Alexandra Boll plädierte für eine OV-Gründung.
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Alexandra Boll plädierte für eine OV-Gründung.

Ein erstes Treffen

„Langsam wird’s Zeit“: Grüner Ortsverband Allershausen in den Startlöchern

Am 10. Juni will sich in Allershausen ein neuer Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen gründen. Bei einem virtuellen Treffen mit 17 Interessierten wurde das beschlossen.

Allershausen - Ein Grünen-OV in Allershausen? „Langsam wird’s Zeit“, so die übereinstimmende Meinung. Maximilian Breu, der Kreisvorsitzende der Grünen in Freising, stand am Donnerstag sozusagen als Geburtshelfer zur Seite: Der Kreisverband wachse stetig, berichtete er, bisher gebe es neun Ortsverbände im Landkreis, die sich allesamt dem Ziel grüner Politik verschrieben hätten, „die Menschen mitzunehmen“. Die Hürden, einen OV ins Leben rufen zu können, seien gar nicht so hoch: Mindestens drei Mitglieder müsse man haben und einen Vorstand mit drei Personen wählen. Schon seit einigen Wochen laufen die Vorbereitungen, wie der Moderator des Abends, Artjom Baranow, berichtete.

Alexandra Bolle hatte sich im Vorfeld mit den grünen Kollegen in Marzling beraten, die mit nur wenigen Mitgliedern einen Ortsverein gegründet hatten. Deren Empfehlung: Acht bis zehn Mitglieder solle man zum Start schon haben, weil es sonst aufgrund von persönlichen Veränderungen der Mitglieder schnell eng werden könne. Vielleicht, so Bolle, könne man ja zunächst auch eine Ortsgruppe gründen. Dafür brauche man keinen Vorstand, könne aber trotzdem politisch aktiv sein und an den nächsten Kommunalwahlen teilnehmen. Denn, so Mitinitiator Thorsten Klenke: Es sei schon das Ziel, bei der Kommunalwahl 2026 in den Gemeinderat einzuziehen, da man von dort aus „richtig gestalten“ könne.

Klenke empfahl, in den kommenden Wochen mindestens sieben Mitglieder zu akquirieren, und dann einen Ortsverband zu gründen. Dieser Meinung schlossen sich die Teilnehmer an dem virtuellen Treffen an. Weil man als Kreisverband eine Ladungsfrist von vier Wochen habe, wie Breu sagte, wurde als Gründungsdatum Donnerstag, 10. Juni, um 19.30 Uhr ins Auge gefasst.

Und wieder wird man digital tagen. Themen, die man beackern will, gibt es genug, wie am Donnerstag klar wurde: Neben einer Verbesserung des ÖPNV und des Radwegenetzes stehen Maßnahmen gegen den Klimawandel ganz oben auf der Agenda. Klenke hatte dazu einen Vortrag vorbereitet, welche Maßnahmen man dafür auf kommunaler Ebene in Allershausen ergreifen müsse.

Energie ganz oben auf der Agenda

Artjom Baranow moderierte das digitale Treffen.

Von dem Gesamtstromverbrauch von 22 Millionen Kilowattstunden pro Jahr in der Gemeinde stammten derzeit rund 50 Prozent aus erneuerbaren Energien. Um nicht nur Strom, sondern auch Heizen und Mobilität auf erneuerbare Energien umzustellen, müsse man aber 150 Prozent des Eigenverbrauchs aus „grünem“ Strom gewinnen, so Klenke. Sprich: 22 Millionen Kilowattstunden pro Jahr zusätzlich. Das sei mit Biogas nicht möglich, weil man dazu ein Drittel der Gemeindefläche für Maisanbau nutzen müsse. 32 Hektar für Freiflächen-Photovoltaikanlagen oder zwölf Hektar Dachflächen für PV-Anlagen seien zwar potenziell möglich, aber doch eher unrealistisch. Oder man baue zwei Windräder, so Klenke, was aber „die Bürger spaltet“, wie er wisse. Die Lösung sei ein Mix. Sechs Hektar PV-Anlage entlang der A9, drei Hektar Dachflächen für Solarstrom und ein modernes Windrad – und zwar, wie Klenke sagte, idealerweise im Schwarzhölzl, wo man von Wohnbebauung weit genug entfernt sei.

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