Lebhaft diskutiert wurde in Attaching. Foto: Lehmann

Die Anlieger der Airports starten durch

Attaching - Ein vereintes Europa - das ist auch die Vision derer, die dem stetigen Ausbau von Flughäfen und Flugverkehr Widerstand leisten. Jetzt haben sie das „Attachinger Manifest“ verabschiedet.

Sechs Fachvorträge, über 250 Teilnehmer und ein Training, wie man sich bei Sitzblockaden am besten von der Polizei wegtragen lässt - das war die 1. Internationale Flughafenanwohner-Konferenz, die am Wochenende in Attaching stattfand. International? Das war nicht übertrieben, schließlich waren Menschen aus England, Frankreich, Brüssel, aus der Schweiz, Österreich und ganz Deutschland gekommen. Sie alle, so stellte man an jenem Wochenende schnell fest, haben mehr oder minder dasselbe Problem: Sie fürchten um die ihr Hab und Gut, um die Heimat, um ihre Gesundheit, aber auch um Klimaschutz. Und überall stehen sie, wie es Aufgemuckt-Sprecher Hartmut Binner in seinem Schlusswort ausdrückte, „der Machtgier menschenverachtender Politiker“ gegenüber.

Der allerorten sich regende regionale Widerstand soll nun vernetzt werden, war das Ziel der Konferenz. Die Anwohner der verschiedenen Flughäfen in Europa dürften „nicht weiter gegeneinander ausgespielt werden“. So heißt es in dem so genannten „Attachinger Manifest“, das am Wochenende verabschiedet wurde und das diverse Forderungen an die nationalen Parlamente und vor allem auch an das EU-Parlament stellt: Dazu gehört ein europaweites Nachtflugverbot zwischen 22 und 6 Uhr. Denn, so der internationale Untertitel des Manifests: „Everybody has the right to sleep at night“. Weiterhin fordert man ein europäisches Flughafenkonzept und vor allem auch die Einführung einer europaweiten Ticketsteuer. Zudem sollen Subventionen im Luftverkehr abgebaut und Kurzstreckenflüge auf die Schiene verlagert werden. Neben einer Förderung des aktiven Schallschutzes steht auch grundsätzlich der „Stopp des Flughafenausbaus“ auf der Liste. Kurz: In Attaching herrschte Aufbruchstimmung.

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