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Zwei alte ILE-Hasen und die Neue: ILE-Vorsitzender Rupert Popp (l.) , Kümmerer Konrad Springer und Regionalmanagerin Nina Huber. 

ILE-Verantwortliche im Gespräch

Die Heimat schöner machen: Nina Huber aus Allershausen ist  neue Regionalmanagerin

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ILE Ampertal hat endlich eine Umsetzungsbegleiterin. Nina Huber heißt die Frau, bei der ab September die Fäden zusammenlaufen. Und die 46-Jährige kennt sich aus im Ampertal. 

Seit 2006 gibt es die Integrierte Ländliche Entwicklung Kulturraum Ampertal, kurz: ILE. Jetzt, 13 Jahre später, hat man die Stelle einer hauptamtlichen Umsetzungsbegleitung besetzt: Nina Huber (46) heißt die Frau, die künftig – zunächst begrenzt auf drei Jahre – die Fäden zusammenführen und die beschlossenen Konzepte realisieren helfen soll. Allershausens Bürgermeister und ILE-Vorsitzender Rupert Popp sowie der Initiator von ILE Ampertal und „Kümmerer“ Konrad Springer sind zuversichtlich, dass man mit der Regionalmanagerin jetzt weiter vorankommt. Mit allen drei hat sich das FT unterhalten.

Was hat Sie an der Aufgabe gereizt, Frau Huber?

Huber: Kommunalpolitik hat mich schon immer interessiert. Ich bin ja auch seit 2008 Gemeinderätin in Allershausen. Doch mit der neuen Aufgabe stehen nun nicht mehr die Beschlüsse im Vordergrund, sondern die Ausführung und Umsetzung. Und es ist toll, dass das alles sozusagen bei mir daheim passiert. Denn ich kenne viele Menschen hier und kann jetzt auch meine Heimat schöner machen.

Wo muss man denn die Heimat schöner machen?

Huber: Wir jammern, das muss man zugeben, auf hohem Niveau. Aber es gibt schon viele Möglichkeiten der Verbesserung.
Springer: Es gibt vor allem zwei Themen in der Region, die große und belastende Probleme darstellen: Wohnen und Verkehr.

Sie haben es jetzt mit vielen Bürgermeistern zu tun. Das ist ja nicht immer ganz einfach.

Huber: Ich denke, dass es gemeinsame Ziele sind, bei denen dann auch alle mitziehen.
Popp: Das ist ja das Interessante an ILE, dass wir doch alle in einem Boot sitzen. Und es müssen für manche Projekte auch nicht immer alle ILE-Bürgermeister dabei sein. Manchmal braucht es ja auch nur zwei oder drei. Aber alle wissen, dass interkommunale Zusammenarbeit gefordert und dann auch gefördert wird.
Huber: Manchmal muss ich vielleicht schon Überzeugungsarbeit leisten. Aber die gemeinsame Basis ist das ILE-Konzept, in dem schon viele Ziele und Punkte vorgegeben sind. Wichtig ist, offen zu sein, wenn sich etwas Neues findet.
Springer: Da ist zum Beispiel das Mobilitätskonzept, in dem schon viele Vorschläge enthalten sind. Mit Nina Huber ist halt jetzt jemand da, der die Umsetzung der Konzepte auch tatsächlich in die Hand nimmt.
Popp: Genau. Hubers Aufgabe wird sein, zu schauen, wie man Konzepte Realität werden lassen kann und wo es dafür auch Zuschüsse gibt, und Bürgermeister und die Leute mitzunehmen.
Springer: Der Ampertalrat entscheidet, welche Vorschläge angepackt werden sollen, die Umsetzungsbegleitung ist dann die Aufgabe von Nina Huber.

Sie haben schon gesagt, am Anfang werde mal das Kennenlernen der Kommunen stehen.

Huber: Ja. Es geht darum, bei den Bürgermeistern abzufragen, welche Erwartungen sie haben und wo es in ihrer Gemeinde brennt? Ganz wichtig ist, parallel dazu auch die Gemeinderäte kennenzulernen. Und ich werde mit anderen ILEs reden.
Springer: Und wir werden demnächst in das Amt für Ländliche Entwicklung fahren, damit Nina Huber die Zuständigen kennenlernt – und andersherum.

Warum ist die Wahl auf Nina Huber gefallen?

Popp: Es gab elf Bewerbungen für diesen Posten. Wir haben dann die zwölf ILE-Bürgermeister darum gebeten, jeweils drei Favoriten zu benennen. Schon da war Nina Huber mit den meisten Nennungen auf Platz eins. Die drei Bewerber mit den meisten Stimmen haben wir dann zum Gespräch geladen. Eine hat abgesagt und die Wahl fiel dann eindeutig auf Huber.
Huber: Von der Ausbildung her bin ich Gärtnermeisterin Landschaftsbau und habe Landschaftsarchitektur studiert. Einer der Schwerpunkte meiner Arbeit war da Stadtplanung und Regionalmanagement.

Am 15. September geht es offiziell los für Sie. Sie sind dann für zwölf Gemeinden zuständig. Können Sie dann noch Gemeinderätin in Allershausen sein?

Huber: Ich werde im März 2020 nicht mehr antreten. Das habe ich aber schon im Sommer vergangenen Jahres beschlossen und auch kommuniziert.
Popp: Das ist zwar schade, weil Huber eine sehr wertvolle Gemeinderätin ist, aber ich hätte ihr auch empfohlen, nicht mehr anzutreten. Sie soll für alle zwölf Gemeinde gleichberechtigt da sein, da hätte es sonst Angriffspunkte geben können. Nina Huber ist ILE-Angestellte.
Huber: Zwölf Jahre als Gemeinderätin haben aber gut getan und helfen mir jetzt. Denn ich kenne die Abläufe.
Popp: Huber ist eben eine Insiderin in der Kommunalpolitik.

Die Stelle ist aber zunächst nur auf drei Jahre begrenzt.

Huber: Das macht mir keine Angst. Denn es gibt ja eine Anschlussförderung, wenn die Einrichtung der Stelle gerechtfertigt ist.
Popp: Das heißt aber auch, dass wir in drei Jahren schon etwas nachweisen müssen.

Haben Sie ein Lieblingsprojekt, das Sie besonders gerne umsetzen würden?

Huber: Das ist der Verkehr. Auch wenn ich weiß, dass sich die Umsetzung von Maßnahmen gerade in diesem Bereich teilweise hinziehen wird. Aber auch mehr Blühstreifen wären schön – und das könnte ja relativ kurzfristig geschehen. Und ich habe ja 39 Stunden pro Woche Arbeitszeit. Da kann man schon was bewegen.
Popp: Und wir haben ihr Andrea Moosreiner aus der Verwaltung im Allershausener Rathaus für zehn Wochenstunden zur Unterstützung an die Seite gegeben. Denn Huber wird zunächst ihr Büro im Allershausener Rathaus haben – nämlich immer dort, wo der ILE-Vorsitzende sitzt.

Bisher haben Sie sich auch nach Ihrem Ausscheiden als Bürgermeister von Kirchdorf um die ILE gekümmert, Herr Springer. Wie sieht Ihre jetzige Rolle aus?

Springer: Ich werde schon so als eine Art Kümmerer der ILE erhalten bleiben und werde vor allem, gerade am Anfang, Nina Huber unterstützen und meine Erfahrungen weitergeben.
Huber: Das wird es mir sehr erleichtern.

Blicken wir drei Jahre in die Zukunft: Was ist bis 2022 passiert?

Huber: Das ist eine schwierige Frage. Gut wäre, wenn bis dahin auch bei den Menschen viel mehr bekannt ist, dass es ILE Ampertal gibt und dass da gemeinsam Projekte vorangetrieben werden. Es wird also vor allem auch um Öffentlichkeitsarbeit gehen – ich denke da an eine spezielle neue Homepage und vielleicht auch die Nutzung der sozialen Medien.
Popp: Und dazu braucht man eben einen Motor: Nina Huber. Allerdings ist, das darf man nicht vergessen, in den vergangenen Jahren ja auch schon einiges passiert: Wir haben ein Hochwasserschutz- und ein Energienutzungskonzept erarbeitet, es gibt ein Radwegekonzept. Und manches davon ist auch schon realisiert.

Sie freuen sich also auf die Herausforderung, Frau Huber?

Huber: Ja, ganz klar. Die Vorfreude ist groß. Und es hat mich sehr gefreut, dass ich auserkoren wurde.

Interview: Andreas Beschorner

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