Selbsttests für alle Gemeinderäte stehen künftig vor den Gemeinderatssitzungen in Attenkirchen bereit. DPA
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Selbsttests für alle Gemeinderäte stehen künftig vor den Gemeinderatssitzungen in Attenkirchen bereit. Symbolbild

„Erst einmal abwarten“

Keine Hybridsitzungen: Attenkirchen lehnt ab wegen zu hoher Kosten

  • Andreas Beschorner
    vonAndreas Beschorner
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Im Attenkirchener Gemeinderat werden künftig keine Hybridsitzungen stattfinden. Aus Sorge vor zu hohen Kosten wurde der Vorschlag knapp abgelehnt.

Attenkirchen – Selbst ist der Gemeinderat. Auch in Attenkirchen. Dort durften sich die Volksvertreter vor der Sitzung am Montag erstmals selbst auf Corona testen, die Gemeinde hatte die Tests zur Verfügung gestellt. Alle Ergebnisse waren negativ, die Sitzung konnte stattfinden. Und dort ging es unter anderem auch – wie könnte es anders sein – um Corona.

Mit 7:8 Stimmen denkbar knapp eingeplant

Die Möglichkeit, während der Corona-Pandemie den Gemeinderatsmitgliedern die Teilnahme an Sitzungen per Ton-Bild-Übertragung zu gestatten und so zu sogenannten „Hybridsitzungen“ einzuladen, will das Gremium nicht nutzen. Die grundsätzliche Frage, ob sich die Verwaltung um das Thema kümmern, die Voraussetzungen und Kosten eruieren solle, wurde im Attenkirchener Gemeinderat denkbar knapp mit 7:8 Stimmen abgelehnt.

Wie Bürgermeister Mathias Kern zur Einführung betont hatte, hätte man auf jeden Fall eine technische Begleitung benötigt, die parat gestanden hätte, wenn mehrere Gemeinderatsmitglieder aus der Übertragung „rausgefallen“ wären. Zudem hätte man auch noch andere Voraussetzungen prüfen, den technischen Aufwand berechnen müssen.

„Enorme Kosten“

Eva-Maria Rieger (UWG) plädierte dafür, sich „Zeit zu lassen“ und erst zu schauen, wie das bei größeren Kommunen klappe. Außerdem sehe sie „enorme Kosten“ auf die Gemeinde zukommen. Genauso argumentierte Thilo Mittag (Grüne): Die Kosten seien die eine Frage. Zudem sei ein persönlicher Austausch in der Sitzung viel angenehmer. Mittags Devise: „Erst einmal abwarten.“ Und deshalb muss die Verwaltung jetzt in dieser Sache nicht tätig werden.

Ansonsten sei die Gemeinde in der Bekämpfung der Pandemie allerdings durchaus in vielfältiger Weise tätig, hatte Bürgermeister Kern zu Beginn der Sitzung betont: Der steigenden Inzidenz habe man beispielsweise dadurch entgegenzuwirken versucht, dass man dem gesamten Kita- und Schulpersonal die Möglichkeit gegeben habe, sich bei der Sonderaktion in Freising freiwillig mit Astrazeneca impfen zu lassen. Einige der Geimpften seien „ein paar Tage krank“ gewesen, so Kern, was zu Schließzeiten geführt habe. Auf jeden Fall habe die Gemeinde ihre Fürsorgepflicht erfüllt. Die zweite, noch ausstehende Impfung werde mit einem anderen Vakzin durchgeführt.

Testbus jeden Dienstag

Und auch in Sachen Testen ist man aktiv: An jedem Dienstag steht der Landkreis-Testbus zwischen 14 und 18 Uhr auf dem Parkplatz neben dem Bürgersaal, an das Kindergartenpersonal habe man Selbsttests verteilt. Für die Kinder und das Personal in Grundschule und Mittagsbetreuung seien die Selbsttests ohnehin verpflichtend.

Das freilich sei „nicht bei allen Eltern auf positiven Widerhall gestoßen“, erklärte Kern. Zwei Eltern hätten sich geweigert, das Einverständnis zur Testung ihrer Kinder zu erteilen, die beiden Schüler seien nun also im Distanzunterricht. Und ab sofort gebe es eben auch noch die Selbsttests für die Gemeinderäte vor den Sitzungen.

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