Nur noch innerhalb von markierten Bereichen darf im Baugebiet Weiherwiesen geparkt werden. Die Anwohner sind alles andere als glücklich darüber, wie sie nun in einer Unterschriftenliste unterstrichen.
+
Nur noch innerhalb von markierten Bereichen darf im Baugebiet Weiherwiesen geparkt werden. Die Anwohner sind alles andere als glücklich darüber, wie sie nun in einer Unterschriftenliste unterstrichen.

Keine Rolle rückwärts

Trotz Parkplatz-Minus: Allershausener Rat hält an Zone 30 fest

  • VonNico Bauer
    schließen

Beschwerden und eine Unterschriftenliste von Anwohnern halfen nichts: Der Gemeinderat beharrt auf der umstrittenen Tempo-30-Zone im Süden von Allershausen.

Allershausen – In den vergangenen Jahren hat sich der Gemeinderat Allershausen intensive Gedanken darüber gemacht, wie die Zustände und vor allem die parkenden Autos auf den Straßen geregelt werden können. Rund um die Jobsterstraße und das Eggenberger Feld wurde nach dem Ortsteil Reckmühle eine Zone 30 ausgewiesen – mit der Neuerung, dass nur noch innerhalb von markierten Bereichen geparkt werden darf. Die Bewohner des Baugebiets Weiherwiesen protestierten nun mit einer Unterschriftenliste, aber die Gemeinde bleibt standhaft.

129 Bürger haben unterschrieben und beschwerten sich, dass in den Anliegerstraßen zu wenig Parkplätze existierten und das täglich Probleme verursache. Nun kam die Liste im Gemeinderat an und wurde intensiv diskutiert. Besonders aktiv war wieder einmal der Dritte Bürgermeister Sepp Lerchl, der mit den Anliegern die Gespräche gesucht hat und in der Sitzung dafür plädierte, in Form einer Diskussionsveranstaltung in der Mehrzweckhalle einen Kompromiss zu suchen.

„Wenn wir die Änderungen jetzt wieder zurücknehmen, dann werden wir unseres Lebens nicht mehr froh“, warnte Bürgermeister Martin Vaas. Dann würden die Bewohner anderer Straßen und Ortsteile auch mit ähnlichen Vorstößen kommen. Der Gemeinderat müsse sich bewusst sein, dass man es mit den Parkregelungen an den Straßen nie allen recht machen könne. Vaas plädierte ganz klar für eine Beibehaltung des Kurses, mit klaren Vorgaben, den Verkehr zu ordnen.

„Unzufriedene Bürger wird es immer geben“

Nach dem Eingang der Unterschriftenliste schaute sich der Verkehrsausschuss die Straßen des etwas versteckten Wohngebietes im Süden von Allershausen an – und der Zweite Bürgermeister Manuel Mück hatte auch Lösungsideen. Nach einer Lockerung der Corona-Situation könne man nun wieder eine Verkehrsschau abhalten und hier versuchen, weitere Parkplätze auszuweisen. Eine andere Möglichkeit wäre die gemeindliche Schaffung eines Parkplatzes auf einer aktuellen Grünfläche, „aber das hätte dann auch eine Folgewirkung“. Mück warnte davor, dass man dann im Ortsteil Rückmühle auch einen Parkplatz errichten müsse im Zuge der Gleichbehandlung.

Peter Colombo sprach sich klar gegen die gemeindliche Rolle rückwärts aus: „Wir sollen diesen Weg weitergehen, denn das ist der richtige. Unzufriedene Bürger wird es immer geben.“ Anna Gründel gab zu bedenken, dass manche Eigenheimer einfach mal die Garage aufräumen sollten und darin Platz für das eigene Auto zu schaffen. „Ich habe auch drei Autos und einen Hänger, die ich irgendwie auf meinem Grundstück unterbringen muss“, sagte Andreas Glück. Josef Kortus warf den Vorschlag in die Runde, bei der Überwachung des ruhenden Verkehrs speziell abends und an Wochenenden durch die Wohngebiete zu gehen.

Am Ende waren sich nach lebhaften Diskussionen doch alle einig. Einstimmig wurde beschlossen, dass man die Anordnung der 30-Zone mit dem Parken nur auf markierten Plätzen nicht zurücknehme. Die Gemeinde wird nun versuchen, den einen oder anderen Stellplatz mehr in den Weiherwiesen-Straßen zu schaffen. Dafür sucht die Kommune nun das Gespräch mit den in Verkehrsfragen zu beteiligenden Behörden wie Landratsamt oder Polizei.

„Warum hängst du da?“ Nach spektakulärem IAA-Protest auf A9 und A92: Augenzeugin erzählt von skurrilem Gespräch

Übrigens: Alles aus der Region gibt‘s jetzt auch in unserem neuen, regelmäßigen Freising-Newsletter.

Das Landkreiswetter

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare