Projekttausch

Freie Gelder: Ortsumfahrung Allershausen hat nun oberste Priorität

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Allershausen - Frohe Botschaft: Die Ortsumfahrung Allershausen ist in die höchste Dringlichkeitsstufe aufgerückt.

Die Enttäuschung war immer wieder groß gewesen, immer wieder war leicht resigniertes Kopfschütteln angesagt: Die geplante Ortsumfahrung von Allershausen (die Staatsstraße 2084) kostet die Beteiligten seit Jahren viele Nerven. Besonders ärgerlich und bis heute für Bürgermeister Rupert Popp unverständlich war, dass das Projekt im Jahr 2011 sang- und klanglos im Ausbauplan für die Staatsstraßen aus der 1. in die 2. Dringlichkeitsstufe zurückgestuft wurde. 

Damit war auf viele, viele Jahre hin eine Realisierung der Umfahrung in weite Ferne gerückt. Schlimm genug. Seitdem Verkehrsprognosen aber zeigten, dass Allershausen nach Fertigstellung der Freisinger Westtangente (im Jahre 2020 oder 2021) einem Verkehrskollaps erliegen würde, versuchen nunmehr seit rund eineinhalb Jahren alle politischen Kräfte im Landkreis, die Ortsumfahrung doch noch zeitnah und wenn möglich nicht allzu lange nach der Fertigstellung der Westtangente Freising zu realisieren.

Jetzt dürfte aus dieser Hoffnung auf eine relativ zügige Umsetzung des Projekts Realität werden: Denn wie der CSU-Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Florian Herrmann gestern sagte, habe ihm Innenminister Joachim Herrmann tags zuvor bestätigt, „dass die Ortsumfahrung Allershausen im 7. Ausbauplan für die Staatsstraßen wieder in die erste Dringlichkeit eingestuft wird“.

Florian Herrmann spricht von einem „Durchbruch“

Gleichzeitig habe der Innenminister das Staatliche Bauamt Freising damit beauftragt, „die Planungen wieder aufzunehmen“. Möglich geworden ist diese positive und dann doch überraschende Wendung der Dinge dadurch, dass – wie mehrfach berichtet – die Ortsumfahrung von Gräfelfing einem Bürgerentscheid zum Opfer fiel und man jetzt Gelder für Allershausen frei hat. Und auch der Regionale Planungsverband habe, so sagte Herrmann, nun diesem „Projekttausch“ zugestimmt.

Florian Herrmann sprach von einem „Durchbruch“ und von einem „sehr, sehr guten Tag“. Denn die Ortsumfahrung habe nicht nur für Allershausen große Bedeutung, sondern sei für den gesamten westlichen Landkreis von Bedeutung. Dass sich sein „hartnäckiger Einsatz“ für die Umfahrung gelohnt habe, freue ihn also umso mehr. Allershausens Bürgermeister Rupert Popp, der gestern von Herrmann über die Wendung des Geschehens informiert worden war, fand das „erfreulich“, warnte aber: Da die Planungen nun wohl ganz von vorne beginnen müssen, werden noch viele Jahre bis zur Verkehrsfreigabe ins Land ziehen. Fazit: Ganz ohne Belastungen durch die Westtangente Freising wird es also für die Allershausener nicht abgehen. 

Hilfreich wäre es aber nun auf jeden Fall, wenn sich Allershausen und Kranzberg auf eine Trassenführung einigen könnten. Denn auch in diesem Punkt schwelt schon seit langem der Streit, wie eine Ortsumfahrung geführt werden soll: Die weiter östlich verlaufende Waldrandtrasse wird von Allershausen und dem Straßenbauamt bevorzugt und ist offenbar aufgrund naturschutzfachlicher Gegebenheiten diejenige, die als einzige Aussicht auf Erfolg hat. Eine nordwestlich verlaufende Variante wird von Kranzberg favorisiert. Auch dieser Disput hat schon viele Nerven gekostet.

Rubriklistenbild: © dpa

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