Aus dem Landkreis Freising

Asylstatistiken: 1600 offene Verfahren und zwölf Abschiebungen

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Noch immer warten im Landkreis rund 1600 Asylbewerber auf ihren Bescheid – ihre Zukunft ist unsicher. Während viele Personen bleiben dürfen, ist ein kleiner Teil sogar freiwillig wieder ausgereist. Und: In den Schulen lernen viele Flüchtlinge fleißig.

Landkreis – Über 2000 Asylbewerber, mal mehr, mal weniger, hatte der Landkreis im Jahr 2016 beherbergt. Dagegen mutet die aktuelle Zahl fast gering an: 1686 sind derzeit noch hier untergebracht. Das hat aber einen Grund: Einige Asylverfahren sind jetzt abgeschlossen mit– unterschiedlichen Ausgängen.

Genauer gesagt: 533 Personen wurde im vergangenen Jahr ein Bleiberecht zugesprochen. Das heißt allerdings nicht, dass alle diese Personen bleiben dürfen. Einige davon sind zwar anerkannt oder haben Flüchtlingsstatus – andere wiederum stehen zeitlich begrenzt unter subsidiärem Schutz. Das heißt: Ihnen droht im Heimatland die Todesstrafe, Folter oder andere unmenschliche Behandlung. Aus diesen Gründen können oder wollen sie einen Schutz in der Heimat nicht annehmen – und suchen ihn in Deutschland. Bei anderen wurde ein Abschiebeverbot ausgesprochen. „Zwölf Personen erhielten auch eine Duldung“, erklärt Landratsamts-Sprecher Robert Stangl. Bei denen sei eine Abschiebung derzeit nicht möglich – beispielsweise aufgrund einer Schwangerschaft.

Das große Problem sind nach wie vor die unbearbeiteten Anträge: „1600 Asylbewerber sind derzeit noch im Verfahren“, sagt Stangl. Viele sind schon über ein Jahr lang da – und wissen immer noch nicht, ob ihr Weg in Deutschland weitergeht oder zurück in die Heimatländer führt. Für einige Asylbewerber ist ihr Aufenthalt aber schon wieder vorbei: „78 Personen sind freiwillig ausgereist“, sagt der Pressesprecher. 330 Anträge seien dazu noch abgelehnt oder aufgrund fehlender Mitwirkung eingestellt worden. Die Differenz von 86 zwischen jenen im Verfahren und der tatsächlichen Gesamtzahl an Flüchtlingen im Landkreis resultiert daraus, dass die 86, die ausreisepflichtig sind, aus verschiedenen Gründen noch nicht die Heimreise antreten können.

Übrigens: Tatsächliche Abschiebungen aus dem Landkreis Freising gab es 2016 zwölf. Acht wurden dabei im Rahmen des Dublin-Verfahrens abgeschoben – das heißt, sie wurden in das EU-Land zurückgebracht, in dem sie angekommen sind. Eine Person musste zurück in den Irak, eine nach Montenegro, eine nach Serbien und eine nach Afghanistan.

Doch neben den nackten Zahlen gibt es auch Positives zu berichten. An den beruflichen Schulen in Freising gibt es insgesamt elf Klassen mit Flüchtlingen – sieben an der Berufsschule, zwei an der FOS/BOS und zwei an der Wirtschaftsschule. 210 Schüler (Stichtag zum aktuellen Schuljahr: 20. Oktober 2016) werden dort unterrichtet. Im Vergleich zu 2015 ist der Bedarf also deutlich gestiegen. Damals waren es nur sieben Klassen. Hauptziele, so heißt es seitens des Landratsamts, sind die Sprachförderung, die Schüler ausbildungs- und berufsreif zu bekommen und eine Beschäftigung zu vermitteln. Immerhin: „259 Personen arbeiten und 22 befinden sich in einer Ausbildung“, sagt Stangl. Damit hat man zumindest einen kleinen Teil schon in Lohn und Brot gebracht.

Und: Der große Strom wie im Jahr 2015 und zu Beginn des Jahres 2016 ist vorbei. Jetzt kann man sich auch um die Umverteilung kümmern, wie Stangl mitteilt. „Da mischt unsere Sozialverwaltung fleißig durch“, sagt er. Die Fälle werden dabei einzeln betrachtet und abgewogen – wo ist es sinnvoll, mehrere Familien unterzubringen? Wo sind junge Männer am besten aufgehoben? Und wo braucht man eine gesunde Mischung? Diese Fragen beschäftigen die Verwaltung derzeit. Besonders die großen Unterkünfte samt deren Ehrenamtler dürften aufatmen: „Die versuchen wir zu entlasten“, sagt Stangl.

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