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Endlich Fahrzeugsegnung: (v. l.) Kommandant Friedrich Moser, Diakon Arsatius Regler und Pfarrerin Karin Volke-Klink vor dem langersehnten Feuerwehr-Fahrzeug.

Endlich Segnung

Schwere Geburt: Feuerwehr wartet vier Jahre auf Gerätewagen

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Vier Jahre lang musste die Feuerwehr Allershausen auf ihren neuen Gerätewagen warten. Der Kommandant geht mit der verantwortlichen Firma hart ins Gericht.

Allershausen – Bei der Feuerwehr muss es schnell gehen. Die Floriansjünger können sich bei Einsätzen Verzögerungen und Zeitverlust nicht leisten. Umso schlimmer musste es der Freiwilligen Feuerwehr Allershausen vorgekommen sein, vier Jahre lang auf den neuen Gerätewagen Logistik 2 warten zu müssen. Am Samstag wurde er nun offiziell gesegnet. Und Kommandant Friedrich Moser ging mit der Firma, die den Aufbau zu verantworten hatte, hart ins Gericht.

Feuerwehr hatte auf mehr Zuschüsse gehofft

„Wenn ma’s macha, dann scho g’scheit“, sagte Diakon Arsatius Regler, der zusammen mit seiner evangelischen Kollegin, Pfarrerin Karin Volke-Klink, die Segnung des neuen Gerätewagens vornahm und dabei mit Weihwasser und Weihrauch innen und außen nicht sparte. Und gespart hat auch nicht die Gemeinde Allershausen, wie Bürgermeister Rupert Popp in seiner kurzen Ansprache betonte: Habe man zunächst mit Kosten von 240 000 Euro gerechnet, sei man am Ende bei 339 000 Euro gelandet. Und dabei hätten weder Landkreis noch Freistaat ihre Zuschüsse erhöht.

Das ärgerte auch Kreisbrandrat Manfred Danner, der sich bei der Regierung dafür eingesetzt habe, dass die pauschalen Festzuschüsse angepasst würden, weil ja schließlich auch die Fahrzeuge immer teurer würden. Vergeblich. Der Landkreis so Danner, habe 24 000 Euro zu dem Fahrzeug beigesteuert, das „schön und multifunktional“ sei und bereits bei den Einsätzen in Traunstein und Siegsdorf als Transportgerät und Kommandozentrale gute Dienste geleistet habe.

Der Partner springt ab

Warum der neue Stolz der Allershausener Feuerwehr eine schwere Geburt war, die lange gedauert und so viele Nerven gekostet hat, erklärte Kommandant Moser den Gästen in der Fahrzeughalle am Johannes-Boos-Platz. Nachdem man am 15. Januar 2015 den Antrag auf Beschaffung des Fahrzeugs bei der Gemeinde gestellt hatte, und dieser bereits am 10. Februar 2015 genehmigt worden sei, sei es wegen der Stadt Waldmünchen zu einer ersten Verzögerung gekommen. Eigentlich wollte man gemeinsame Sache machen und das Fahrzeug zweimal bestellen, um an günstigere Angebote heranzukommen. Doch Waldmünchen sei Ende 2016 „abgesprungen“, weil der Landkreis Cham das Auto aus eigenen Mitteln anschaffte. Die geänderte Ausschreibung ging dann, was den Aufbau betraf, an die Lentner GmbH aus Hohenlinden.

Kommandant flüchtet in Galgenhumor

Immer wieder, so schilderte Moser, sei man dort gewesen, rund 40 E-Mails seien zwischen der Firma und der Gemeinde gewechselt worden. 40 Punkte seien bei der Abnahme bemängelt worden. Nie habe man schriftlich erfahren, wann das Fahrzeug eigentlich fertig werde. Beim Einsatz in Traunstein sei das Wasser eingedrungen, und sogar sämtlich Schubladen im GW 2 seien voller Wasser gewesen. Jetzt freilich stehe das Fahrzeug nach diversen Nachbesserungen und Mängelbehebungen so da, wie man es brauche. Moser dazu: „Für 340 000 Euro darf es auch dicht sein.“

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