Schnee-Chaos und ärztliche Versorgung: Störungen auf der Stammstrecke

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Die Sprecher des AK Mobilität, Josef Lerchl und Eva Stocker, appellieren: „Wir müssen größer denken.“

ILE-Arbeitskreis Mobilität Fordert:

Größer, phantasievoller, schneller

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Flächendeckende Mobilität auch ohne Auto – ein Traum. Doch noch seien die Verantwortlichen zu sehr auf Auto, MVV und Bus fixiert, sagen die Sprecher des ILE-Arbeitskreises Mobilität. Das wollen sie ändern. Sie möchten, dass größer, fantasievoller und schneller gedacht wird.

Landkreis Die Gemeinden sind gefragt. Das Landratsamt holt derzeit von den Kommunen zur Erstellung eines Nahverkehrskonzepts für den Landkreis wichtige Daten zu Einwohnern, Beschäftigten, Arbeitsplätzen und Gemeindeentwicklung ein. In Fahrenzhausen hat man sich dabei speziell und ganz besonders mit dem doch eher mäßigen ÖPNV-Angebot auseinandergesetzt. Gemeinderätin Eva Stocker hat dabei zum Ausdruck gebracht, dass sie es selbstverständlich begrüße, wenn der MVV sich und den ÖPNV verbessern wolle. Aber, so Stocker: „Das ist nur ein Teil dessen, was wir den Bürgern an Mobilität bieten müssen.“ Was fehle, und da ist sich Stocker mit dem anderen Sprecher des ILE-Arbeitskreises Mobilität, dem Allershausener Gemeinderat Sepp Lerchl, einig: eine flächendeckende und vor allem auch flexible Mobilität.

Für Fahrenzhausen und deren kleinere Ortsteile ist es nicht nur ein Problem, nach München zu gelangen, sondern auch nach Freising. Damit ist Fahrenzhausen nicht allein, viele kleinere Ortschaften auch in anderen Gemeinden klagen über mangelnde Verkehrsanbindung per Bus und ÖPNV. Und, so weiß besonders Lerchl, viele Gewerbebetriebe hätten das Problem, dass sie keine Auszubildenden mehr bekämen, weil die ohne Auto nicht zu den Ausbildungsstätten gelangen könnten.

Geisterbusse

Doch was tun, um gleichzeitig die berühmt-berüchtigten und deshalb teuren Geisterbusse zu verhindern? Der ILE-Arbeitskreis Mobilität habe da schon einige Vorschläge gemacht und es gebe Ideen und Projekte, die anderswo schon gut laufen, berichten Lerchl und Stocker. „Man muss das Rad ja nicht neu erfinden“, so Stocker. Da gebe es zum Beispiel das Modell Flexibus, das so ähnlich wie der Rufbus für Jugendliche funktioniert und andernorts gut angenommen wird. Oder auch das System Flinc, die Mitfahr-App für das Handy. Man könne aber auch die Attraktivität der Busverbindungen erhöhen, merkt Lerchl an. Sogar in Mexiko, in Äthiopien und in Vietnam beispielsweise sei in Bussen WLAN Standard.

Freilich gibt es Projekte, die auch den beiden Sprechern des ILE-Arbeitskreises Hoffnung machen: das Integrierte Mobilitätskonzept etwa, das im Juli 2016 auf den Weg gebracht wurde. Zusammen mit dem Leader-Projekt Mittlere Isarregion will ILE Ampertal da auf der Grundlage einer an der Technischen Universität erarbeiteten Projektskizze ein solches Konzept erarbeiten lassen. Dass das dauert, darüber hat sich Lerchl schon einmal aufgeregt (wir berichteten).

Jetzt aber, so sagt er, hätten sich der ILE-Geschäftsführer Konrad Springer und der Sprecher der lokalen Aktionsgruppe Mittlere Isarregion, Hans-Hinrich Huss, hinter die Sache geklemmt. Und: „Es sieht sehr gut aus“, so Lerchl auch zur Frage der Zuschüsse für so ein Projekt.

Landkreis involvieren

Doch auch da denken Stocker und Lerchl noch weiter: Wäre es nicht besser, den gesamten Landkreis in dieses Konzept einzubeziehen als nur das ILE-Gebiet und die Mittlere Isarregion? Freilich: Leader würde dann wohl die Zuschüsse streichen. Das wissen auch die beiden AK-Sprecher. Doch bis es so weit ist mit dem Mobilitätskonzept (Stocker rechnet mit 2020), könnten zumindest schon wichtige Vorarbeiten geleistet werden. Bürgerbefragungen könnte man starten, schlägt Lerchl vor.

Die Botschaften die Stocker und Lerchl transportieren wollen, sind klar: 1. Größer denken, also auch über die „wabenförmige“ Struktur der MVV-Gebiete hinaus.

Die Zeit rennt

2. Fantasievoller denken, also nicht nur die Busse im Blick haben, sondern auch andere Möglichkeiten einer flächendeckenden Mobilität beachten, prüfen und dann alles an sinnvollen Angeboten zusammenführen. Und 3. schneller denken: „Uns läuft die Zeit davon“, mahnt Stocker angesichts der Verkehrsprobleme im Landkreis.

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