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Ein Jahr im Verzug ist die neue Ortsmitte in Allershausen, die eigentlich bereits 2015 hätte in Angriff genommen werden sollen. Doch eine Genehmigung ließ auf sich warten, so dass es jetzt erst losgehen kann. Unter anderem wird das Kriegerdenkmal versetzt.

Bürgermeister-Ausblick auf das Jahr 2016

Allershausen verabschiedet Rekordhaushalt

Allershausen - In Allershausen beginnt das kommunalpolitische Jahr 2016 erst am 2. Februar: Die Gemeinderäte treffen sich dann zur ersten Sitzung. Ein Zeichen für ein ruhiges, ereignisarmes Jahr, das da vor den Bürgervertretern liegt? Mitnichten. Allershausen schickt einen Rekordhaushalt auf den Weg. Mit mehr Projekten, als man sich heuer eigentlich vorgenommen hatte.

„Mit 20,5 Millionen Euro ist es der höchste Haushalt in der Geschichte der Gemeinde Allershausen“, sagt Bürgermeister Rupert Popp im FT-Gespräch. Die Konsequenz dieses Rekordfinanzplans: richtig viel Arbeit. Wieso die Gemeinde dem ruhigen 2015 ein so vollgepacktes Jahr folgen lässt? „Wir hatten das nicht in der Hand“, bedauert der Rathauschef. Auf der Agenda 2016 stehen nämlich zwei Großprojekte, die eigentlich schon im vergangenen Jahr hätten realisiert werden sollen: die neue Ortsmitte und die Weiterführung des Energienutzungskonzepts. Popp erklärt die Verzögerung: Die neue Ortsmitte, das 1,5-Millionen-Euro-Projekt, wäre im vergangenen Jahr mindestens schon angelaufen, wenn nicht realisiert worden, hätte es keine Verzögerung bei der Genehmigung gegeben. Da die erst am 28. Dezember 2015 endgültig durch das Landratsamt erteilt worden war, ist es nun das Hauptthema des neuen Jahres. Die Ausschreibung habe das Ingenieurbüro, so Popp auf Nachfrage, aber noch nicht fertig und sei somit auch noch nicht draußen – leider. Denn hätte man unmittelbar nach der Genehmigung ausgeschrieben, wären mit Sicherheit noch mehr Firmen daran interessiert gewesen. Jetzt laufe man halt Gefahr, dass viele Fachfirmen ihre Großaufträge schon in der Tasche haben.

Nichtsdestotrotz stehen am heutigen Dienstagabend die Rodungsarbeiten an der Glonn, die erste Maßnahme im zweiten Bauabschnitt der neuen Ortsmitte, auf die Tagesordnung. „Es muss jetzt losgehen – die Rodung muss bis März abgeschlossen sein – so lauten die Vorgaben“, sagt Popp und gibt sich angesichts eines arbeitsreichen Jahres voller Tatendrang: „Ein arbeitsintensives Jahr ist mir wesentlich lieber, als wenn nichts weitergeht. Ich freu mich drauf!“ Die weitere Umsetzung des Energienutzungskonzepts – eine Photovoltaikanlage auf dem Schulgebäude und eine PV-Anlage auf dem Dach der der Kläranlage – konnte 2015 nicht realisiert werden, weil die Statikprüfung noch ausstand. Auch da muss und will man heuer nachziehen.

Die Liste der Dinge, die Popp und sein Gremium 2016 abarbeiten wollen, ist aber auch darüberhinaus noch lang: So soll die DSL-Versorgung weiter ausgebaut, zwei Neubaugebiete im Süden Allershausens ausgewiesen werden – „die Grundstücksverhandlungen laufen, das Ziel ist, die Ankaufsverträge heuer zu unterzeichnen“, beteuert Popp. Der Radlweg nach Leonhardsbuch soll in diesem Jahr realisiert, die Sportanlagen auf Vordermann gebracht, die Aufbereitungsanlage für die Wasserversorgung ertüchtigt werden. Und dann bekommt die Feuerwehr noch ein neues Versorgungsfahrzeug für 240 000 Euro.

Vorsichtig kalkuliert die Gemeinde in diesem Jahr mit 2,7 Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen: „Sehr erfreulich und weiterhin etwas steigend“, so das Urteil des Gemeindechefs. Eine weitere Flüchtlingsunterkunft wird, so Popps Prognose, 2016 nicht in Allershausen errichtet, weil man hier mit Platz für etwa 80 Asylbewerber das Soll vorerst erfüllt habe.

Andrea Schillinger

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