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Lange Umwege mussten die Menschen in Kauf nehmen, wenn sie Allershausen jenseits der Glonn erreichen wollten.

Sperrung soll am 20. August aufgehoben werden

Glonnbrücke in Allershausen früher frei - Genervte Pendler und Geschäftsleute atmen auf

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„Es hilft ja nix!“ Mit dieser Einstellung haben viele Pendler die Sperrung der Glonnbrücke in Allershausen hingenommen. Doch während die einen seit Wochen einen Umweg in Kauf nehmen, mussten andere um ihre Existenz bangen. Jetzt kommt die erlösende Nachricht.

Allershausen – Nur noch eine Woche wird die Glonnbrücke in Allershausen gesperrt sein – dann sind die Arbeiten abgeschlossen. Ab 20. August ist der Spuk endlich vorbei: Die Gemeinde wird nicht mehr in zwei Teile geteilt: Supermarkt, Schule, Friedhof, Gaststätte und vieles mehr sind wieder ohne lange Umwege erreichbar. 

Aufatmen in Allershausen

Viereinhalb Monate hätten die Arbeiten dauern sollen. Jetzt wird die Brücke über die Glonn nach „nur“ drei Monaten wieder für den Verkehr freigegeben.

Edeka-Marktleiter: „Wir mussten Umsatzeinbußen hinnehmen, da wird es einem schlecht“

Einer ist ganz besonders erleichtert: Daniel Schermelleh-Sandeck, der Betreiber des Edekamarkts an der Ampertalstraße. „Wir werden es überstehen“, so lautet seine Bilanz einer umsatzmäßig äußerst schwierigen Zeit. Stand wegen der monatelangen Sperrung der Hauptzufahrtsstraße wirklich die Existenz des Edeka auf dem Spiel? „Wir mussten Umsatzeinbußen hinnehmen, da wird es einem schlecht“, sagt der Marktbetreiber. 

Kunden haben Facebook-Aufrufe gestartet

Vor allem die ersten Wochen seien schlimm gewesen. Ob der Standort das „überlebt“, war nicht sicher. Gerettet habe ihn der Einsatz seiner Kunden. „Einige haben mitbekommen, wie sehr uns die Sperrung trifft und haben Aufrufe auf ihren privaten Facebookseiten gestartet, die Kunden sollten doch bitte den Umweg in Kauf nehmen und trotzdem zu uns kommen – das hat bestens funktioniert.“ 

Sperrung wird voraussichtlich schon am 20. August aufgehoben

Bis sich das aber eingespielt hatte, war es eine Zitterpartie – für den Chef ebenso wie für seine Angestellten. „Die haben gesehen, dass die Umsätze um mehr als die Hälfte eingebrochen sind. Sie hatten alle Angst um ihren Job.“ Schermelleh-Sandeck und seinem Team kam ein Zufall zu Hilfe: „Ein paar meiner Mitarbeiter haben aus persönlichen Gründen gekündigt – das hat natürlich geholfen, weil ich weniger Löhne zahlen muss.“ Andere konnte er für die Zeit der Glonnsperrung in einer der drei anderen Edeka-Filialen unterbringen. 

Und es wurde natürlich vorsichtiger bestellt. „Meine Kunden haben vollstes Verständnis dafür, dass wir nicht immer alles an frischer Ware da haben.“ Der 36-Jährige ist überhaupt voll des Lobes für seine Kundschaft: Viele haben sich nach den Facebookaufrufen zum Einkaufen aufs Radl geschwungen. „Es war wirklich überwältigend, ohne diesen Einsatz hätten wir es nicht geschafft.“ 

Als ihm Allershausens Geschäftsleiter Johann Vachal vor kurzem die Nachricht überbrachte, dass die Sperrung voraussichtlich am 20. August schon aufgehoben werde, „ist mir echt ein Riesenstein vom Herzen gefallen“. Wie er sich bei seinen Kunden bedankt? „Da werde ich mir schon was einfallen lassen“, sagt er lachend. „Versprochen! Und ich muss wieder ein paar Leute einstellen“, sagt er. Verkäuferinnen, Azubis: Sein Team kann bald wieder Verstärkung brauchen – „vorausgesetzt, die Kunden kommen zu 100 Prozent wieder zurück“, so die Hoffnung von Daniel Schermelleh-Sandeck.

„Zwangsurlaub“

Eine Art Zwangspause hat der Blumenladen an der Ampertalstraße eingelegt. „Wir haben nur noch bis zum 28. Juli geöffnet und machen bis einschließlich 2. September Betriebsurlaub. Leider geht es im Moment nicht anders“, war am 20. Juli auf der Facebookseite des Rosenkönigs als Anspielung auf die Baumaßnahme zu lesen. Der Betriebsurlaub fällt also in diesem Jahr doppelt so lange aus als gewöhnlich.

Blumenladen öffnete nur halbtags

Über Facebook hielt man die Kundschaft auch über die geänderten Öffnungszeiten auf dem Laufenden. Weil der Blumenladen nur über massive Umwege zu erreichen war, entschloss man sich ab Mitte Juli, nur noch halbtags zu öffnen.

Endlich Schluss mit Umwegen und Umsatzeinbußen und genervten Pendlern

Wenn der Verkehr ab dem 20. August also wieder ungehindert fließen kann, ist es vorbei mit langen Umwegen, mit Umsatzeinbußen und genervten Pendlern. Für die Anwohner der Ampertalstraße endet aber noch etwas: Die Ruhe vor der Blechwalze, die jeden Tag durch Allershausen in Richtung Autobahn rollt. Jede Medaille hat zwei Seiten.

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