Bürgerversammlung Tünzhausen

Mehr Einnahmen und viele Aufgaben

Tünzhausen - Die Tünzhausener wollen ihre 30 km/h-Zone wieder haben. Doch die Chancen stehen schlecht. Gut sind die Aussichten hingegen für die Gemeinde Allershausen, wie der Bericht von Rupert Popp bei der Bürgerversammlung zeigte.

Schon beim Starkbierfest am Samstag kränkelte Rupert Popp. Am Sonntagvormittag war bei der Bürgerversammlung in Tünzhausen der Rathauschef von Allershausen noch immer nicht kuriert. Die Gemeinde hingegen, die ist gesund. Allein zwei Statistiken, die Popp in das Gasthaus Gschwendtner mitgebracht hatte, zeigten das: Bei „Kreditaufnahme“ steht seit dem Jahr 2001 eine „0“, bei der Übersicht „Schuldenstand“ ist seit 2008 eine „0“ zu lesen. Den Finanzen von Allershausen geht’s also gut.

Auch andere Zahlen, die Popp per Beamer an die Leinwand warf, machen Mut: Nach Hallbergmoos ist Allershausen die Gemeinde im Landkreis mit der höchsten Wachstumsrate zwischen 2004 und 2014 – nämlich plus 16 Prozent –, die Einwohnerzahl ist im vergangenen Jahr von 5861 auf 5927 gestiegen. Nicht an den 84 Asylbewerbern, die derzeit im Gemeindegebiet in drei Häusern untergebracht sind, liegt es, dass der Ausländeranteil in Allershausen seit 2010 von damals 8,57 Prozent auf jetzt 18,21 Prozent gestiegen ist.

Mehr Bürger, das heißt in der Regel auch mehr Einkommensteuerbeteiligung. Und tatsächlich: Zwischen 2010 und 2015 stieg dieser Einnahmeposten von knapp 2,5 Millionen auf jetzt rund 3,5 Millionen Euro. Und deshalb, so eine weitere Statistik aus dem Rathaus, habe man in 2015 auch satte 3,6 Millionen Euro investieren können.

„Was bringt 2016?“, fragte Popp – und lieferte die Antwort gleich mit: Die Sanierung der Schuldächer zählte er auf, dazu die Radwege zwischen Aiterbach und Schernbuch beziehungsweise zwischen Leonhardsbuch und der A 9-Brücke, aber auch den „Seniorenspielplatz“.

Die Tünzhausener freilich wollten etwas anderes: Sie wollen die Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h auf der Durchgangsstraße wieder haben. Aufgehoben worden war diese Regelung schon vor längerer Zeit. Und zwar von der Gemeinde, weil eine solche Geschwindigkeitsbegrenzung rechtlich nicht haltbar sei: Es liege weder eine Schule noch ein Kindergarten an der Straße, und einen Unfallschwerpunkt stelle die Straße auch nicht dar. Weil das die Bürger aber nicht so recht glauben wollten, versprach Popp, dass man demnächst (wohl Ende März) zusammen mit der Polizei, dem Landratsamt, Gemeindevertretern und Bürgern einen Vor-Ort-Termin anberaumen werde.

Andreas Beschorner

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