+
Verkündeten das Aus für die kalte Nahwärme: Rupert Popp, Andreas Henze und Marin Hillebrand (v. l.). 

Außer Spesen nichts gewesen

Frust in Allershausen: Nahwärmenetz nicht realisierbar

  • schließen

Es wäre ein Leuchtturmprojekt gewesen: die Versorgung des neuen Baugebiets Eggenberger Feld Süd in Allershausen mit einem kalten Nahwärmenetz. Doch jetzt ist das ehrgeizige Projekt gestorben. 

Allershausen – Man war voller Hoffnung und optimistisch: Wärmenetz 4.0 wollte man in Allershausen realisieren, hatte dazu die Wärme- und Stromnetz Allershausen GmbH (WSN) gegründet. Ziel: Für das Baugebiet Eggenberger Feld Süd eine autarke Stromversorgung und ein kaltes Nahwärmenetz aufbauen – ganz im Sinne der Energiewende und gut für den Geldbeutel der Häuslebauer. Jetzt herrscht Frust. Denn wie sich in den vergangenen Monaten mehr und mehr herausgestellt habe, sei das Projekt jetzt „finanziell nicht mehr darstellbar“, so Allershausens Bürgermeister Rupert Popp. Er und die beiden Vorstände der Bürger-Energie-Genossenschaft Freising (BEG), Andreas Henze und Martin Hillebrand, verkündeten gestern das Aus für das Vorhaben.

Nahwärme Allershausen: Erster herber Rückschlag bereits im Mai

Bereits im Mai 2019 musste man sich, wie berichtet, vom Wärmenetz 4.0 insofern verabschieden, dass ein Stromverkauf rechtlich nicht möglich gewesen wäre. Selbst wenn die Bayernwerk auf die Stromversorgung verzichtet hätte, hätte man sich „auf sehr dünnes Eis begeben“, so Hillebrand. Die Folge: Man beschränkte sich auf die kalte Nahwärme. Geschätzte Kosten: 850 000 Euro, davon 250 000 Euro für den Leitungsbau. Doch schon im Mai habe man feststellen müssen, dass die Kosten für den Leitungsbau um rund 50 Prozent höher lägen als die Schätzung. Das hätte man noch verkraften können, so Henze. Der nächste Rückschlag kam in den Wochen und Monaten seit Mai: Nochmals 120 000 Euro teurer – so die Berechnung für den Bau der notwendigen Leitungen. Zudem habe es Probleme gegeben, für den unterirdischen Kollektor eine Fläche zu finden. Und damit immer noch nicht genug der Hiobsbotschaften: Wie sich dann herausstellte, gebe es – anders als vom Planer angenommen – für kalte Nahwärme doch keine Zuschüsse durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau. Im Klartext: Die WSN hätte zusätzliche 110 000 Euro selbst stemmen müssen. Summa summarum hätten die vier Gesellschafter der WSN also allein für die Leitungsverlegung rund 360 000 Euro mehr berappen müssen. Die Mehrkosten hätte man entweder selbst tragen oder den künftigen Häuslebesitzern viel höhere Wärmekosten zumuten müssen. Beides keine Alternativen, weshalb man das Ende des Projekts beschlossen habe. Rund 50 000 Euro an Kosten habe das jetzt gescheiterte Vorhaben bisher verschlungen – die zig Gespräche und Beratungen zwischen Gemeinde, BEG und den beiden anderen Gesellschaftern gar nicht mitgerechnet.

Gemeinde Allershausen hält daran fest: In neuem Baugebiet keine fossilen Energieträger zugelassen

Die Entscheidung, die laut Popp zwar schwer gefallen sei, aber dann doch fast eine „Erleichterung“ bedeute, dürfte die „Abwicklung“ der WSN in den kommenden Monaten zur Folge haben.

Doch die vorbildliche Entscheidung des Allershausener Gemeinderats, in diesem neuen Baugebiet keine fossilen Energieträger und luftverunreinigende Stoffe zuzulassen, hat weiter Bestand: Das Heizen ist nach dem Aus für die kalte Nahwärme folglich nur noch mit Wärmepumpen möglich – aus Kostengründen wohl mit einer Luft-Wärmepumpe, so Henze. Für die Energiewende ist das Baugebiet Eggenberger Feld Süd also nach wie vor vorbildlich.

In Reichersbeuern kann die Nahwärmeversorgung realisiert werden. 

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Volksfest Freising: Am Wahlabend geht's für vier Damen rund!
Der 11. September 2019 wird für vier fesche Madln aus der Region sicherlich ein ganz besonderer Tag: Denn dann findet die Wahl zum Freisinger Volksfestmadl 2019 statt.
Volksfest Freising: Am Wahlabend geht's für vier Damen rund!
Gewerbegebiet „Nord-Ost“: Genug Platz für K&F und Co.
Ein neues Gewerbegebiet entwickelt die Gemeinde im Nordosten von Hallbergmoos. Entlang der Amalienstraße, südlich und östlich des Betonwerks Angerer, wurde …
Gewerbegebiet „Nord-Ost“: Genug Platz für K&F und Co.
„Kann doch nicht so schwer sein“: Kapellenverein ärgert sich über unbelehrbare Hundehalter
Die Mitglieder des Kapellenvereins Attaching sind verärgert: Das Areal um die Franziskus-Kapelle wird wiederholt als Hundetoilette missbraucht - Schilder helfen nichts.
„Kann doch nicht so schwer sein“: Kapellenverein ärgert sich über unbelehrbare Hundehalter
Beim Überholen: Rollerfahrer kracht gegen Auto und flüchtet
Einen besonders dreisten Fall von Fahrerflucht beschäftigt die PI Freising. Ein Unbekannter überholte mit einem Roller ein Auto, kollidierte damit und fuhr davon. 
Beim Überholen: Rollerfahrer kracht gegen Auto und flüchtet

Kommentare