Angebot weiter aufrechterhalten: Heinrich Märkl (links, hier bei einem Reihentest im Juli 2020 in Hörgertshausen) und sein Johanniter-Team sowie alle anderen Zentren im Landkreis werden weiter testen, „so lange es die Bürger annehmen“.
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Angebot weiter aufrechterhalten: Heinrich Märkl (links, hier bei einem Reihentest im Juli 2020 in Hörgertshausen) und sein Johanniter-Team sowie alle anderen Zentren im Landkreis werden weiter testen, „so lange es die Bürger annehmen“.

„Haben ist besser als brauchen“

Testpflicht im Kreis Freising gefallen: Schnelltestzentren laufen trotzdem weiter - „Nachfrage noch sehr groß“

  • Magdalena Höcherl
    vonMagdalena Höcherl
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Die Inzidenz sinkt, die Testpflicht ist gefallen. Allershausens Johanniter-Chef erklärt, warum die Corona-Schnelltestzentren im Kreis Freising trotzdem weiterlaufen.

Allershausen – Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt bundes- und bayernweit kontinuierlich, der Landkreis Freising bildet da keine Ausnahme. Daher traten im Freistaat Anfang der Woche erneut umfassende Lockerungen in Kraft, unter anderem ist in der Gastronomie wie auch beim Einkaufen die Testpflicht gefallen. Gleichzeitig schreitet die Impfkampagne voran. Was bedeutet das für die Zukunft der Testzentren im Landkreis?

Pro Tag kommen rund 100 Menschen zum Test

„Interessanterweise ist bei uns die Zahl derer, die sich testen lassen wollen, nicht zurückgegangen“, berichtet Heinrich Märkl von der Johanniter Unfallhilfe, die das Allershausener Testzentrum unterhält. An jedem Tag – getestet wird mittwochs, samstags und sonntags – würden nach wie vor im Schnitt 100 Menschen zum Abstrich in die Ampertalhalle kommen. „Das heißt, die Nachfrage in der Bevölkerung ist immer noch sehr groß.“

Im Wesentlichen sei das auf zwei Faktoren zurückzuführen, mutmaßt der Ortschef der Johanniter. „Die Menschen haben Lust, am Wochenende wegzufahren – zum Beispiel in die Berge oder nach Österreich. Um sicherzugehen, dass sie nicht irgendwo zurückgewiesen werden, nehmen sie eine Test-Bestätigung mit“, erklärt Märkl. „Haben ist halt besser als brauchen.“

Angebot bleibt, so lange es die Bürger annehmen

Was noch hinzukomme: Obgleich die Impfkampagne voranschreitet – mehr als ein Drittel der Landkreisbürger hat bereits die erste Impfung erhalten, fast ein Fünftel auch die zweite – somit „gibt es einfach noch sehr viele Menschen, die eben nicht geimpft sind“. Doch weil die Lust auf Freunde treffen oder Essen gehen groß sei, gingen viele mit einem Schnelltest auf Nummer sicher. „Diese Leute machen alles richtig“, betont Märkl. Denn nach wie vor gehe es darum, keine anderen Menschen zu gefährden.

Die niedrige Inzidenz ist für den Johanniter-Chef in Allershausen kein Grund, regelmäßige Testungen als obsolet anzusehen. „Wenn ich zum Beispiel zu meinen Eltern fahre, möchte ich für mich individuell wissen, ob ich das guten Gewissens tun kann. Die gute Inzidenz im Landkreis hilft mir nicht, wenn ich möglicherweise aber doch zu den einigen wenigen gehöre, die positiv sind.“ Es sei nach wie vor sinnvoll, Vorsicht und Umsicht walten zu lassen. „Denn nur so können wir die schöne Situation, die wir jetzt haben, auch beibehalten.“ Daher werde das Johanniter-Team in Allershausen sowie alle anderen Testzentren, die vom Landratsamt dazu beauftragt worden sind, ihr Angebot weiter aufrechterhalten – und zwar „so lange es die Bürger annehmen und der Landrat das wünscht“, sagt Heinrich Märkl abschließend.

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Seit Montag darf im Freistaat auch die Innengastronomie wieder öffnen. Die Freude ist nicht nur bei den Wirten im Kreis Freising groß, sondern auch bei den Gästen.

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