Pro und Contra im Gemeinderat Diskutiert

Die Sicherheitswacht kommt in Allershausen - nicht alle sind begeistert

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Präventiv gegen Straftaten tätig sein und das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger stärken. Das ist die Aufgabe von Sicherheitswachten. In Allershausen könnte es demnächst auch Menschen geben, die sich dazu bereit erklären, „Augen und Ohren der Polizei“, aber auch Ansprechpartner für die Menschen zu sein.

AllershausenErnst Neuner, der Chef der Freisinger Polizeiinspektion, war am Dienstag im Gemeinderat zu Gast, um das Konzept einer Sicherheitswacht vorzustellen und dafür zu werben. Der Gemeinderat hat der Einrichtung einer Sicherheitswacht mit großer Mehrheit zugestimmt – so lange es die Gemeinde nichts kostet.

Anlass für den Besuch Neuners in Allershausen war die Tatsache, dass der Bayerische Innenminister die Sicherheitswachten in Bayern gerne ausbauen würde. Bürger sollten dann also freiwillig und für eine Aufwandsentschädigung von acht Euro pro Stunde unterwegs sein, „Brennpunkte“ aufsuchen, Präsenz zeigen, Straftaten so vorbeugen und im Fall des Falles die Polizei informieren. Für mindestens fünf Stunden pro Monat müsse man sich „verpflichten“, müsse zuvor eine 40-stündige Schulung absolvieren. Alle Kosten, so betonte Neuner zur Freude der Gemeinde, übernehme der Freistaat.

Anton Schrödl (CSU) war einer von denen, die der Einrichtung einer Sicherheitswacht in Allershausen „aufgeschlossen“ gegenüber standen. Ebenso wie Parteikollege Manuel Mück glaubte Schrödl, dass dies dem Sicherheitsbedürfnis der Bürger entspreche. Nina Huber (PFW) hingegen, die sich bisher in Allershausen nicht unsicher gefühlt habe, glaubte, dass so eine Sicherheitswacht vielleicht gerade das Gegenteil bewirke und die Bürger verunsichere. Zumal, so Neuner auf Nachfrage von Stefan Zandt (PFW), es in Allershausen derzeit nicht mehr Probleme oder Brennpunkte gebe als noch vor ein paar Jahren. Aber, so Neuner weiter, man wolle mit Sicherheitswachten ja bewirken, dass es nicht erst noch mehr Brennpunkte gebe. Skeptisch war auch Josef Lerchl (SPD): Die Rekrutierung von Bürgern mache Hilfsorganisationen wie der Feuerwehr oder den Johannitern Konkurrenz, befürchtete Lerchl. Neuner verneinte, sei die Zielgruppe doch eine ganz andere – beispielsweise der Rentner, der gern spazierengehe und das mit dem Dienst zum Wohle der Allgemeinheit verknüpfen wolle. Dass, so die Vermutung Lerchls, der Freistaat die dünne Personaldecke bei den Polizeibeamten durch die Sicherheitswacht auffüllen und sich so Geld sparen wolle, kommentierte Neuner nicht. Auf Nachfrage sagte er aber, dass er in seiner Polizeiinspektion derzeit 30 Prozent Unterdeckung bei den Personalstellen habe. Ab März werde es besser, da liege die Unterdeckung nur noch bei 22 Prozent.

Freiwillige sind nun inAllershausen gefragt

Weil auch Bürgermeister Rupert Popp keine Nachteile sah, gab der Gemeinderat Neuner Grünes Licht für die Einrichtung einer Sicherheitswacht. Lediglich Nina Huber und Lerchl votierten dagegen. Neuner und seine Kollegen werden sich nun auf die Suche nach Freiwilligen begeben und die Werbetrommel für eine Sicherheitswacht in Allershausen rühren.

Rubriklistenbild: © dpa

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