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Für den kirchlichen Segen hat der evangelische Geistliche Heinz Winkler extra seinen Ruhestand kurz unterbrochen, um zusammen mit Pfarrer Robert Urland (l.) die Neue Ortsmitte zu weihen.  

Einweihung der Glonnterrassen

Das neue Herz von Allershausen

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Aus der versteckten Glonn ist jetzt die erlebbare Glonn geworden. Sieben Jahre hat es von der ersten Idee bis zur Einweihung des Herzstücks der neuen Ortsmitte von Allershausen gedauert. Gestern war der große Tag für das Jahrhundertprojekt.

Allershausen – Knapp ein Dutzend Bürgermeister und der Landrat waren nach Allershausen gekommen, Rupert Popp hatte seine Amtskette angelegt, die Bayernhymne wurde intoniert. Mit einem Festakt und einer kirchlichen Weihe wurde am Donnerstag ein Projekt offiziell eröffnet, das das Bild der Gemeinde Allershausen verändert und auf Jahrzehnte hinaus prägen wird: die Aufweitung der Glonn, der zweite Bauabschnitt der neuen Ortsmitte, eine Maßnahme, die allen Unkenrufen zum Trotz nun doch Realität geworden sei, wie Bürgermeister Popp sagte. Viele Steine habe man seit der ersten Idee während einer Klausurtagung des Gemeinderats im Jahr 2010 aus dem Weg räumen müssen, erinnerten sich 2. Bürgermeister Martin Vaas und Popp. Stichwort: Altlastenentsorgung. Mit Blick auf die Glonnterrassen, auf den Weg entlang des Flusses, auf Inseln und Stege, die großen Steine und die Wasserführung gab Popp zu, „froh, glücklich und ein bisschen stolz“ zu sein.

Doch Popp hatte auch Angst: Denn all die Kritik und all der Hohn an Stammtischen in der Vergangenheit sei seit einiger Zeit „umgeschlagen“. Es gebe nur noch Lob und Anerkennung für das Projekt. „Das bin ich nicht gewohnt, das ist mir fast unheimlich“, gab der Bürgermeister schmunzelnd zu. Popps Appell: „Lassen Sie die Glonn zu einem Teil Ihres täglichen Lebens werden.“

Für die Jugend sind die Glonnterrassen bereits jetzt ein beliebter Treffpunkt, ist dem Planer des Projekts, Dietmar Narr (NRT Marzling), aufgefallen. Noch früher – nämlich schon während der Bauzeit – hätten die Vögel und Fledermäuse das Areal in Besitz genommen, blickte Narr auf ein außergewöhnliches Projekt zurück, bei dem er viele positive Erfahrungen gemacht habe – von der konstruktiven Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis über die große Transparenz bis hin zur offenen Informationspolitik der Gemeinde. Dass er erst eine Woche nach der Entscheidung, seinem Büro den ersten Preis im Wettbewerb zuzuerkennen, von dem Zuschlag erfahren habe, sei auch etwas ganz Besonderes gewesen, warf Narr einen leicht belustigten Blick zurück.

Bevor sich die geladenen Gäste auf einen Rundgang über das Areal machten, erteilten Monsignore Robert Urland und Pfarrer Heinz Winkler dem Projekt den kirchlichen Segen. Die Unkenrufe der Menschen seien verstummt, so Winkler. Jetzt hoffe er, dass er richtige Unkenrufe höre – sowohl von evangelischen als auch von katholischen Fröschen. Die Aufweitung der Glonn, die Erlebbarmachung des Flusses verstehe er als Heranführung des Menschen an die Natur. Winkler war sich sicher, dass dies „ein beliebter Ort für junge Liebespärchen“ werde.

Dass die Gemeinde das 2,85 Millionen Euro teure Projekt ohne Kredite und ohne die Vernachlässigung von Pflichtaufgaben (aber mit einem 1,1 Millionen Euro hohen Zuschuss aus der Städtebauförderung) gestemmt habe, war für Landrat Josef Hauner ein Zeichen für die Kraft der Gemeinde. Die neue Ortsmitte sei „ein lebendiges Forum“, eine große Bereicherung, ein Ort der Geselligkeit und des Treffens von Jung und Alt. Die Maßnahme habe viel Visionskraft gefordert, aber mindestens genauso viel Tatkraft, wusste Hauner.

Und auch wenn das Projekt teuer war, war man sich einig: Das Ergebnis rechtfertige die Kosten, das Geld sei bestens angelegt. Aus der „versteckten Glonn“ ist die „erlebbare Glonn“ geworden, so Popp.

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