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Rauchen und Leute beobachten: Seit drei Jahren lebt und arbeitet Austrorocker Wolfgang Ambros („Schifoan“) in Freising. Seine Freundin erwartet in diesen Tagen Zwillinge.

Wolfgang Ambros: Zwillinge mit Freisinger Freundin

Freising - Er ist der Inbegriff und der Vater des Austrorock und -pop, er ist eine Legende – Wolfgang Ambros (58). Seit über drei Jahren wohnt der Österreicher aber schon in Bayern, genauer gesagt in Freising.

Manchmal kramt er das Handy aus der Hosentasche, meldet sich mit einem wienerischen „Servas“, dann zündet er sich eine Muratti Ambassador an und beobachtet die Passanten – Wolfgang Ambros, Liedermacher und Kultfigur der österreichischen Musikszene. Das Besondere: Diese Szene spielt sich nicht in Wien oder irgendwo sonst in der rot-weiß-roten Alpenrepublik ab, sondern vor der Q-Bar. Und die befindet sich in der Oberen Hauptstraße in Freising, im Herzen des weiß-blauen Altbayern und nur ein paar Meter von dem Haus entfernt, in dem Ambros seit gut drei Jahren mit seiner Freisinger Freundin wohnt.

Verschlagen hat es den Musiker in die Domstadt, weil er mit seiner Freundin, die in diesen Tagen Zwillinge von ihm erwartet, das Umherreisen und die ständigen Provisorien leid war. Und die Wohnung in Freising, die seiner Freundin gehöre, habe sich da eben als Domizil angeboten. „Freundlich und zurückhaltend, in keiner Weise zudringlich“, so beschreibt Ambros die Freisinger. Und als bräuchte es dafür einen Beweis, tritt später ein Mann schüchtern an ihn heran und bittet den „Herrn Ambros“, seine Frau zusammen mit dem Star ablichten zu dürfen. Ambros kennt das, stellt sich sofort in Positur und nimmt dem Mann jedes schlechte Gewissen, den Promi belästigt zu haben: „Sehr gerne doch.“

Manchmal macht er sich einen Spaß, wenn ihn die Leute auf der Straße skeptisch beäugen und dann fragen: „Sind sie es oder sind Sie es nicht?“ „Was glaab’n Sie?“, fragt er dann zurück oder auch „Wer denn?“ Der Schalk sitzt Ambros eben im Nacken. In Freising hat er also sein Büro mit einem, so gibt er zu, „chaotischen“ Schreibtisch. Aber: „Ich kenne mich aus.“ Da bereitet er seine nächsten Konzerte vor, da liegen überall Zettel herum, auf denen er seine Ideen sammelt und von Zeit zu Zeit sichtet. Wenn mal ein Hit untergangen sein sollte, dann war es aber nicht die Putzfrau. Die hat strenge Instruktionen, alles wieder so hinzulegen, wie es war. Wenn ihm also mal eine Idee abhanden gekommen ist, dann „aus eigener Blödheit“.

Sein nächstes größeres Projekt, das aber noch nicht spruchreif sei: eine CD mit seiner Band, der No. 1 vom Wienerwald, zum 40-jährigen Jubiläum. Denn 1971 schafft Ambros mit „Da Hofa“ den Durchbruch, hat inzwischen unzählige Hits herausgebracht – von „Es lebe der Zentralfriedhof“ bis zum Rustical „Der Watzmann ruft“. Und selbstverständlich: „Schifoan“. Ob er das Lied überhaupt noch hören könne und es ihn nicht störe, dass diese Hymne ein Apres-Ski-Hit geworden sei? Nein, nein, sagt Ambros. So ein Evergreen, das erfüllt ihn eher mit „Demut und Dankbarkeit“.

Singen muss er „Schifoan“ auf den Bühnen eh nicht mehr. Das Publikum braucht nur die ersten Gitarrenakkorde und einen kleinen „Kick“ – und schon kann er sich aufs Zuhören beschränken. Und: „Das klappt überall – auch bei der popeligsten Firmengala mit ganz steifen Typen“. Eines ärgert Ambros aber, gibt er augenzwinkernd zu: Bei Geburtstagsfeten würden „Happy Birthday“-Lieder von Stevie Wonder & Co. angestimmt. „Ich bin da nie dabei.“ Und deswegen will er jetzt ein Geburtstagslied komponieren, zumal die Geburt der Zwillinge der ideale Anlass dafür ist. „Schiere Berechnung“ also, spöttelt er.

Andreas Beschorner

Konzert:

Wolfgang Ambros wird am 5. August auch ein Konzert in Freising geben.

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