In Allershausen war schon immer was los

Allershausen - Festwochenende, zweiter Teil: Auch am Sonntag wurde in Allershausen der 1200. Geburtstag gefeiert. Diesmal mit Schildern und Schnittchen. Und am Ende gab’s eine Überraschung, von der selbst die Organisatoren nichts wussten.

Wer kennt ihn nicht, den „Gmoabartl“? Oder den „Steflschuster“? Oder auch den „Bremeß“? Wer sie noch nicht kannte, der kennt sie seit Sonntag. Denn am zweiten Tag des Festwochenendes zum Beginn des Allershausener Jubeljahres wurden 36 Schilder mit alten Hofnamen der Gemeinde an die heutigen Hausbesitzer überreicht. Laut Anton Schrödl, der für die Hofschilder-Aktion verantwortlich zeichnete, sollen die Hofschilder (in Grün oder Grau - je nach Gusto der Hausbesitzer) die Verbundenheit zur Heimat und Identität anzeigen. Bei der Segnung der Hofschilder durch Monsignore Robert Urland und seinen Kollegen Heinz Winkler sagte der evangelische Geistliche, die Schilder seien eine Auszeichnung. Die Hausbesitzer mögen sich des Segens würdig und dem Namen Ehre erweisen, so sein Appell.

Vorher und nachher hatte schon die Big Band der Universität Eichstätt-Ingolstadt für gute Stimmung im Swingsound gesorgt, als Kreisheimatpfleger Rudolf Goerge ans Rednerpult in der Mehrzweckhalle trat, um den zahlreichen Zuhörern „einiges G’scheite“ aus der 1200jährigen Historie Allershausens zu erzählen.

Dass es eine Ansiedlung schon in der Zeit vor 814 gab, sei gesichert, so Goerge. Aber wie immer beziehe sich das Gründungsdatum einer Ortschaft auf die erste schriftliche Erwähnung, erläuterte er. Und dann ging es durch die Jahrhunderte: Von einem bedeutenden Adelsgeschlecht, das in Allershausen gelebt habe und als Vorfahren der Wittelsbacher gelte, erzählte der Kreisheimatpfleger, von der Kirche St. Martin, die es schon 1190 gab, oder auch von einer Hausordnung aus dem 12. Jahrundert. Kurz: „Es ist der Wahnsinn, was hier in Allershausen schon im Mittelalter los war.“ Und weiter ging’s zum Anfang des 19. Jahrhunderts, als sich 27 protestantische Familien im Raum Freising niederließen und 1834 die evangelische Gemeinde Oberallershausen gegründet wurde - „was ganz Besonderes damals“, so Rudolf Goerge. Und dann war man im Jahr 1972, als nach der Gebietsreform die Gemeinde ein Wappen bekam - auch „was Besonderes“.

Nachzulesen, so der Kreisheimatpfleger, sei das alles und noch viel viel mehr in dem zu diesem Festjahr erschienenen Heft von Beat Bühler „Allershausen - ein Gang durch seine Geschichte mit einer Chronik 1972- 2012“. Die sei kostenlos zu haben, rührte Goerge die Werbetrommel. „Bedienen Sie sich - auch für Onkel und Tanten in Amerika“.

Dann spielte wieder die Big Band. Und als danach Organisator Peter Colombo gerade den offiziellen Teil beenden wollte, musste er verstummen: Eine ganz Horde Dirndl-bewehrter Mädchen vom Mädelstammtisch und der Faschingsgarde stürmte den Zuschauerraum und tanzte zum Stampfen, Klatschen und Gesang des Burschenvereins. Erst als das Überraschungsspektakel vorbei war, konnte Colombo ankündigen, dass sich Bürgermeister Rupert Popp nicht habe lumpen lassen: Nicht 1200, nein 2500 Schnittchen wurden in die Mehrzweckhalle getragen und gefahren. (zz)

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