abbrechen und irgendwo anders, wo die Wohnungsnot nicht so groß ist, neu anfangen wollen, ist verständlich. Die Suche geht weiter.

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