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Eine gigantische Postkarte übergaben die Grünen (v. l.) Verena Juranowitsch (Gemeinderätin in Langenbach), Angelika Werner-Ripperger (Kreisrätin), Helga Brandstetter (Ortssprecherin Grüne Moosburg), Christian Magerl (Landtagsabgeordneter), Johannes Becher (Bezirksrat) und Michael Stanglmaier (Kreisrat) an Anton Hofreiter, den Fraktionschef der Bundestags-Grünen.

Dritte Startbahn soll in Koalitionsverhandlungen eine Rolle spielen 

Attachinger Grüße nach Jamaika

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Wie weit der Weg zur Jamaika-Koalition auch ist, er soll über Attaching führen. Darauf drängen die Startbahn-Gegner und die Grünen im Landkreis Freising. Die entsprechende Karte ist bereits in Berlin angekommen.

Freising – Er will, dass die Grünen eine rote Linie ziehen. Benno Zierer, Landtagsabgeordneter der Freien Wähler, hat gefordert, dass bei den angelaufenen Verhandlungen über eine Jamaika-Koalition im Bund auch die geplante dritte Startbahn am Flughafen München Thema werden müsse. „Schließlich geht es um eines der umstrittensten Infrastrukturprojekte in Deutschland“, betonte der Freisinger. „Der Bund ist mit 26 Prozent an der Münchner Flughafengesellschaft beteiligt und hat deshalb ein Vetorecht gegen den geplanten Ausbau.“

Zierer fordert die Grünen-Spitze bei den Berliner Sondierungsgesprächen auf, ein Nein zur dritten Startbahn zur Bedingung für eine mögliche Koalition zu machen. Das habe Bundestagsfraktionschef Anton Hofreiter vor der Wahl immer wieder angekündigt. „Dieses Versprechen müssen die Grünen jetzt einlösen, eine klare rote Linie ziehen, und das schon bei den Sondierungsgesprächen“, erklärte Zierer.

Die Angesprochenen sind indes schon längst aktiv geworden. Am Parteitag der Grünen in Deggendorf übermittelten die Delegierten des Kreisverbands Freising an Hofreiter „Grüße aus Attaching auch nach Jamaika“. Franz Spitzenberger, Vorsitezender der BI Attaching, hatte die Grußkarte angefertigt. Für die Zukunft gelte es, den Flugverkehr endlich stärker zu besteuern und dieses Geld in den Umwelt- und Klimaschutz zu stecken, erklärte Landtagsabgeordneter Christian Magerl. „Unser Ziel sollte es sein, dass ein Koalitionsvertrag den weiteren Ausbau aller Flughäfen in Deutschland aus Klimaschutzgründen für beendet erklärt und somit der Bau der dritten Startbahn von der Bundesregierung abgelehnt wird.“

Hofreiter erklärte, dass er die Grüße aus Attaching gerne mit nach Berlin nehme. „Wir wollen echten Klimaschutz, wie wir das vor der Wahl gesagt haben, und dazu müssen alle Verkehrsträger einbezogen werden – auch der Luftverkehr. Wir Grüne wollen keinen Ausbau der Flughäfen, sondern einen Ausbau der Bahn.“ Nun hat er Gelegenheit, seine Positionen auch der Kanzlerin darzulegen. Am Mittwoch fand der Auftakt der Koalitionsverhandlungen statt.

Bezirksrat Johannes Becher kündigte an, dass die Freisinger Grünen bei diesem Thema nicht locker lassen würden. Außerdem will er zu den Koalitionsverhandlungen nach Berlin fahren. „Dann werde ich mit unserer Verhandlungsgruppe zum Thema Verkehr sprechen.“ Die Grüße aus Attaching und der ganzen Region werde er dabei im Gepäck haben.

Geringe Erwartungen hat hingegen Helga Stieglmeier, Grünen-Kreisvorsitzende aus Erding und Mitglied des Aufgemuckt-Sprecherrats. Sie ist überzeugt, dass einzelne Projekte wie die Flughafenerweiterung im Erdinger Moos bundesweit nicht so relevant seien, dass sie Teil der Koalitionsverhandlungen würden. „Aber natürlich haben wir Toni Hofreiter gebrieft.“ Insgesamt ist das Jamaika-Bündnis für Stieglmeier eine heikle Sache. „Denn die FDP ist klar für die dritte Bahn, und bei der CSU weiß man es nicht so genau.“ Vom Vorstoß Zierers und der FW hält sie übrigens nichts: Das sei „reiner Populismus“.

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