Starkbierfest Allershausen

Starkes Bier, starker Auftritt

Bei der Premiere im vergangenen Jahr noch brav, bei der zweiten Auflage heuer schon etwas schärfer: Bruder Johann hat bei seiner Fastenpredigt kaum jemanden verschont.

Allershausen – Braune Kutte, dunkelbraunes Bier und manch hochrotes Gesicht – das war die Fastenpredigt von Bruder Johann, alias Hans Holzner, beim Allershausener Starkbierfest am Samstag. Die Ampertalhalle war gut gefüllt, die „Schlawiner“ spielten zünftig auf, ganz vorne in den ersten Reihen saß die Politprominenz. Und die bekam dieses Mal wesentlich mehr ihr Fett weg als noch 2016, als Bruder Johann zum ersten Mal in die Halle geschlurft kam, um dem Volk und den „Brüdern und Schwestern im Geiste des Starkbieres“ die Leviten zu lesen.

Am Anfang musste sich Bruder Johann erst einmal beklagen: Die Gemeinderäte hätten sich ziemlich „staad“ gehalten und offenbar einen Waffenstillstand geschlossen. Naturgemäß kam der Bürgermeister am öftesten vor – jener „Sonnenkönig Rupert der Glänzende“, der gleich um 20 Zentimeter gewachsen sei, als er beim 50. Geburtstag der Johanniter Allershausen als „Oberbürgermeister“ begrüßt wurde. Dann war da noch der amtierende Bundestagsabgeordnete, der Irlstorfer Erich von der CSU, der es bei der Wahl im September leicht habe. Denn der Gegenkandidat von der SPD, „der Mehltreter Andreas“, den würde der Irlstorfer ja fast auf einmal „einschnaufen“, diesen „Magermilchkrippe“, dieses „schmächtige Bürscherl“.

So richtig knöpfte sich der Fastenprediger Landrat Josef Hauner (CSU) vor: Es komme ihm so vor, „als ob Sie mit Fleiß immer die Falschen abschieben und zurück schicken wollen“. Denn Hauner suche sich „immer nur die aus“, die bereits Deutsch können und eine Arbeit haben. „Was das mit dem C in Ihrer Partei zu tun hat, bleibt für mich immer ein Geheimnis“, bekannte Bruder Johann.

Weiter ging’s mit ILE: Der Posten des Geschäftsführers dort sei „nur noch ein Austragsjob für abgehalfterte, aussortierte, ausrangierte oder zur Wiederwahl zu alte Bürgermeister“, spottete der Mönch und erhob daraufhin sein Glas: Mit so einem Bock bekomme man wenigstens acht Prozent – ganz anders als für sein Geld auf der Bank.

Und dann die neue Dorfmitte in Allershausen, „Oischhaun“, wie der Bruder Johann sagte. Sein Vorschlag, um sich die Mehrausgaben für die Entsorgung des belasteten Erdmaterials zurückzuholen: Aus der Glonninsel „Oischhaun-Eiländs“ machen und dort 50 zahlungskräftige Briefkastenfirmen ansiedeln. So oder so. Eines steht für Bruder Johann fest: „Ein Luftkurort werden wir bestimmt nicht.“ In die Kritik des Fastenpredigers geriet auch die Orts-CSU: Die habe – anders als die Allershausener SPD – „wenig Anstand gezeigt“, indem sie zu ihrer 50-Jahr-Feier keinen politischen Mitbewerber eingeladen habe. Vergessen habe die CSU aber, dass sie im Leonhardsbucher Feuerwehrhaus ja vom „roten Baron von Leonhardsbuch“, dem Lerchl Sepp, bedient wurde.

Viel Applaus bekam Hans Holzner für seinen Auftritt. Und eines dürfte sicher sein: Bruder Johann wird 2018 wieder kommen. Hoffentlich.

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