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Pilotprojekt am Flughafen München 

Ansprechpartner mit künstlicher Intelligenz: Roboterdame Josie Pepper kümmert sich um Fluggäste

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Ihr Name: Josie Pepper. Ihre Aufgabe: Fragen am Flughafen München beantworten. Josie ist aber nicht etwa eine nette Dame, die an einem Schalter sitzt und den Passagieren weiterhilft – sie ist ein Roboter, der mit künstlicher Intelligenz ausgestattet ist.

Flughafen –Es ist ein absolutes Novum an einem deutschen Flughafen: Zum ersten Mal wird ein humanoider Roboter eingesetzt, um Passagieren vor Ort weiterzuhelfen. Josie Pepper ist 1,20 Meter groß und 28 Kilo schwer – und beantwortet alle möglichen Fragen rund um den Airport: Wo ist ein bestimmtes Restaurant, zu welchem Gate muss man für welchen Flug – und vieles mehr.

Woher sie die ganzen Informationen nimmt? Über WLAN ist der Roboter mit einer Cloud verbunden, kann die Informationen aus einer Datenbank abrufen. Das Gehirn ist ein leistungsstarker Prozessor – und das Besondere ist, dass der Roboter nicht etwa einen vorgefertigten Text, wie bei einem Navigationssystem spricht. Vielmehr lernt Josie und kann in ganzen Sätzen individuell antworten. Je mehr mit dem Roboter interagiert wird, desto mehr Verknüpfungen ergeben sich in Josies „Gehirn“, desto präziser kann die Roboterdame antworten. Wie bei einem Kind also – nur viel schneller. Einzige Einschränkung: Sie kann nur auf Englisch angesprochen werden. Im vierwöchigen Testlauf wird sich das auch nicht ändern. „In der Zukunft soll Josie aber Deutsch lernen“, erklärt Edgar Engert vom Flughafen München – wann das sein wird, steht aber noch in den Sternen.

Das Helferlein steht allerdings nicht allen frei zur Verfügung – einfach am Flughafen vorbeischauen und ausprobieren, geht nicht. Josie steht im nichtöffentlichen Bereich im Terminal 2, in der Nähe des Abgangs zum Shuttle in Richtung Satellit. Der Testlauf soll zeigen, wie der Roboter bei den Passagieren ankommt.

Der Name Josie kommt, nebenbei gesagt, nicht von ungefähr. In Anlehnung an den Namen Franz-Josef-Strauß-Flughafen kam man auf Josie. Mitarbeiter des Airports und der Lufthansa, die den Roboter zusammen testen, haben sie getauft. Gebaut hat den Roboter hingegen das französische Unternehmen SoftBank Robotics, die Gehirn-Technologie stammt von Watson (IBM).

Stephan Schmid, IT-Experte am Flughafen, spricht davon, dass Josie schon jetzt „ein Hingucker im Terminal 2 ist. Sie zieht die Aufmerksamkeit auf sich.“ Sie hat eine „freundliche und ein bisschen kindliche Art“, erklärt Schmid. Natürlich ist ihre Funktion aber auch wichtig: „Sie ist ein hilfreicher Assistent für uns“, sagt Schmid.

Ihre Einsatzzeiten sind aber beschränkt: „Der Akku, mit dem sie ausgestattet ist, hält zirka zehn Stunden“, erklärt Engert. Momentan steht sie fest an einem Ort – „sie könnte aber auch fahren“, sagt er. Da müsse zunächst geklärt werden, ob die Roboterdame das auch darf – aus Rücksicht auf die Passagiere und Mitarbeiter.

Übrigens: Für Smalltalk ist Josie Pepper natürlich auch zu haben. Vom Wetter bis zu ihren Hobbys – wer alleine unterwegs ist, findet in ihr einen Partner für ein kurzes Gespräch. Keinen tatsächlich menschlichen zwar – aber immerhin einen humanoiden, der, während er spricht, sogar gestikuliert.

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