24 Jahre lang war Karl Ecker Bürgermeister von Au. Jetzt will er nach Berlin.
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24 Jahre lang war Karl Ecker Bürgermeister von Au. Jetzt will er nach Berlin.

„Niemand musste mich zu diesem Schritt überreden“

Karl Ecker soll für Freie Wähler in Bundestag einziehen - Ex-Bürgermeister nennt drei Anliegen

Einstimmig haben die Freien Wähler Ex-Bürgermeister Karl Ecker zum Bundestagsabgeordneten gekürt. Der Auer will drei große Themen in Berlin anpacken.

Allershausen – Ganze 24 Jahre lang war er der Auer Rathaus-Chef. Er wollte eigentlich kürzer treten und sich dem Radfahren, dem Reisen und dem Lesen widmen. Jetzt allerdings zieht es Karl Ecker doch zurück auf die ganz große politische Bühne. Bei der Mitgliederversammlung der Kreisvereinigungen Freising, Pfaffenhofen und Teile von Neuburg-Schrobenhausen am Mittwoch, sprachen ihm die Freien Wähler vollstes Vertrauen als Bundestag-Direktkandidat aus. Damit sind die ersten Weichen für einen Auer in Berlin gestellt.

Alle waren sie für Ecker nach Allershausen gekommen, der Prominenten-Ansturm glich einer Wahlparty in der Ampertal-Halle: Der Staatssekretär und MdL Roland Weigert, die Landräte Helmut Petz, Albert Gürtner und Peter von der Grün. Auch in den ersten Reihen: Landtagsabgeordneter Benno Zierer, die Bezirksrätin Marianne Heigl und Altlandrat Manfred Pointner. Ecker selbst gab sich gelassen: „Ich bin heute sehr gerne gekommen, niemand musste mich zu diesem Schritt überreden.“ Einer der Anwesenden habe aber durchaus „sanft nachgeholfen“ für diese Kandidatur, nämlich Petz. Der habe es nämlich sehr bedauert, dass Ecker politisch nichts mehr machen würde.

Ecker sagt, dass er am Ende der Amtszeit ausgebrannt war

Kommunalpolitisch, so Ecker in der Vorstellung, sei er ja „frühreif“ gewesen - ab 1984 hatte er sich als Marktgemeinderat und Jugendreferent in Au engagiert, bis er schließlich 1996 zum Bürgermeister gewählt wurde. Ganze 24 Jahre war Ecker somit der Rathaus-Chef der Hopfen-Stadt mit Finanzverwaltung als persönliches Steckenpferd. In einer kleinen Rückschau umriss Ecker auch seine größten Erfolge: Beispielsweise die Ortsumgehung von Au oder die Realisierung der Realschule. Nach 24 Jahren Amtszeit sei er allerdings ausgebrannt gewesen – wenngleich Bürgermeister sein Traumberuf sei. Aber, und davor warnte Ecker: Man muss halt aufpassen, dass aus dem Traum kein Alptraum wird.

Was will der 57-jährige Kreisrat in Berlin bewegen? Drei großen Themen stehen für den Auer im Fokus: der „Aufbau“ des Landes nach der Corona-Pandemie, der Klimaschutz, der seiner Meinung nach durch die Pandemie in den Hintergrund gerückt sei und die Digitalisierung. Förderung der regionalen Landwirtschaft und Naturschutz. Aber auch die Finanz- und Steuerpolitik stehen auf seiner Agenda. Hier will er vor allem eine steuerliche Begünstigung der Familien in den Vordergrund rücken.

Alle 28 Anwesenden stimmen für Ecker

Wichtig ist Ecker: Die „Schöpfung bewahren“ mit Klima- und Umweltschutz. Die Energiewende könne allerdings nur im Einklang mit Bürgern und Unternehmen gelingen. Er will für alle da sein: Für die Jungen und die Senioren. Aber es gab auch Kritik an der „Ankündigungspolitik“ bezüglich Impfen und Testen und den Affären einiger „raffgieriger Bundestagsabgeordneter“. Die Freien Wähler sollten allerdings als „orange Leuchttürme“ in den Bundestag einziehen und wieder Vertrauen ausstrahlen.

Von den 28 anwesenden Stimmberechtigten wurde Karl Ecker einstimmig bestätigt. Der Tenor der Landräte: Sie alle freuen sich über einen derart erfahrenen Kandidaten für einen spannenden Wahlkampf.

Richard Lorenz

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