Luz Amoi im Dom: Die Farben und Klänge der staaden Zeit

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Freising – Zuhören, auf sich hören, in sich hineinhören“: Diese Klammer schwang Hospizvereins-Vorstandsmitglied Bruno Geßele in seiner abendlichen Begrüßung zum Luz-amoi-Konzert „Es is Advent“ am Sonntag im Dom.

Was aber die Gruppe um Stefan Pellmaier am Abend – und schon am Nachmittag – als Klang- und Seherlebnis inszeniert hatte, wurde der Klammer des Innehaltens voll und ganz gerecht. Traditionelles Liedgut im modernen Gewand waren die Konzerte.

Eine Reise durch die Rhythmen der Welt war gestaltet worden, getaucht in die Farben einer behutsam abgestimmten Lichtzauberei in Kirchenschiff und Hochaltar. Unterstützung gab es vom Anchora Chor unter Mimi Neumaier, die das Finale mit dem Andachtsjodler umsetzten.

Stefan Pellmaier erinnerte die Zuhörer in seinem Einstieg daran, dass derzeit die Flüchtlingsströme gen Europa ziehen. Und so war der Einstieg mit der Luz-amoi-Variante von „Wer klopfet an?“ mehr als passend gewählt. „Aber Maria und Josef wurde einst die Zuflucht verweigert, bis sie schließlich im Stall von Bethlehem unterkamen. Ist es deshalb nicht schön, dass wir heute die Flüchtlinge aufnehmen und dass wir so zu Helfenden geworden sind?“

Ob „In dulci jubilo“, „Maria durch ein Dornwald ging“, „Adeste fideles“ oder bayerisches Liedgut wie „Es wird scho glei dumpa“ oder „Kommet ihr Hirten“: Immer hatten Stefan Pellmaier, Manuela Schwarz, Stefanie Pellmaier, Nick Hogl und Johannes Czernik Klangwolken erschaffen, die die Originale im Hintergrund mitschwingen ließen. Ob Musette-Klänge, Weltmusik-Ausflüge oder Balladeskes à la Sting (einfühlsam interpretiert von Johannes Czernik als Lead-Sänger): Immer blitzte auch der Kern des Überlieferten im Original durch.

Erinnerungen an die Advents- und Weihnachtstage zusammen mit seinen beiden Großvätern war Inhalt der Texte von Stefan Pellmaier: Geschichten aus dem Krippenkeller des Opas, von Waldspaziergängen oder vom Sau-Ruabn-Schnitzen. Es gab aber auch die Episode, als Pellmaier mit seinen Kindern über den Wintermarkt am Flughafen bummelte, und der Nachwuchs schwerbewaffnete Polizisten sah: „Warum die da waren, konnte ich den Kindern nur schwer erklären.“

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