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Allershausener Puppenkiste: Das profi-mäßig aufgestellte „Mauthaisl“ an der alten Leonhardsbucher Straße rückt den beliebten Schleichweg ins Reich der Satire.

Aktion am Schleichweg sorgt für Aufsehen

Scherzbolde stellen Mauthäusl in Allershausen auf - einer soll am meisten zahlen

Ein kurioses Mauthäusl steht seit Kurzem an einem Allershausener Schleichweg - und sorgt für Aufsehen. Laut Preistafel wird es für eine Person besonders teuer.

Allershausen/Kranzberg – Das „Mauthaisl“, das kreative Geister in der Osternacht an die ehemalige Verbindungsstraße zwischen Allershausen und Kranzberg gestellt haben, ist in aller Munde. Dem FT wurde gleich von mehreren Seiten Bild- und Info-Material zur Verfügung gestellt. Zu übersehen ist das ziemlich profi-mäßig installierte Hütterl an der Verlängerung der Jobsterstraße ja nun wirklich nicht.

Wie sich auf Nachfrage herausstellte, handelt es sich dabei um einen satirischen Beitrag, der auf die von langer Hand geplanten und zuletzt mit dem Bau einer Schranke einhergehenden Sperrung des allseits beliebten Schleichwegs für Autofahrer einherging. Nun sollen also auch die Radler zahlen. Und zwar nicht zu knapp, wie einer offiziell wirkenden Mautverordnung zu entnehmen ist. Wenngleich die Vermutung naheliegt, dass es sich bei den Erbauern des „Mauthaisls“ um Scherzbolde aus Allerhausen handelt.

Ein Gemeinderat muss besonders tief in die Tasche greifen

Die „Oischhauser“ zahlen demnach nämlich gar nichts, während Radler aus dem Nachbarort Kranzberg fünf Euro berappen müssen. Am Schlimmsten trifft aber es den Kranzberger Gemeinderat Anton Hierhager (SPD). Der muss gleich 20 Euro bezahlen, wenn er auf kürzestem Weg rüber nach Allershausen will. Das kommt vermutlich daher, dass er sich stets für freie Fahrt auf dieser Strecke ausgesprochen hat.

Kreativer Ansatz: Alle sollen bezahlen, wenn es nach den Scherzbolden geht, die hier zugange waren.

In Zugzwang bringt das „Mauthaisl“ aber offenbar niemand. Wie aus dem Rathaus in Allershausen zu erfahren war, sieht man keinen Grund, die kunstvolle Installation bald zu entfernen. Wie Konrad Goldbrunner, Leiter der Bauverwaltung, mitteilte, will man erst einmal abwarten. Vielleicht kommt es ja doch noch heraus, wer es war, spekulierte Goldbrunner. Das Mauthäusl sei seiner Ansicht nach kein Drama. „Wir haben ja mündige Bürger, die wissen das sicher richtig einzuordnen“, erklärte der Bauamtsleiter, der es als satirischen Beitrag betrachtet und mit einem Schmunzeln darauf hinweist, „dass Überfälle auf die Mautkasse keinen Sinn machen“. Man werde diese täglich leeren und den Erlös der Kämmerei zuführen.

Tolle Tarife: Der Kranzberger Rat Anton Hierhager, der für freie Fahrt warb, muss am meisten zahlen.

Das Mauthäusl ist indes nicht der erste satirische Beitrag zur Verkehrsberuhigung an der Jobsterstraße. Im April 2017 hatte jemand eine Überwachungskamera an dem Schleichweg installiert. Freilich eine Attrappe – aber ebenfalls gut gemacht.

Alexander Fischer

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