Alter Ego des Ortsgründers: Martin Bäuerle ist schon mehrfach in die Rolle des Hallberger Grafen geschlüpft. Foto: Oestereich

Alter Ego des Ortsgründers

Hallbergmoos - Ein markantes Gesicht, ein eindrucksvoller Vollbart und der Tiroler-Hut: Das sind die Markenzeichen von Martin Bäuerle, die ihm zu besonderem Ruhm und dem Spitznamen „Graf Hallberg“ verholfen haben: Er gilt seit Jahrzehnten als Alter Ego des Ortsgründers - und natürlich war der auch ein Thema beim 95. Geburtstag des geschichtskundigen Hallbergmoosers.

„Es ist schon was Erhebendes, wenn man neben dem Ortsgründer sitzen darf,“ scherzte Bürgermeister Harald Reents, als er dem Jubilar seine Glückwünsche überbrachte. Schon die 100-Jahr-Feier der Kommune anno 1930 hat der Jubilar als Kind miterlebt. Im Jahr 1980 schlüpfte er dann - anlässlich der 150. Gründungsfeier der Gemeinde Hallbergmoos - zum ersten Mal in die Rolle des Ortsgründers. Sein markantes Gesicht und der eindrucksvolle Vollbart machten ihn zur Idealbesetzung, die er 2005 zur 175-Jahr-Feier abermals ausfüllte.

Martin Bäuerle führt seinen Beinamen „Graf Hallberg“ gerne und mit Stolz. Schließlich ist er ein waschechter Hallbergmooser und hat, wie er selbst sagt, die Hälfte der Ortsgeschichte miterlebt. „Und er weiß auch noch alles“, bestätigt seine Tochter Anni Schäfer. Die ein oder andere Episode erzählte er - mit viel Humor und unheimlich detailliert - in der Geburtstagsrunde.

Am 3. März 1921 wurde er in der damals noch ländlichen Gemeinde geboren. Er erlernte das Schneider-Handwerk und wurde später Verpackungsentwickler in der Mustermacherei von Isar-Wellpappe. Ein Beruf, der dem Bastler und Tüftler bis zu seiner Pensionierung 1982 viel Freude bereitete. Sein privates Glück teilte er 60 Jahre lang mit seiner inzwischen verstorbenen Frau Elisabeth. Fünf Kinder und fünf Enkel zählt er zu seiner Familie, die sich natürlich zur Geburtstagsfeier versammelt hatte.

Zu Bäuerles Steckenpferden gehören sein Garten und natürlich die Berge, die sein zweites Zuhause und Kulisse für ein berühmtes Fotoshooting am Großglockner waren: Als uriger Senner winkte Bäuerle 2008 von Werbeplakaten des Tiroler Tourismusverbands den Urlaubern ein „Pfiat enk“ hinterher.

Eine Hauptrolle spielte der Jubilar freilich in diesen Tagen: Beim in Rehessen mit den Stammtischbrüdern vom Kramer-Wirt wie auch bei zahlreichen Gratulanten von der SG Edelweiß, dem Senioren- und Schnupferclub, Gartenbau- und Alpenverein. In einem Punkt hat Martin Bäuerle, wie er schmunzelnd feststellte, sein „Alter Ego“ übrigens nun übertroffen: Der Ortsgründer wurde „nur“ 94 Jahre alt.

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