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Das machte Spaß: Die Freude über den gelungenen Coup und die Vorfreude auf die Auslöse war den Allershausener Maibaumdieben deutlich anzusehen. Und anzuhören.

„Riesengaudi“ für Kranzberg und Allershausen

Maibaumklau: Ziemlich beste Freunde

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Allershausen - 150 Liter Bier und eine Brotzeit. So teuer kommt es die Kranzberger, dass sie ihren Maibaum aufstellen können. Denn 53 starke, listige und tapfere Allershausener hatten ihnen das 33 Meter lange Prachtstück gestohlen. 

Die Böllerschützen aus Kranzberg hießen ihn lautstark willkommen und auch die anderen Kranzberger nahmen es mit Humor. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag vergangener Woche war ihnen ihr Maibaum abhanden gekommen: 53 wagemutige Allershausener hatten in einer generalstabsmäßig geplanten Aktion den neuen Maibaum der Schwedenschützen und der Feuerwehr Kranzberg gestohlen. Am Dienstagabend wurde er mit zwei Traktoren und mit großem Brimborium wieder ausgeliefert. Jetzt liegt er wieder im Ortsteil Ast und wartet darauf, am 1. Mai in seiner angestammten Heimat Kranzberg aufgestellt zu werden. Der Schreck war groß, als die für den Maibaum Verantwortlichen am Freitagmorgen den Diebstahl entdeckten. „Ehrlich gesagt“, so erzählt einer der Bestohlenen, habe man den Maibaum gar nicht bewacht, weil er noch zum Trocknen in der Hofstelle lagerte. Eine Kranzbergerin ergänzte mit gespielter Wut: Da habe es „Maulwürfe“ und „Verräter“ gegeben, sonst wäre der Diebstahl nie gelungen. Vitus Kreitmair, der Vorsitzende der Allershausener Feuerwehr, verneint das: Nein, nein. Der Maibaumklau sei schon eine „Eigenleistung“ gewesen. Man habe die Gegebenheiten ausgespäht, habe sich – um keine Aufmerksamkeit zu erregen – in kleinen Gruppen in Kranzberg eingefunden, sich in Ast getroffen, dort den Maibaum „aufgelegt“ und die wertvolle Beute abtransportiert.

Zähe - und auch sehr feuchte - Verhandlungen um den Maibaum

Seit Freitag lag nun also der 33 Meter lange Maibaum in der Albert-Schweitzer-Straße zu Allershausen, wo er – anders als in Kranzberg – ganz genau bewacht wurde: In ein paar Meter Entfernung war ein Bauwagen aufgestellt, in dem vier aufmerksame Männer jede Nacht schafkopften. Dass die Kranzberger nun doch ihren Maibaum wieder haben, war die Folge von gar nicht zähen, sehr freundschaftlichen (und auch sehr feuchten) Verhandlungen: Die Kranzberger Delegation und die Allershausener hätten, so wurde berichtet, je drei Goaßmaß getrunken. Drei Stunden habe das Treffen gedauert, die Verhandlungen selbst allerdings nur fünf Minuten. Dann stand fest: Für 150 Liter Bier und eine zünftige Brotzeit, die man am 7. Mai gemeinsam vertilgen wird, wandert der Maibaum zurück nach Kranzberg. „Sehr harmonisch“ sei die Sache verlaufen, erzählte Kreitmair und freute sich, dass die Aktion genau das war, was es sein sollte: Für alle Beteiligten eine „Riesengaudi“. Und die Gaudi geht weiter: Den Tanz in den Mai am 30. April wird der Burschenverein Allershausen abhalten, das Maifest am 1. Mai aber nicht. Denn da besucht man die neuen Freunde aus Kranzberg und schaut zu, wie sie ihren Maibaum aufstellen.

Allershausener zwicken Kranzbergern den Maibaum: Bilder

Gut zu wissen

Dieses Gedicht stand auf dem Maibaum zu lesen: „Eigentli woid i scho gor nimma zo eich hoam, weil i von de Oiaschausa Diebe so guad behandelt bin worn, mit den Hend hams mi ghebt und weida drogn, und mit am luftbereiften Wogn as Ampertal owi gforn. Unterm Doch und im Drogna bin i jetzt fünf Dog glegn, und um mi herum hods immer a rechte Gaudi gebn. Aufbasst is auf mi worn Tog und Nocht, des habts es Kranzberger in Ast ned fertigbrocht. Drotzdem frei i mi heid ganz enorm, weil für mi a scheene Auslöse zoid ist worn. Des macht mi machtign Baam wieda schdoiz und is vui Ehre zuglei, jetzt mecht i a boor Johr in eirer Kranzberger Dorfmiddn sei. Des is a rechte Freid, und mach a unserm Brauchtum alle Ehre, sog i eich, wenn mir alle lacha kenna über so an Spitzbuamstreich."

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