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Die aktuelle Fassade ist kein Aushängeschild für die Gemeinde Hallbergmoos – der Alte Wirt bedarf dringend einer Sanierung. 

Holz erregt die Gemüter

Alter Wirt in Hallbergmoos: Vom Schandfleck zum Treffpunkt

Die Pläne für den Hotel-Neubau rund um die ehemalige Gaststätte Otto-von-Wittelsbach (Alter Wirt) sind mittlerweile weit gediehen. Das denkmalgeschützte Gebäude wird nach historischem Vorbild saniert – und um einen hofartig strukturierten Hotelkomplex erweitert. Nun wurde das Konzept dem Bauausschuss unterbreitet.

Hallbergmoos – Die Resonanz war im Großen und Ganzen positiv. Nur beim Thema Holz schieden sich einmal mehr die Geister. Der Projektentwickler will, wie es im Planungsentwurf heißt, mit dem Neubau traditionelle Elemente des bayerischen Hausbaus mit moderner Formensprache verbinden. Konkret heißt das: Nord- und Westfassaden werden verputzt. Die Häuserfronten zur Ludwigs- und Theresienstraße sollen eine strukturierte Holzfassade erhalten.

Nach der Frischzellenkur soll das Areal rund um den Alten Wirt so aussehen. Rund um die Holzfassade ranken sich aber Diskussion. Grafik: KAssecker gmbh

Beim Thema Holz allerdings, das hat kürzlich die Diskussion um das Kinderhaus im Jägerfeld-West gezeigt, reagieren einige Räte mit Skepsis: Über die Motivation für eine Holzfassade, die im Ortsbild eher rar ist, wollte Heinrich Lemer (FW) mehr wissen. Zumal die geplante Hotelanlage an exponierter Stelle am nördlichen Ortseingang liege. Da habe man sich, so Ewald Weber, Geschäftsführer der für die Projektentwicklung Kassecker GmbH, an historischen Plänen und den Empfehlungen von Denkmalamt und städtebaulichem Beratergremium orientiert: „Auf alle Fälle Holz“, hieß es von Expertenseite. Letztlich sei die Wahl auch zu begrüßen, wie Bürgermeister Harald Reents deutlich machte, „um den Kontrast zwischen Denkmal und Neubau hervorzuheben“.

Historischen Bauplänen zufolge war, so Maresch, der Alte Wirt anno 1830 in weißer Farbe, später in einem rötlich-braunen Ton getüncht, und von Hof und Stadl – aus Holz – umgeben gewesen. Zur Frage des Gemeindechefs, wie man mit der Verwitterung umgeht, führt Weber aus: Um einen einheitliches Erscheinungsbild zu erhalten, wird man für die Fassade Holz verwenden, das künstlich „vorverwittert“ ist und fünf Jahre der Alterung quasi vorwegnimmt. Holz sei eine Geschmacksfrage, über die letztlich der Bauherr selbst zu entscheiden habe, fand Josef Niedermair (CSU). Sabina Brosch (Grüne) befürwortete die Holzfassade, die vorgeschlagen wurde, nachdrücklich.

Andere Räte fanden, dass darauf hingewirkt werden soll, den Anteil der Putzfassade zu erhöhen – allerdings ohne Erfolg. Denn: Die Abstimmung endete mit einem 4:4-Patt und gilt damit als abgelehnt. Der Vorhabenträger kann somit seine Vorstellungen von einer Holzfassade uneingeschränkt verwirklichen. Eva Oestereich

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