Wie geht’s weiter? Das wissen (v. l.) Heiko Lange, Arpita Hofmann-Denk und Sylvester Denk nicht. Die Tutuguri-Stammkräfte haben für 20. März aber ein Konzert geplant.
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Wie geht’s weiter? Das wissen (v. l.) Heiko Lange, Arpita Hofmann-Denk und Sylvester Denk nicht. Die Tutuguri-Stammkräfte haben für 20. März aber ein Konzert geplant.

Klare Absage an Online-Alternativen

Tutuguri trotzt der Tristesse: Kulturverein will im Attenkirchener Bürgersaal ins Corona-Exil gehen

Der Lockdown bremst die Kulturbühne Tutuguri aus. Doch die Verantwortlichen hoffen, dass Ende März schon wieder Veranstaltungen stattfinden können.

Attenkirchen – Die Kulturbühne „Tutuguri“ am Bachfeld steckt, wie so vieles andere auch, im Lockdown fest. An Konzerte oder Kabarett ist bis auf Weiteres nicht zu denken, Seminare sind ebenfalls nicht möglich. Trotzdem wurde für Februar bis Juli ein Programm aufgestellt. Aber in Zeiten von Corona müssen die Veranstalter auf ihrer Homepage www.tutuguri.de einen Event nach dem anderen mit einem roten Kreuz versehen. Die beiden Februar-Veranstaltungen wurden ersatzlos gestrichen. Für März besteht aber noch Hoffnung. Denn Aufgeben gilt nicht bei Tutuguri. Was im angestammten Bachfeld-Haus mit seinen knapp 90 Plätzen wegen Corona derzeit undenkbar scheint, soll fortan im Attenkirchener Bürgersaal über die Bühne gehen. Mit freundlicher Genehmigung der Gemeinde und einem entsprechenden Hygienekonzept, versteht sich.

„Da hoffen und da beten wir“, sagt Arpita Hofmann-Denk über das für Samstag, 20. März, um 20 Uhr angesetztes Konzert von „The Shakers Blues Band“. Zusammen mit ihrem Mann Sylvester Denk und Heiko Lange ist sie eine der treibenden Kräfte des Vereins, der über 80 Mitglieder zählt. Gut ein Dutzend stellen den harten Kern dar, der voll dabei ist und stets mit anpackt, wenn es gilt Stühle zu rücken, alles herzurichten und Getränke auszuschenken. So hat man etwa das gesamte Mobiliar aus dem Bachfeld-Haus „rübergeschleppt“ und den Bürgersaal „Tutuguri-mäßig“ hergerichtet, wie Sylvester Denk verrät. Man stehe praktisch in den Startlöchern, könne sofort loslegen mit dem Exil im Bürgersaal. „Wir denken von Gipfel zu Gipfel“, erklärt Sylvester Denk zur Merkel-Ministerpräsidentenrunde, von der er möglichst bald grünes Licht erwartet. Dann hätte die Tristesse in Sachen Kultur endlich ein Ende.

Letzte Veranstaltung im März 2020

Denn am 7. März 2020 fand der bisweilen letzte Auftritt im Tutuguri-Stammlokal statt. Zu Gast war der Musikkabarettist Werner Meier. Das Konzert war ausverkauft, und die Leute saßen hinterher noch lange mit dem Kabarettisten zusammen, haben noch etwas getrunken und geratscht und gelacht. „Ganz so, als hätten sie geahnt, dass das für lange Zeit die letzte Gelegenheit dieser Art sein würde“, erinnert sich Arpita Hofmann-Denk. Es schwingt schon ein wenig Wehmut mit bei diesem Gedanken. Dieses Gefühl ist den Beteiligten deutlich anzumerken. Aber es gibt ja glücklicherweise eine Alternative.

Das Konzept, auf den Bürgersaal auszuweichen, hat sich im Herbst 2020 schon einmal bewährt. Vier Veranstaltungen hat man dort mit Abstandsregeln und Hygienekonzept bereits durchgeführt. 80 Gäste waren erlaubt, und alle vier Konzerte, unter anderem das eines Duos aus Madrid, waren so gut wie ausverkauft. Kein Wunder, der Kulturverein Tutuguri ist ein Erfolgsmodell. Man verfügt über ein gesetztes Stammpublikum, das das Niveau und die Güte der Veranstaltungen zu schätzen weiß. Die Besucher kommen aus den umliegenden Gemeinden, aber auch von Freising und von weiter her. Livemusik aus den Genres Folk, Rock, Blues und Jazz ziehen bei einem Publikum, das meist „Ü 50“ ist, aber auch von Jüngeren begleitet wird.

Offene Bühne gehört zu den Highlights

Dem Attenkirchener Kulturverein ist es binnen acht Jahren gelungen, ein besonderes Flair und eine spezielle Atmosphäre zu schaffen. Eine, die allerdings nur live funktioniert. Davon sind die Macher überzeugt. „Bei uns geht das nur mit Lebendigkeit“, betont Sylvester Denk. Auch Heiko Lange erteilt wie auch immer gearteten Online-Alternativen ein klare Absage. „Präsenzveranstaltungen“, laute die Devise. Zu den Highlights im Programm zählt die Offene Bühne, bei der sich jeder anmelden und auftreten kann, der es sich zutraut, vor Publikum seine Kunst unter Beweis zu stellen. Davon gibt es offenbar genug, wie eine Warteliste für die Offene Bühne beweist. In der Schleife befinden sich laut Sylvester Denk derzeit 18 Musiker und Künstler verschiedenster Couleur. Die nächste „Offene Bühne“ ist für Freitag, 9. April, angesetzt.

Alexander Fischer

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