+
Einige Thalhamer beklagen sich, dass sie an manchen Tagen bis zu 400 direkte Überflüge zu ertragen hätten.

Massive Lärmbelästigung

Fluglärm-Situation ist „unerträglich“: Attenkirchen will dringend Veränderungen

  • schließen

Weil die Lärmbelastung „unerträglich“ sei, will Attenkirchen Mitglied in der Fluglärmkommission werden. Doch das ist gar nicht so einfach.

Attenkirchen – Attenkirchen will Mitglied werden, will in Sachen Flugrouten und Fluglärm mitreden. Einem von 33 Bürgern aus Thalham unterzeichneten Antrag, sich um die Mitgliedschaft in der Fluglärmkommission zu bewerben, hat der Gemeinderat am Montag einstimmig Grünes Licht gegeben.

Bis zu 400 Überflüge am Tag

Andrea Speckmaier hatte die Unterschriftenliste initiiert und den Antrag auf Beitritt der Gemeinde Attenkirchen zur Fluglärmkommission so begründet: Die Thalhamer würden seit Mai unter „massiver Lärmbelästigung durch Überflug leiden“. Das sei seit Neuestem bei jeder Wetterlage und in die verschiedenen Richtungen der Fall. „Die Flugzeuge donnern zum Teil in sehr geringer Höhe direkt über unsere Häuser hinweg.“ An manchen Tagen habe man über 400 direkte Überflüge zu ertragen, die Lärm, Abgase und Feinstaub verursachten. „Die Situation ist für uns inzwischen unerträglich.“

Seit einigen Monaten stehe man im regen Kontakt mit der Deutschen Flugsicherung, schicke täglich einen Bericht über die Lärmsituation an die Fluglärmbeschwerdestelle der Regierung von Oberbayern. Deshalb fordere man, dass Attenkirchen so schnell wie möglich der Fluglärmkommission beitrete. Den Thalhamern, so heißt es in dem Schreiben weiter, gehe es nicht darum, den Flughafen und jeglichen Überflug „wegzudiskutieren“. Es gehe ihnen darum, „die Gesamtlast des Überflugs auf einen viel breiteren Korridor zu verteilen“. Mit einer Stunde Lärm pro Tag könne man zurechtkommen. „Mehr macht tatsächlich krank.“ Und derzeit werde man an den meisten Tagen der Woche mit 18,5 Stunden Fluglärm belastet.

Man kann der Fluglärmkommission nicht einfach beitreten

Wie Bürgermeister Martin Bormann berichtete, habe er bereits mit dem Vorsitzenden der Fluglärmkommission, Freisings Oberbürgermeister Tobias Eschenbacher, in der Sache geredet. Das Problem: Der Fluglärmkommission könne man nicht einfach beitreten, sondern müsse vom zuständigen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr berufen werden. Ein entsprechender Antrag soll nun (vielleicht schon in der Sitzung am Mittwoch) an die Fluglärmkommission gestellt werden.

Der Attenkirchener Gemeinderat zumindest hat die Schilderung der Lärmthematik im Ortsteil Thalham zur Kenntnis genommen, unterstützt das Anliegen der Thalhamer und beschloss einstimmig, einen entsprechenden Antrag an die Fluglärmkommission zu stellen.

Lesen Sie auch: Seit 20 Jahren kämpft die BIF Hallbergmoos gegen Fluglärm und die dritte Startbahn

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Fest für Toleranz geplant: Moosburger Parteien wollen Zeichen gegen AfD setzen
In Moosburg soll mit einem großen Fest ein deutliches Zeichen gegen Rassismus gesetzt werden, wenn die AfD am 4. Februar ihren Wahlkampfauftakt in der Stadt hat.
Fest für Toleranz geplant: Moosburger Parteien wollen Zeichen gegen AfD setzen
CSU Hallbergmoos legt straffes Arbeitsprogramm vor
Mit einem straffen „Arbeitsprogramm“ startet die CSU in Richtung Kommunalwahl. Sachlich und überfraktionell, so das erklärte Ziel, soll es bis 2026 erledigt werden.
CSU Hallbergmoos legt straffes Arbeitsprogramm vor
BR-Radltour macht auch in Freising Stopp
Es ist das größte Freizeitsport-Ereignis in Bayern: die BR-Radltour. Dieses Jahr macht sie auch in Freising Station.
BR-Radltour macht auch in Freising Stopp
SPD Moosburg will mit „3+x“ in den Stadtrat einziehen
Mit einem umfangreichen Wahlprogramm und selbstbewussten Kandidaten ist die SPD Moosburg in den Wahlkampf gestartet. Das Ziel ist klar: 3+x Mitglieder und damit mehr als …
SPD Moosburg will mit „3+x“ in den Stadtrat einziehen

Kommentare