Sepp Lerchl, SPD-Gemeinderat in Allershausen.
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Sepp Lerchl lässt sich von der doppelten Abfuhr nicht beirren.

3. Bürgermeister scheitert mit Antrag bereits zum 2. Mal

Sepp Lerchl und die Sache mit den Trauungen: „Es geht mir nicht um Eitelkeiten“

  • Andrea Beschorner
    vonAndrea Beschorner
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Die Gemeinderatskollegen von Sepp Lerchl möchten nicht, dass er Trauungen vornehmen darf. Was er davon hält, verrät er im Interview.

Allershausen – Zwei Mal hat Allershausens 3. Bürgermeister Sepp Lerchl den Antrag gestellt, in seiner Gemeinde Trauungen vornehmen zu dürfen. Zwei Mal ist er abgeblitzt.

Herr Lerchl, wieso liegt Ihnen der Posten des Eheschließungsbeamten so sehr am Herzen?

Mir geht es nicht um den Posten, sondern um den Wunsch von Bürgerinnen und Bürger aus Allershausen, sich am Samstag sowohl standesamtlich als auch kirchlich am gleichen Tag trauen zu lassen. Dieser Wunsch wurde mir vielfältig zugetragen. Um dies ähnlich wie in den Nachbargemeinden durchgehend zu ermöglichen, habe ich mich bereiterklärt hier zu unterstützen und den zukünftigen Eheleuten diesen Wunsch zu erfüllen.

Der Zuspruch aus der Bevölkerung für meine ehrenamtliche Arbeit ist sehr groß.

Allershausens 3. Bürgermeister Sepp Lerchl

Hand aufs Herz: Schaffen Sie es, die zweite Abfuhr von Ihren Gemeinderatskollegen nicht persönlich zu nehmen?

Als Gemeinderat liegt mir das Wohl meiner Mitbürger sehr am Herzen und nicht persönliche Interessen oder Eitelkeiten. Deshalb finde ich es schade, dass diese Möglichkeit nicht geschaffen wird, zumal es keine nennenswerte finanzielle Belastung für die Gemeinde darstellen würde. Wir könnten hier einfach den Menschen Gutes tun, ohne viel Aufwand.

Ihre Gemeinderatskollegen aus Paunzhausen haben Sie in der Sache unterstützt, Bürgermeister Daniel sah den Bedarf gegeben: Wieso sehen die Gemeinderäte in Allershausen das anders?

Ich denke, Bürgermeister Johann Daniel kann den Bedarf sehr gut einschätzen, da Trauungen an Samstagen in Paunzhausen rege nachgefragt und durchgeführt werden. Hier würde ein Blick in die Nachbargemeinde meinen Gemeinderatskollegen aus Allershausen helfen, einen andere Sicht auf dieses Thema zu finden.

Was macht das mit Ihnen? Zerstört das ein Stück weit die Lust, sich ehrenamtlich zu engagieren?

Der Zuspruch aus der Bevölkerung für meine ehrenamtliche Arbeit, in der ich schon viele Dinge auf den Weg bringen konnte, ist sehr groß und wird mich auch in Zukunft motivieren, für meine Überzeugungen zu kämpfen. Mich mit Leidenschaft und Engagement für meine Mitbürger zu engagieren, sehe ich als die wesentliche Aufgabe als Gemeinderat. Ich werde das auch in Zukunft mit gleicher Energie tun, wenn ich von etwas so überzeugt bin wie in diesem Fall.

Da Sie am Montag nicht in der Sitzung waren – gibt es etwas, das Sie Ihren Gemeinderatskollegen noch gerne sagen würden?

Ich würde mir wünschen, dass wir gerade in Zeiten wie diesen, die uns so manche lieb gewonnene Freude im Leben derzeit nicht erlauben, auf die Wünsche und Anliegen unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger achten und eingehen. Zumal die Nachfrage nach Eheschließungen nach der Pandemie enorm steigen dürfte, da viele Paare ihre Hochzeiten in diesem und kommenden Jahr verschieben mussten. Oft bedarf es weder viel Geld noch Zeit, um diese zu erfüllen. Warum machen wir uns allen denn diese Freude nicht einfach?

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