Professor Klaus Bade ist Politikberater und Migrationsforscher

Die Angst vor der Integration

Freising - Einwanderung, Integration und die Angst davor: Zu diesem aktuellen Thema referierte in Freising der Berliner Politikberater und Migrationsforscher Klaus Bade.

Die Angst vor fremden Einflüssen, vor gesellschaftlichem Wandel und dem kulturellen „Ausverkauf“ Europas gäre in großen Teilen der Bevölkerung, so Professor Bade. Bei der Integration in eine Einwanderungsgesellschaft handle es sich nicht um eine „Islamdiskussion“ betonte er. Und auch um keine „Masseninvasion“ von Muslimen. Eher könne man von einer „Armwanderung“ von Ost nach West sprechen, die das Schengener Abkommen mit sich geführt hätte, erklärte Bade. Dass diese EU-Bürger Anspruch auf alle sozialen Einrichtungen des Wohlfahrtsstaates hätten, verunsichere viele Bürger. Dabei werde leider viel zu oft vergessen, wieviele deutsche Staatsbürger „schlecht integriert“ seien. Integration werde heute zwar zunehmend in politische Gestaltungsbereiche einbezogen, es komme aber immer wieder zu politisch-populistischen „Stolperschritten“. Die überzogenen Positionierungen einiger Politiker in der „Sarrazin-Debatte“ etwa, habe zu fatalen populistischen Konzessionen geführt. Solche „medialen Sarrazinaden“, geschürt von Agitatoren, führten zu Feindbildern. Die Politik müsse begreifen, das „Eile“ geboten sei, wenn aus einer zutiefst verunsicherten Gesllschaft nicht noch mehr „Nicht- oder Protestwähler“ werden sollten.

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