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Telefoniert jeden Tag mit ihren Leuten: Rita Rieder.

Solidarität und Zusammenhalt im Senioren-Service-Zentrum Allershausen

Das Leben im Seniorenheim im Schatten des Virus - mit einem Lächeln die Krise meistern

  • Andreas Beschorner
    vonAndreas Beschorner
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Einfach ist das Leben in Zeiten wie diesen im Senioren-Service-Zentrum in Allershausen nicht. Auch wenn es glücklicherweise bisher sowohl beim Personal, als auch unter den Bewohnern keinen Corona-Erkrankten gibt. Und gleichzeitig hat man sich viel überlegt, um das Leben der Senioren trotzdem weiterhin angenehm gestalten zu können.

Sehnsucht nach Besuchen der Familie hat Rosa Seidenberger.

AllershausenMundschutz, Besuchsbeschränkungen, Abstandsregelungen, verschärfte Hygienemaßnahmen, Appelle an die Mitarbeiter in allen Abteilungen sind tägliche Selbstverständlichkeit. Außerdem besteht derzeit ein Aufnahmestopp und trotzdem hat man auch für den Fall der Fälle vorgesorgt, betont Einrichtungsleiter Dietmar Ludwig: Der Notfallplan für den „worst case“ stehe, man habe die Möglichkeit geschaffen, Erkrankte zu isolieren. Und jeder Mitarbeiter wisse genau, wie auf diese Situation zu reagieren sei. Und es gibt noch weitere Maßnahmen, die man in diesen Zeiten getroffen hat: Lieferanten dürfen ihre Waren nur vor der Türe abladen, und selbst Ärzte und Notfallsanitäter dürfen nur im äußersten Notfall das SSZ betreten.

Zu Beginn der Krise habe sich die Einrichtungsleitung von den öffentlichen Stellen etwas allein gelassen gefühlt. Telefonische Nachfragen seien schwer möglich gewesen. Die ersten hilfreichen Infos, habe man vom bpa (Bundesverband privater Alten- und Pflegeheime) und vom Katastrophenschutz erhalten. Inzwischen aber, so Ludwig, fühle man sich von den öffentlichen Stellen besser informiert.

Das innere Lächeln trägt Theresia Ehrke durch diese schwere Zeit.

Freilich: Die Sorge um die richtige Schutzausrüstung bestehe nach wie vor, auch wenn das THW in kleinen, unbestimmten Mengen, aber doch regelmäßig liefere. Und was Ludwig und seine Mitarbeiter besonders freut: Angehörige von Bewohnern und Mitarbeiterinnen der sozialen Betreuung nähen fleißig Masken. Vereinzelt seien auch Bewohnerinnen in der Lage, ein wenig mitzuhelfen.

Und wie geht es den Bewohnern in dieser Situation und mit diesen Gegebenheiten? „Unsere Bewohner ertragen die momentane Situation bisher sehr tapfer und zeigen sich recht verständig. Sie sind froh über schönes Wetter, so dass sie in kleinen Gruppen im gebührenden Abstand den Garten genießen können“, beschreibt Ludwig die Atmosphäre im SSZ. Aber: „Spaziergänge sind den Bewohnern leider untersagt.“ Die Sitzplätze seien zu einem großen Teil aus dem Speisesaal in andere Zimmer verlegt worden, damit gerade während des Essens der notwendige Abstand gewahrt werden könne.

Angehörige, die ihre Liebsten nur durch die Glastür sehen

Hin und wieder kämen vereinzelt Angehörige, um wenigstens einen Blick auf ihre Angehörigen zu werfen – und zwar durch die verschlossene Glastür oder über den Zaun. „Wir haben festgestellt, dass es einigen unserer Bewohner selbst fast lieber zu sein scheint, wenn die Angehörigen ganz schnell wieder gehen. Motto: Sicher ist sicher. Und ungemütlich ist so ein Besuch außerdem.“

Im SSZ versucht man, neben den selbstverständlichen Telefonanrufen, den Bewohnern Videoanrufe zu ermöglichen, sofern die Angehörigen zu Hause dafür ausgerüstet sind.

Eine besondere Zeit war das Osterfest: Alle Senioren hätten Postkarten an die Familien geschickt, Pfarrer Hermann Schlicker sei vorbeigekommen und habe vor den Fenstern die Speisenweihe abgehalten, den Ostersegen gespendet. Vor Ostern habe man eine Riesenspende aus Freising erhalten: Oster-Süßigkeiten für alle Bewohner und Mitarbeiter. Und auch sonst stünden immer mal wieder Süßigkeiten von Angehörigen für das Personal vor der Türe. Im Mai nun werden wieder regelmäßig Maiandachten abgehalten – mit Mundschutz und weit genug voneinander entfernt. Außerdem werde selbstverständlich dafür gesorgt, dass die Gottesdienste im Fernsehen angeschaut werden können.

Ganz wichtig: Schon mehrmals hätten Kinder Briefe und Zeichnungen mit aufmunternden Worten geschickt. Die werden dann an die Pinnwand geheftet. Und wo es möglich sei, würden diese auch beantwortet, erzählt Ludwig.

Und weil Lachen gesund ist, waren vor kurzem auch die Klinikclowns wieder zu Besuch beim SSZ: Die Klinikclowns, die regelmäßig in der Einrichtung sind, haben ihr Programm gespielt – vor den Fenstern und Türen. Und auch das war eine willkommene Abwechslung für die Bewohner. Dafür, dass möglichst keine Langeweile aufkommt, sorgen die Mitarbeiterinnen von der sozialen Betreuung. „Wir legen unsere Dienste derzeit so, dass wirklich sieben Tage in der Woche Beschäftigung und Unterhaltung angeboten werden können“, betont eine Mitarbeiterin.

Stimmen von Bewohnern

„Es ist ganz schön langweilig, weil kein Besuch rein darf. Aber ich telefoniere jeden Tag mit meinen Leuten. Samma froh, dass mir do herin nix ham“, sagt Rita Rieder (85) und Rosa Seidenberger (89) fügt an: „Es tut aber schon weh, wenn man die Angehörigen nur durchs Fenster sehen darf.“

„Man braucht das innere Lächeln, um so eine Situation zu überstehen, und das habe ich“, verrät Theresia Ehrke (89).

Egon Hentschel (86) informiert sich täglich über den Stand der Dinge und ist beunruhigt: „Die ganze Welt ist bedroht, ich sorge mich vor allem um meine Enkel. In welche Welt hinein sollen sie ihre Kinder setzen?“

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