Das Goldene Priesterjubiläum von Pfarrer i. R. Josef Maier (2. v. l.) wurde begleitet von Abt Wolfgang Hagl, Pater Dariusz Michalczyk und Konzelebrant Johannes Hofmann (v. l.). Foto: HF

Josef Maier feiert 50 Jahre Priesteramt: Applaus und Lacher in der Jubiläumsmesse

Rudelzhausen - „Wenn jede Mess’ so war wia heut’, dann gangat’n wieder vui mehra in d’Kirch’“ - das hörte man von vielen Besuchern, die zum 50-jährigen Priesterjubiläum von Josef Maier einen Gottesdienst in Rudelzhausen gefeiert haben. Sogar Applaus gab es im Gotteshaus.

„Ich danke euch für eure Begleitung über all die Jahre“, sagte Josef Maier gleich zu Beginn des Gottesdienstes und wollte es genau wissen: „Wer von euch war damals, am 7. Juli 1963, bei meiner Primiz dabei?“ Meier fuhr in der für ihn typischen Mundart fort: „Hebt’s amoi die Hand auf.“ Und tatsächlich reckten viele in der vollbesetzten Rudelzhausener Pfarrkirche Maria Himmelfahrt ihre Hand in die Höhe. „Was, so vui? Und dann schaut’s ihr no so guat aus?“ Maier hatte mit seinem sympathischen Humor die Lacher auf seiner Seite.

In einem kurzen Rückblick kam er auf seinen Werdegang zurück, der nicht von vorneherein der Kirche gewidmet war. Am 3. Dezember 1934 in Enzelhausen als Sohn des damaligen Maierwirts geboren, erlernte Josef Maier nach dem Besuch der Grundschule erst mal das Metzgerhandwerk, da er die zur Wirtschaft gehörende Metzgerei weiterführen sollte. Nach der Gesellenprüfung 1952 entschloss er sich jedoch, das „Spätberufenen-Gymnasium“ in Fürstenried zu absolvieren, anschließend legte er am Ludwigsgymnasium in München sein Abitur ab.

Das Studium der Theologie und der Philosophie in Regensburg folgte, und am 29. Juni 1963 empfing der Wirtssohn im Dom von Regensburg die Priesterweihe. Seinen Primizgottesdienst hielt der frischgebackene Pfarrer in seiner Heimatgemeinde, kam aber dann gleich nach Kötzting in den Bayerischen Wald, wo er die Stelle des Kaplans übernahm. „Die ham mi als Holledauer gleich aufg’nomma“, erzählte Maier schmunzelnd. Danach, ab 1965, folgten drei Jahre in Kelheim, von wo aus er 1968 nach Eilsbruck und 1977 nach Arnbruck versetzt wurde. Hier blieb Pfarrer Maier bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2000. Heute wirkt er als Ruhestandspfarrer an seinem Alterssitz in Baar-Ebenhausen bei Ingolstadt. Dass der Priesterberuf nicht reformiert wurde, ist für ihn der Hauptgrund, warum die Kirche Nachwuchssorgen hat. „Es ist nicht nur der Zölibat, der die Jugend abhält, das Priesteramt zu ergreifen. Auch die Überbeanspruchung, die Angst, dieser Aufgabe nicht gerecht werden zu können, hält viele junge Männer davon ab, Priester zu werden“, sagt er. Abschließend erklärte der Geistliche: „Ich mach’ wegen meines Gesundheitszustands heute nicht mehr viel. Ein paar Hochzeiten, Taufen und Klassentreffen. Mehr nicht.“

Die Festpredigt in der Pfarrkirche hielt Abt Wolfgang Maria Hagl, ebenso wie Konzelebrant Johannes Hofmann ein echtes „Rudelzhausener G’wachs“, und auch der derzeitige Rudelzhausener Pfarrer, Pater Dariusz Michalczyk, begleitete die Feier. Nach dem Gottesdienst dankte Pfarrer Maier dem Kirchenchor und dessen Leiter Jakob Högl und forderte die Gemeinschaft zum Applaus auf, was auch prompt befolgt wurde. Die anschließende Feier fand - wie sollte es anders sein - in seinem Elternhaus, dem Maierwirt, in Enzelhausen statt.

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