Das Kreuz an der Dominikus-Käser-Straße ist die zweite Station der Fronleichnamsprozession in Allershausen.
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Das Kreuz an der Dominikus-Käser-Straße ist die zweite Station der Fronleichnamsprozession in Allershausen.

Gerda Spindler organisiert Prozession für jeden

Fronleichnam in Allershausen heuer ganz anders

Trotz sinkender Coronazahlen wird es auch in diesem Jahr im Landkreis Freising keine Fronleichnamsprozessionen geben. Allershausen hat sich deshalb etwas überlegt.

Allershausen – Corona macht auch vor hohen Feiertagen nicht Halt. Nachdem bereits Weihnachten und Ostern nur im sehr kleinen Kreis gefeiert werden durften, fallen nun auch Fronleichnamsprozessionen im Landkreis Freising ins Wasser. Die Gemeinde Allershausen hat deshalb Alternative aus dem Hut gezaubert: Die Gläubigen können selbstständig vier Wegkreuze ablaufen und ihre eigene, coronakonforme Fronleichnamsprozession feiern.

Fronleichnam, die bleibende Gegenwart Jesu Christi

Fronleichnam – übersetzt heißt das „Leib des Herrn“ – ist ein Hochfest bei den Katholiken. Die Gläubigen feiern die bleibende Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie. Traditionell ist an Fronleichnam nach der Heiligen Messe die Prozession. Trotz der sinkenden Inzidenz im Landkreis Freising ist an einen Umzug, bei dem mehrere hundert Menschen zusammenkommen, noch nicht zu denken. Deshalb gibt es in Allershausen die Prozession für jeden zum selbst laufen, um den wichtigen Feiertag nicht zum zweiten Mal ungefeiert verstreichen zu lassen. Pfarrgemeinderätin Gerda Spindler hat sich dieser besonderen Sache angenommen und ein umfangreiches Konzept aufgestellt, dass es den Allershausener Gläubigen ermöglicht, die Fronleichnamsprozession alleine zu erleben.

Vier Stationen in Allershausen: Ausgangspunkt Kirchstraße

Gestartet wird am Wegkreuz an der Kirchstraße, gegenüber der Kfz-Werkstatt. Dort liegt ab dem heutigen Mittwoch ein Auszug aus dem Evangelium nach Lukas aus, ebenso eine passende Fürbitte: „An dieser Station geht es darum, um Stärke, Trost und Geborgenheit für die gesamte Gemeinde zu bitten“, erklärt Gerda Spindler. Und auch ein Liedtext ist am Kreuz hinterlegt. Denn das gemeinsame Singen ist ein fester und wichtiger Bestandteil der Fronleichnamsprozessionen. Anders als bei einem gemeinsamen Fronleichnamsfest können sich die Gläubigen so viel Zeit lassen wie sie möchten.

Fürbitten sind an jeder Station hinterlegt

Anschließend führt der Weg weiter in die Dominikus-Käser-Straße zum zweiten Wegkreuz. Nachdem man einen Auszug aus dem Evangelium nach Markus gelesen hat, der hier am Wegkreuz hinterlegt ist, wird auch in der Dominikus-Käser-Straße eine Fürbitte gesprochen.

Hier hat Gerda Spindler eine ganz besondere ausgewählt: „Für die Menschen, die mit dem Coronavirus infiziert und schwer krank wurden, für die, die im Gesundheitswesen tätig sind, für die Politiker, die täglich schwere Entscheidungen treffen müssen und für die, die um ihre Existenz bangen müssen.“ Für all diese Menschen wird um Hoffnung und Kraft gebetet.

Fronleichnam mit der Familie, mit Freunden oder alleine

Ein Wegweiser führt einem dann zuverlässig zum nächsten Kreuz: In der Kienberger Straße finden die Gläubigen die dritte Station ihrer persönlichen Fronleichnamsprozession. Gelesen wird zunächst aus dem Evangelium nach Johannes – ob man die Zeilen dabei laut vorliest oder nur für sich, bleibt den Teilnehmern natürlich selbst überlassen. Auch die ausgelegten Fürbitten können sowohl leise, als auch laut gebetet werden. Die Lieder laden dazu ein, dass man sie alleine oder mit der Familie gemeinsam singt und den besonderen Feiertag trotz Corona-Beschränkungen genießt.

Das letzte Kreuz steht im Garten des Pfarrers

Der Weg zum vierten und letzten Kreuz führt in die Schulstraße. Im „Garten des Pfarrers“, wie Gerda Spindler es beschreibt, gegenüber der Schule, liegt die vierte Anlaufstelle für den Umzug. Mit einem Auszug aus dem Heiligen Evangelium nach Johannes, einer Fürbitte und einem abschließenden Lied ist hier Endstation einer ganz besonderen Fronleichnamsprozession.

Pascale Fuchs

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