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Drei Spuren, null Schutz: Jetzt soll Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt sein Versprechen schriftlich bestätigen, auch ohne achtspurigen Ausbau zwischen dem Kreuz Neufahrn und dem Dreieck Holledau den Lärmschutz zu realisieren.

Vorgezogener Lärmschutz an der A 9

Jetzt will man es schriftlich von Dobrindt

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Berlin/Allershausen - Am 17. März hatte es Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt versprochen: Die Lärmschutzmaßnahmen an der A 9 im Bereich des Ampertals werden vorgezogen. Jetzt wird in dieser Sache nachgehakt.

CSU-Bundestagsabgeordneter Erich Irlstorfer ist ein bisschen angesäuert. Er gebe der Presse und Öffentlichkeit gegenüber „keine Wasserstandsmeldungen“ ab, sondern er tue echte Ergebnisse kund. Worauf Irlstorfer etwas angefressen reagierte, war, dass sein SPD-Bundestagskollege aus Ebersberg, Ewald Schurer, den neuesten Sachstand zum Thema Lärmschutz entlang der Autobahn A 9 zwischen Autobahndreieck Holledau und Autobahnkreuz Neufahrn mitgeteilt hatte. Dabei nähren diese Nachrichten durchaus die Hoffnung, dass die Ankündigung von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU), er werde den Lärmschutz in diesem Abschnitt auch ohne achtspurigen Ausbau „vollumfänglich“ vorziehen, Realität werden könnte.

Wie Schurer berichtete, habe er sich am Montag zusammen mit Allershausens Bürgermeister Rupert Popp, ILE-Mann Konrad Springer, Paunzhausens Bürgermeister Johann Daniel und dem Schweitenkirchener Rathauschef Albert Vogler in München beim Präsidenten der Autobahndirektion Südbayern, Wolfgang Wüst, eingefunden. Auch wenn man bei der Autobahndirektion zunächst nichts von der Ankündigung und der Zusage Dobrindts gewusst habe, wie Popp berichtete, habe Wüst dann aber doch klar gemacht, dass seine Mannen bereit stünden, um mit den Planungen für den Lärmschutz zu beginnen. Allerdings fehle das „Go“ aus Berlin, die Zusage der Finanzmittel durch Dobrindt.

Popp hofft, glaubt aber noch nicht so recht an den vorgezogenen Lärmschutz. Denn die Autobahndirektion habe deutlich gesagt, dass man im neuesten Bundesverkehrswegeplan mit 600 Millionen Euro eh schon sehr gut bedacht worden sei. Ob da eine Maßnahme, die gar nicht im Bundesverkehrswegeplan auftauche, realisiert werde, sei schon die Frage. Zudem dürfe man nicht vergessen, so Popp weiter, dass im Rahmen der Standstreifenfreigabe ein lärmmindernder Belag eingebracht werde. Und dann sei auch noch fraglich, was „ohne achtspurigen Ausbau vorgezogen“ eigentlich bedeute: In ein bis zwei Jahren schon oder erst 2025? Popps Fazit: Er glaube erst an den vorgezogenen Lärmschutz, wenn die feste und schriftliche Finanzierungszusage aus Berlin vorliege. Und genau die will Schurer nun bekommen: Am Donnerstag habe er mit der persönlichen Referentin des Bundesverkehrsministers Kontakt aufgenommen (Dobrindt selbst musste zu Angela Merkel). Die Referentin habe ihm ausdrücklich bestätigt, so Schurer, dass sich Dobrindt an seine Zusage halten werde, die er am Tag nach Veröffentlichung des Bundesverkehrswegeplans sowohl vor der CDU/CSU- als auch vor der SPD-Fraktion des Bundestags getätigt hatte (wir haben berichtet). Schurer hat nun am Donnerstagabend in einer E-Mail an Dobrindt darum gebeten, dass ihm dies schriftlich zugesichert werde. Sollte es tatsächlich etwas werden mit dem Lärmschutz auf dem 32 Kilometer langen Teilstück, dann wäre das laut Schurer nach 20 Jahren Lärm für viele Anwohner so etwas wie eine „Wiedergeburt“. Irlstorfer sagte dazu, er sei über das Gespräch am Montag informiert worden. Man könne sicher sein, dass auch er „an allen Fronten“ für den Lärmschutz kämpfe und er engen Kontakt zu allen Entscheidungsträgern pflege. Er werde aber erst etwas verkünden, wenn es auch ein Ergebnis zu verkünden gebe.

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