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Die Besten (v. l.): Tobias Zeilhofer, Lukas Kleinebrahm und Stefan Hundseder (alle 1,7) mit Lehrer Helmut Fichtner.

Zeugnisübergabe „nur Zwischenstation“

Nach 10.500 Stunden am Ziel: Allershausener Mittelschüler feiern Abschluss

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Vier Bürgermeister waren gekommen, um zu gratulieren. Doch die „Hauptehrengäste“  in der Mittelschule Allershausen waren laut Schulleiter Georg Riedel die 32 Schüler, die ihren Abschluss gemacht hatten.

Allershausen– Vier Bürgermeister waren gekommen, um zu gratulieren. Doch die „Hauptehrengäste“ am Freitag in der Aula der Mittelschule Allershausen waren laut Schulleiter Georg Riedel die 32 Schüler, die man nach erfolgreichem Abschluss der 9. Jahrgangsstufe auf die nächste Lebensetappe schickte - nach 960 Wochen in der Schule und rund 10 500 Schulstunden, wie Riedel für seine Rede an die Entlass-Schüler ausgerechnet hatte.

„Das Rennen geht weiter“

 Tagesordnungspunkt 2 nach der Begrüßung: „Es sprechen die Herren Bürgermeister des Schulverbands.“ Der erste in der Reihe war der Vorsitzende des Schulverbands, Allershausens Gemeindechef Rupert Popp. „Entlass-Schüler“ – das klinge ein bisschen wie Gefängnis. Aber er hoffte, „dass es vielleicht gar nicht so schlimm war“. Zwar hätten die Schüler nun ein großes und wichtiges Etappenziel erreicht, aber nach einer kurzen Atempause „geht das Rennen weiter“, versicherte Popp den Jugendlichen. Ihren Erfolg zu genießen, hätten sie sich jetzt redlich verdient, schließlich hätten sie es wegen der Sanierungsarbeiten in der Schule in den vergangenen Jahren „schwer gehabt“. Weil sie in der Region beste Chancen hätten, „könnt ihr alles erreichen und eure Träume wahr werden lassen“.

„Allen stehen alle Wege offen“

Da konnte Hohenkammers Rathauschef Johann Stegmair nur zustimmen: In der Region und im Bildungssystem gebe es viele Möglichkeiten, sodass die Zeugnisübergabe „wohl nur eine Zwischenstation“ darstelle. Auch Hermann Hammerl, der Bürgermeister von Kranzberg, versicherte den Schülern: „Es geht weiter.“ Ziel sollte es sein, einen Beruf zu ergreifen, der Spaß mache. Und: „Allen stehen alle Wege offen.“ Uwe Gerlsbeck schließlich, Gemeindechef aus Kirchdorf, erinnerte an Neil Armstrong, der vor 50 Jahren als erster Mensch den Mond betreten hatte: Wissensgier und Neugier habe die Menschheit zu diesem Schritt getrieben. Damit auch die Jugendlichen so einen großen Sprung wagen, den nächsten großen Schritt im Leben gehen, brauche es außerdem Mut, Leistungsbereitschaft und Selbstvertrauen.

„Seid neugierig und strengt euch an“

„Denkt positiv, seid neugierig und strengt euch an“, gab Gerlsbeck den Absolventen mit auf den weiteren Lebensweg. „Endlich is‘ vorbei“, mutmaßte dann Riedel, was die Gedanken der EntlassSchüler sein könnten. Keine Proben, keine Mitteilungen, kein „Anschiss“ vom Rektor mehr, sagte er leicht humorig. Das große Aber: Nachdem sie nun diese Reise hinter sich hätten, beginne eine neue Reise – nämlich die ins Berufsleben. „Dann ist’s vorbei mit dem Halbtags-Job, dann kommt ein Fulltime-Job“, bereitete Riedel die Jugendlichen auf das vor, was jetzt auf sie warte. Aber sie hätten ja alles mitbekommen, „was man braucht für das Leben“.

Die vier Schulverbandsbürgermeister Rupert Popp (Allershausen), Hermann Hammerl (Kranzberg), Johann Stegmair (Hohenkammer) und Uwe Gerlsbeck (Kirchdorf) waren in die Aula der Allershausener Mittelschule gekommen, um die Abschlussschüler zu verabschieden. 

Von 32 Schülern hätten, so etwas Statistik zum Schluss, 29 den Mittelschulabschluss geschafft, 26 seien zum Quali angetreten, 21 hätten ihn gepackt, so Riedel. Eine Umfrage habe ergeben, dass 21 inzwischen schon eine Ausbildungsstelle hätten, vier nun die Wirtschaftsschule oder den M-Zug in Zolling besuchten. Ein guter „Versorgungsgrad“ von 78 Prozent also.

Und nachdem die 7 a ihren Tanz „Dura“ aufgeführt hatte, nachdem Christina Wolf (9 b) „Read all about it“ gesungen hatte und es noch einige Bilder aus der Schulzeit der Jugendlichen zu sehen gegeben hatte, hielten die Schüler endlich ihr Zeugnis in Händen. Danach kam Tagesordnungspunkt 10: „Das Buffet wird eröffnet.“

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