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Perfekt eingeschenkt muss das Bier sein damit die Gäste zufrieden sind: Martin Bormann, Alexander Herzog, Thomas Stein und Bernhard Nieder (v. r.) begrüßten zahlreiche Schankkurs-Teilnehmer.

Bierzapfen will gelernt sein

Immer schön schräg halten

Es ist eine Wissenschaft für sich: das Bierzapfen. Wenn vom 8. bis 10. Juni das Bierfestival in Attenkirchen steigt, wissen die mehr als 400 freiwilligen Helfer wie’s geht – dank eines Schankkurses.

Attenkirchen – Die ganze Dorfgemeinschaft hilft zusammen: Wenn in Attenkirchen das „Hallertauer Bierfestival“ statt findet, dann stehen sie alle bereit. Mehr als 400 freiwillige Helfer aus den örtlichen Vereinen werden auch heuer den erwarteten Besucheransturm bewältigen: in der Organisation, im Aufbau, an den Kassen und vor allem an den vier Großschenken, wo 130 verschiedene Biere von 55 Brauereien auf die Besucher warten. Bei einem „Schankkurs mit Bierkunde“ lernten die Festivalhelfer am Mittwochabend, wie man den schmackhaften Gerstensaft richtig zapft.

Bereits zum 5. Mal richtet die 2600-Seelen-Gemeinde im Norden von Freising die Großveranstaltung aus. Heuer findet sie am Wochenende vom 8. bis zum 10 Juni statt– von Jahr zu Jahr mit mehr Besucherresonanz.

Alexander Herzog, Sprecher der Lenkungsgruppe Hallertauer Bierfestival, erinnert sich noch gut an die Anfänge. „Wenn wir etwas machen, dann soll es etwas sein, was auch überregional Beachtung findet.“ So habe er vor fünf Jahren vor den Gemeinderäten für das Festival geworben. Mittlerweile haben sich die Bewohner an die viel frequentierte Biermeile gewohnt und möchten „ihr“ Festival nicht mehr missen.

„Weil es wichtig ist, dass man in der Gemeinde zusammen hilft“, sagt Günther Eisen. Deswegen sei er heute Abend gekommen. Jeder werde gebraucht. „Das Glas schräg am Zapfhahn des Durchlaufkühlers ansetzen, den Zapfhahn nach vorne ziehen, und wenn sich das Krügerl füllt,nach unten weg-ziehen “, erklärt Ingrid Kleespies. Ihr Mann Sebastian, seines Zeichens Braumeister, habe beruflich bedingt nicht da sein können. Und so habe sie es übernommen, die Gemeindebürger in die Kunst des richtigen Anzapfens einzuführen.

Auch Walter Pletschacher, Wirt im Ruhestand, hatte es sich nicht nehmen lassen, das diesjährige Festivalbier schon vorab zu verkosten. Eingebraut wurde der obergärige, bernsteinfarbene Tropfen heuer von der Forschungsbrauerei Weihenstephan. „Wir wollten ein Bier, das sich abhebt von den gängigen Sorten“, sagt Kleespies. Fruchtig sollte es schmecken und nicht „beißen“ im Rachen. Das seien die Vorgaben gewesen, die die Weihenstephaner Nachwuchsbrauer super erfüllt hätten. Polaris, Ariana und Hallertauer Amarillo heißen die Hopfensorten, die dem Festbier heuer den unverwechselbaren Geschmack geben. Eine Stammwürze von 13 Prozent und ein Alkoholgehalt von knapp sechs Prozent beinhaltet der edle Tropfen, von dem zunächst 140 Hektoliter geordert seien, sagt „Getränkelogistiker“ Bernhard Nieder. Wenn der Wettergott gnädig gestimmt sei und durstige Kehlen nach mehr verlangten, so könne mehr geliefert werden. Das, was das „Hallertauer Bierfestival“ auszeichne, sei dessen friedlicher Charakter, betont Herzog „Wir hatten bisher noch nie gewaltbereite Betrunkene unter den Gästen. Bei uns steht der Genuss im Vordergrund.“ 

Maria Martin

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