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Verzweiflung und Wut über die Mieterhöhung bei Theresa Doll als Gisela Graubrot, Martina Obermeier als Hilde Hupf und Birgit Escher als Annelie Gugl (v. l.).

Premiere beim Laientheater Allershausen

Schlamassel im Pfarrstadl

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Die eine heißt Gugl, die andere Hupf, er ist der Wammerl, sie die Rammerl. Sie alle gehören zum „Quadratratschnschlamassl“. Das hatte am Samstag Premiere in Allershausen.

AllershausenEs ist einer dieser typischen Schwänke, die drei Akte dauern und allerlei Verquickungen und Missverständnisse, Liebeleien und Streitereien bieten: „Quadratratschnschlamassl“ von Ralph Wallner – nicht nur eine Komödie oder ein Schwank, sondern ein Hinterhofschwank.

Das Laientheater Allershausen hat in diesem Jahr die Bühne des Pfarrstadls zum Hinterhof eines Mietshauses umgestaltet. Unter Regie von Norbert Stadler liefert das Ensemble eine souveräne Leistung ab, kann durch Textsicherheit und unverkrampftes Spiel gefallen. Da sind vor allem die zwei Damen, die schon durch ihre Namen ein Team bilden: Annelie Gugl, die Hausmeisterin, und Hilde Hupf, die Friseurmeisterin. In Birgit Escher und Martina Obermeier haben Gugl und Hupf zwei Darstellerinnen gefunden, die genau die richtige Dosis zwischen der rustikalen und burschikosen Art, zwischen Bauernschläue und Direktheit, und auch zwischen Wischmop und Eierlikör finden – ein echt gutes Team, das die Bühne des christkatholischen Pfarrstadls in ein Eheanbahnungsinstitut umwandeln will. Und da sind all die Mieter – beginnend mit einer sehr guten, wundervoll schmachtenden Theresa Dolla als graues Mauerblümchen Graubrot. Sie hat nach einem Ausfall erst zehn Tage vor der Premiere ihre Rolle in dem Dreiakter gelernt. Da ist ein sehr wandelbarer und herrlich schnöseliger Dennis Artmann als schüchterner Theobald Hecht (der auch mal Zander, Fischstäbchen oder Makrele genannt wird – „Hauptsach‘, irgendwas mit Fisch“), und da ist Helga Gritsch als schwerhörige Oma Wiese aus dem ersten Stock, die verdächtig oft „aufs Häusl“ muss. Hinzukommen Stephanie Stadler als eine superneugierige, freche und fidele Postbotin Namens Packerl-Petti, Sebastian Huber als frisch verwitweter Metzger Wammerl, der sich freut, weil ihm der Tod seiner Frau zehn Prozent Nachlass beim Haareschneiden verschafft, da ist eine beeindruckend spielende Christel Schneider als Konditorenwitwe Vevi Rammerl, die jeden noch so trockenen Sand- oder Marmorkuchen hinunterwürgt (Hauptsache, er kostet nichts), und da ist Bernhard Weingartner als Geschäftsmann Massl, der mit der geplanten Mieterhöhung das ganze Schlamassel erst in Gang setzt.

Souffleur Rudi Schuster verbringt an jenem Samstag einen ruhigen Abend in seinem Kasten und die Besucher einen amüsanten und kurzweiligen Abend mit der richtigen Mischung aus ganz selten mal derber Komik, oft deutlichem Humor und manchmal hintersinnigen Dialogen.

Weitere Termine

21. April (19.30 Uhr), 22. April (14.30 und 19.30 Uhr), 27. und 28. April (19.30 Uhr).

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